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Test Hifi Röhren-Phono-Vorstufe Fonel MC Symphony – Klangfarben, Rhythmus und Dynamik

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  1. 4 Test Hifi Röhren-Phono-Vorstufe Fonel MC Symphony - Klangfarben, Rhythmus und Dynamik

Fonel Symphony: Die MC-Übertrager

Um auf die weiter oben erwähnte Gesamtperspektive zurückzukommen: Ganz richtig vermutet, der Symphony liebt die eher gefühlsmäßige Ansprache. Was das heißt, wird unmittelbar einsichtig, sobald man ihn hört – doch so nackt schwarz auf weiß klingt’s recht blumig, nicht wahr? Dies ist mit Worten auch nicht zu leicht zu klären, aber ich kann mich mal auf Ursachenforschung begeben. Die Stichworte nannte ich ebenfalls schon …

Zum einen ist da dieses Talent, kontrastreich mit der Klangfarbenpalette umzugehen – ohne in einen völlig expressiven Rausch zu verfallen. Es wirkt authentisch, differenziert und eben kräftig – egal ob nun E-Gitarren-Schrammeleien oder Violinen-Streicheleien gefordert sind. Andere Phono-Pres können dagegen vergleichsweise schon fast aquarellig wirken, blasser und farbloser. Damit ist der erste Punkt benannt, womit der Fonel Pre für sich einnimmt.

Fonel Symphony: Detail seitlichAber nicht nur „farblich“ wirkt er sehr kontrastreich, sondern auch hinsichtlich der räumlichen Darstellung und der Plastizität der Klänge. Stimmen und Instrumente positioniert er dabei etwas weiter vorn, als ich es über den Aqvox Pre zu hören gewohnt bin – ja, vielleicht ein klitzekleines bisschen pushy. Oder andersherum: nicht so laid-back / reserviert. Er fängt aber nicht nur weiter vorn an, sondern hört auch weiter hinten auf – sprich, die Tiefenstaffelung beherrscht der Fonel richtig gut. Und das hat den Vorteil, dass zwischen den musikalischen Akteuren mehr Raum liegt, klarer voneinander getrennt spielen sie nun auf. Zudem sind diese „Akteure“ auch „körperlich ausgedehnter“ – nicht im Sinne von größer, sondern von plastischer, gestalteter. Es liegt ein hoher 3D-Faktor vor, griffig und physisch glaubhaft stehen die Instrumente auf der ausgedehnten Bühne.

Schon mal prima. Aber das meiner Meinung nach Beste am Fonel Symphony ist einfach sein, naja, „lebhaftes Grundnaturell“. Dies resultiert aus dem erstklassigen Rhythmus- und Timinggefühl dieser Phonostufe sowie aus den dynamischen Fähigkeiten, mit welchen sie gleichfalls gesegnet ist. Es ist, als hätt‘ der Plattenspieler ’nen doppelten Espresso getrunken: Hintergrundbeschallung ist definitiv nicht sein Thema – Gott sei Dank! „Musik ist Energie und die wird Euch jetzt verabreicht“, lautet sein Motto: „Hinsetzten, Klappe halten, zuhören!“ Guter Ansatz. Und so kriegt er mich, zieht mich in die Musik hinein und verführt dazu, immer lauter zu drehen, weitere Platten auszubuddeln und das Notizbuch in die Ecke zu pfeffern. So ist mir das am liebsten. Gelobt sei er dafür, alle Spuren von Lahmarschigkeit zu vertreiben.

Test: Fonel MC Symphony | Phono-Vorstufe

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