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Klangliches zum Phonak Audéo PFE 232

Inhaltsverzeichnis

  1. 2 Klangliches zum Phonak Audéo PFE 232

Eine Besonderheit bei Phonaks PFE 232, die den Hörer interessant im Vergleich zu anderen inEars macht, ist seine klangliche Anpassbarkeit. Dem Nutzer stehen, wie bereits erwähnt, drei Filtertypen zur Verfügung (grau, schwarz und grün). Diese werden in einer kleinen Box geliefert und es liegt ein Werkzeug zum Wechseln der Filter bei. Die Filter werden in den Schallkanal eingesetzt und schützen einerseits die Treiber und sorgen andererseits durch ihre unterschiedlichen Öffnungen für eine veränderte Klangcharakteristik.

Phonak-Filter

Die schwarzen Filter schwächen die Mitten ab, so dass man Höhen und Tiefen im Verhältnis stärker wahrnimmt. Dieser Filter hat mir am wenigstens gefallen, die Mitten waren mir zu belegt, die Musik wirkte weniger lebendig.

Eine weitere Möglichkeit bieten die grünen Filter für viel Bass. Hierbei werden Höhen und Mitten abgesenkt und so der Bass verstärkt. Das Klangbild bleibt aber für mich weitestgehend natürlich, so dass mit diesen Filtern durchaus gut gehört werden kann. Speziell bassbetonte Musik wie Elektro oder HipHop macht mit den grünen Filtern Spaß. Unterwegs, wo es möglicherweise nicht so sehr auf Natürlichkeit ankommt, sondern eher auf den Beat der Musik, kann man mit dieser Variante sehr gut fahren.

Phonak Audéo PFE 232

Den ausgeglichensten Klang erhält man aber mit den grauen Filtern. Mit diesen hat der PFE 232 auch die höchste Empfindlichkeit, was auf die höchste Durchlässigkeit hindeutet. Das heißt, die Treiber werden am wenigstens beeinflusst und zeigen ihre normale Klangcharakteristik. Der Klang ist in diesem Fall sehr klar und neutral, so dass ich nach anfänglichen Vergleichen meist mit diesen Filtern gehört habe.

Wie lässt sich der Audéo PFE 232 klanglich beschreiben? Mit grauen Filtern erhält man einen sehr ausgeglichenen Hörer ohne Schwächen. Es gab eigentlich keinen Moment mit den PFE 232, in denen mir wirklich etwas gefehlt hätte. Im Vergleich zu Triple-Driver-Modellen, die neben dem Hochtontreiber zwei Treiber für den Bassbereich bereitstellen, fehlt es manchmal etwas an Druck. Dies fällt beim normalen Hören jedoch nicht auf, sondern lediglich beim direkten Vergleich. Der Vorteil der kleinen Druckkammertreiber ist jedoch ihre Impulstreue. Hierdurch ist der Bassbereich sehr klar und gut durchhörbar. Dies zieht sich bis in den oberen Bassbereich fort, so dass auch schnelle Schlagzeugparts mühelos dargestellt werden.

Diese enorme Klarheit wird meiner Meinung nach auch durch die nicht vorhandenen Reflexionen am Außenohr erreicht. Der Schall erreicht quasi direkt das Trommelfell. Der Nachteil dieser bauartbedingten direkten Darstellung ist der fehlende Raum in den Aufnahmen. Reflexionen am Außenohr sorgen bei Schallinformationen für die Ortbarkeit von Musik. Viele Leute beschreiben daher die „Bühne“ von inEars als eng im Kopf befindlich und sehr eingeschränkt. Dennoch ist die Ortbarkeit und die Zuordnung verschiedener Schallquellen innerhalb dieses Raumes problemlos möglich – einzig die natürliche Darstellung eines großen Raumes gelingt hier eher nicht. Das ist allgemein mit inEars der Fall und hat nichts mit dem Phonak im Besonderen zu tun.

Wer zwischen den Treibern des PFE 232 ein „Loch“ im Frequenzbereich vermutet, kann beruhigt werden: Die beiden Chassis sind so gut aufeinander abgestimmt, dass sich kein hörbarer Übergang feststellen lässt. Von den klanglichen Fähigkeiten ist der Mittel-/Hochtontreiber dem Basstreiber in keiner Weise unterlegen. Auch hier stellt sich (mit den grauen Filtern) das Gefühl einer großen Klarheit und Direktheit ein. Die Detailauflösung ist auf sehr hohem Niveau, allerdings nicht vergleichbar zu Top-IEMs (wie zum Beispiel Customs von Compact Monitors (Stage3) oder Ultimate Ears (11Pro), preislich bei/über 1.000 Euro angesiedelt) sowie HighEnd-Kopfhörern. Der Hochtonbereich glänzt durch fehlende Frequenzspitzen, die ansonsten gerne für eine unnatürliche Betonung bestimmter Instrumente sorgen.

