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Höreindrücke mit der Klangfluss K1

Inhaltsverzeichnis

  1. 2 Höreindrücke mit der Klangfluss K1

Hochtöner der Klangfluss

Zunächst habe ich die Klangfluss K1 dort aufgestellt, wo sonst auch die meisten Boxen – zumindest die Standmodelle – bei mir stehen, und das heißt bei meinem 30-qm-Altbauzimmer: Zwei Meter von der Rückwand entfernt und je einen von den Seitenwänden, von meinen Ohren so um die drei Meter Distanz und ‘nen Tick weniger als Basisbreite (Abstand der Lautsprecher voneinander) gewählt. Die Aufstellung an der „schmalen Seite“ eines Zimmers also, wobei ich das Glück habe, dass hinter meinen Lauschern noch viel Luft übrig bleibt, erst nach deutlich über zwei Metern kommt da die Wand. Meinen Willen zu möglichst „späten“ Erstreflexionen am Hörplatz – oder zumindest doch abgeschwächten – unterstützen zudem ein Teppich, einige Akustikelemente sowie strategisch an den Seitenwänden positionierte Regale. Genug der Vorrede, ich erwähne dies alles nur, weil die K1 sich zunächst in meinem normalen Raumumfeld zeigen musste und also die Hälfte ihrer omnidirektional abgestrahlten Schallenergie in Vorhängen und Absorbern landete. Ich hatte, kurz gesagt, meine Zweifel, dass das alles so funktionieren würde. Würde sich das, was sich für normale Lautsprecher bewährt hatte, hier als falsch erweisen?

Klangfluss K1

Wie klingt es denn nun? Also, tonal betrachtet fast schon auffällig unauffällig. Soll heißen, die Klangfluss, so exzentrisch Sie für manchen ausschauen mag, gibt sich sehr neutral, ich kann zum Beispiel nicht behaupten, dass die Höhen besonders funkeln oder zurückgenommen, die Mitten forsch oder sonor wirken würden – verstanden im Sinne von (leichtem) tonalem Sounding. Die K1 spielt transparent, unverfärbt und für meine Ohren weitestgehend ohne tonale Schlagseite. Was zudem positiv auffällt: Musik erklingt wie aus einem Guss, tonal, aber eben auch timing- und auflösungstechnisch. Der Bassbereich hinkt hier keinen Deut hinterher und feinstoffliches Auflösen von Klangtexturen ist nicht nur das Steckenpferd des Hochtöners.

Eine Sache ist aber auch klar: Wenn es um die Basswiedergabe in Relation zu dem hier aufgerufenen Preis geht, gibt es ganz deutlich substantieller aufspielende und tiefer hinabreichende Lautsprecher. Der Daumenregel „ab einem gewissen Preis zahlt man bei Lautsprechern fast nur noch für den Bass“, würde ich im Großen und Ganzen zustimmen. Zu den Ausnahmen gehört die Klangfluss. Nicht, dass wir uns hier falsch verstehen: Die K1 klingt überhaupt nicht schlank. Die unteren Lagen sind substantiell und hinreichend tief, so dass die K1 insgesamt sehr schlüssig spielt – und vor allem ist dies auch ein sehr schneller, wendiger, impulstreuer Bass. Aber wer 25 kEuro aufruft, wird auch Kunden gegenüberstehen, die deutlich mehr wollen. Und auch der, der „nur“ die Hälfte ausgibt, bekommt zum Beispiel mit einer Ascendo System F mehr Punch, Druck und Tiefgang im Bass geliefert. Was noch nicht mal einer Kritik an diesem Lautsprecher gleichkommt – denn so wie er spielt, spielt er stimmig -, sondern ein schlichter Sachverhalt ist. Die Klangfluss K1 ist einfach nicht in Richtung Maximaldruck und -tiefgang im Untergeschoss entwickelt worden. Das muss man wissen und akzeptieren können.

Granit-Basis des Klangfluss-Lautsprechers
Granit-Basis des Klangfluss-Lautsprechers

Mit den Oberwellenresonatoren genannten Kugeln, die mitgeliefert werden und die den Hochtonbereich omnidirektional streuen, lässt sich die tonale Ausrichtung des Lautsprechers ein wenig steuern.

Oberwellenresonatoren der Klangfluss K1

Tatsächlich klingt Holz etwas wärmer, oder genauer: obenrum bedeckter als Stahl, mit dem es nämlich ein wenig strahlender und funkelnder in den Höhenlagen zugeht, während die Sandsteinkugel sich in dieser Hinsicht wenig vom stählernen Pendant unterscheidet, aber eine etwas weichere, leicht diffusere Linienführung bei der Abbildung der Klänge an den Tag legt. Stahl und Stein waren meine persönlichen Favoriten, aber wie gesagt: Welten tun sich hier nicht auf. Mit den Kugeln gibt man dem Ganzen eher den letzten individuellen Feinschliff.

Test: Klangfluss K1 | Standlautsprecher

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