Filter-Box
Hier stecken die Akustikfilter drin

Es mag langweilig klingen, aber die Phonak-inEars lassen sich klanglich als sehr ausgeglichene und ehrliche Hörer mit guter Feinzeichnung charakterisieren, ohne dass sie irgendwelche Außergewöhnlichkeiten oder gar Soundeffekte aufweisen würden. Dank dieser Qualität lässt sich mit dem PFE 232 stundenlang ohne irgendwelche Ermüdungserscheinungen hören. Mit grauen Filtern ist der für Stimmen wichtige Mittenbereich außergewöhnlich klar und feinzeichnend, so dass Fans von Singer-/Songwriter oder Jazzpop größte Freude an diesem Hörer haben dürften.

Man kann zwar auch zu Hause durchaus mit IEMs hören, speziell an den Gehörgang angepasste Spitzenmodelle diverser Hersteller sind klanglich auf höchstem Niveau, ihre Vorteile spielen diese Kopfhörer aber in lauteren Umgebungen aus. Mit den passenden Aufsätzen werden die Umgebungsgeräusche so stark gedämpft, dass man die Musik auch bei moderater Lautstärke noch vollkommen zufriedenstellend hören kann. Während man bei geringer Isolation den Pegel so weit erhöhen müsste, dass man es in ruhiger Umgebung als zu laut empfinden würde, gleicht ein IEM dies an. Mit wenig isolierenden Kopfhörern ändert man häufig die Lautstärke, um sie dem Umgebungslärm anzupassen – mit inEar-Monitors passiert das viel seltener.

Phonak Audéo PFE 232

Und trotz der Tatsache, dass sich der Kopfhörer inzwischen zum modischen Accessoire entwickelt hat und längst nicht mehr als Fremdkörper schief beäugt wird, gibt es wohl noch viele Menschen, die nicht gern mit einem großen Ohrwärmer auf dem Kopf durch die Straßen laufen. Sobald man von den kleinen Beipackohrhörern weg will, scheint der Schritt zu IEMs nur sinnvoll zu sein. Und tatsächlich ist die Kombination aus unauffälliger Optik und hoher Klangqualität anders auch nicht zu erreichen. Phonak hat nun dafür gesorgt, dass das, was zu sehen ist, auch einen guten Eindruck macht. Die Hörer glänzen in einem schönen Bronze, welches sie angenehm dezent aber hochwertig aussehen lässt. Das Kabel ist in Schwarz gehalten und hat am Ende einen kleinen Winkelstecker. Ein kleines Detail, was die Langlebigkeit deutlich erhöhen dürfte, wird doch so das Kabel wesentlich seltener direkt am Stecker geknickt, wenn man den Player in der Tasche hat. Diese Belastung ist einer der Hauptgründe für einen Kabelbruch und die daraus folgenden Aussetzer einer Seite des Hörers. Das Kabel selbst neigt wenig zum Verknoten, was beim täglichen Einpacken der Hörer vorteilhaft ist.

Phonak Audéo PFE 232

Der Phonak Audéo PFE 232 ist ein empfehlenswerter Hörer mit vielen Stärken. Er besitzt …

  • ein brillantes, ausgeglichenes Klangbild.
  • eine hohe Impulstreue speziell im Bassbereich.
  • ein kleines und ergonomisches Design.
  • die Möglichkeit zur Anpassung der Klangcharakteristik an persönliche Bedürfnisse.
  • eine vollständige Fernsteuerung inklusive Headset für das iPhone.

Demgegenüber steht eigentlich nur ein großer Punkt: der Preis. Der große Audéo kostet 499 Euro. Andere Hersteller bieten hier teils noch mehr Treiber zu kleineren Preisen. Nicht, dass wir uns falsch verstehen – überteuert ist er nicht. Eine absolute Preisempfehlung wie der kleine Bruder PFE 112 wird er aber wohl nicht werden. Von den Dual-Driver-Modellen, die ich kenne, ist er klanglich dennoch definitiv der Beste. Hinzu kommen das hochwertige Design und das praktische Zubehör.

Vertrieb:
Sintron-Vertriebs GmbH
Südring 14 | 76473 Iffezheim
Telefon: 07229 – 18 29 98
eMail: info@sintron.de
Web: www.sintron-audio.de

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Test: Phonak Audéo PFE 232 | Kopfhörer

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Über den Autor

Equipment

Digitale Quellen: D/A-Wandler: Musical Fidelity X-DACv3 mit PSU CD-Player: Sony SCD-XB790, BDP-S790

Vorstufen: Hochpegel: Marantz AV7005 (AV)

Kopfhörer: AKG 271, AKG 501, AKG 701, Audio Technica A900Ltd, Beyerdynamic DT880, Beyerdynamic T1, Denon D7000, Grado HF-1, Sennheiser HD650, Sennheiser HD800, Sennheister HD800S, UltimateEars Triple Fi Pro

Kopfhörerverstärker: Ray Samuel Audio Emmeline The Hornet, Headamp GS-1 w/DACT, Musical Fidelity X-CANv3 (modifiziert) mit PSU, Meier Audio Corda HeadFive, Corda Swing

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