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Test NAD M2 Thiel CS 3.7 Testbericht fairaudio

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nad m2

Auch dem Kollegen Ralph fielen nach einigen Hörrunden – zum direkten AB-Vergleich diente dabei mein formidabler Fonel Emotion – die Reinheit im Klangbild und damit verbundene Plastizität des Bühnenbildes mit als erstes ins Ohr. Sowie nicht zuletzt die substanzreiche Mittenwiedergabe:

So kann zum Beispiel die Stimme von Kasabians Frontmann Tom Meighans im für meinen Geschmack absolut hörenswerten Song Take Aim (Album: West Ryder Pauper Lunatic Asylum, 2009, eine Mischung aus Krautrock und Britpop, wenn man so will – wer so was mögen könnte, sollte da unbedingt mal reinhören …) kasabian West Ryder Pauper Lunatic Asylumauch schon mal zu nölig-dünn werden – NADs M2 läuft in dieser Hinsicht allerdings nun keinerlei Gefahr und lässt Mr. Meighan vielmehr angenehm sonor und farbig klingen. Um Missverständnissen zu begegnen: Der gehaltvolle und auch akustische Instrumente sehr organisch darstellende Mittenbereich beruht dabei keineswegs auf einer tonal begründeten Üppigkeit oder Wärme, also dem Umstand, dass man dem M2 ein Grundtonbäuchlein oder ähnliches angezüchtet hätte – nein, der Grundcharakter unseres Probanden ist zweifelsohne neutraler Natur.

Vielmehr weisen Instrumente und Stimmen eine, wie ich empfinde, nicht gerade alltäglich zu hörende Deckkraft und Sattheit auf, was einerseits sicherlich durch den erwähnten schwarzen Hintergrund und die damit verbundende stärkere Kontrastwirkung gefördert wird, zum anderen aber ebenfalls dadurch, dass – klar, dies geht ja logischerweise mit einher – auch die Klangereignisse selbst auffallend störungsfrei-rein abgebildet werden, sprich aufgrund der Abwesenheit jeglichen Grauschleiers oder Grizzles entsprechend farbkräftiger und satter scheinen.

the churchUnd mit Sicherheit ist es ebenfalls nicht zuletzt dieser Störungsfreiheit zu verdanken, dass der M2 ein besonderes Händchen für das authentische Nachverfolgen von Texturen, der klanglichen „Fingerabdrücke“ von Instrumenten/Stimmen hat – und zwar nicht nur das Mittenband betreffend, sondern auch in puncto Hochtonwiedergabe: Wunderbar beispielsweise, wie feinsinnig, geschmeidig und körperhaft (und eben nicht die Spur zischelig, artifiziell silbrig, The Grassy Knollporös oder reduziert-kompakt) im Song Numbers der australischen Formation The Church (Album: After Everything Now This, 2002, gut aufgenommener, angenehm zu hörender, melancholisch-melodischer Pop) das Ausschwingen der Becken nachgezeichnet wird und auch in meinen Notizen zu The Grassy Knolls experimentell-jazzig-wuchtigem Paul Has An Emotional Uncle (Album: III, 1998) ist von einer – obwohl grundsätzlich recht vordergründig aufgenommen – „stressfreien“ und „sehr natürlich wirkenden“ Hi-Hat die Rede.

Ja, die oberen Lagen zählen nach meinem Dafürhalten, gerade wenn’s über meine hochauflösenden und sehr feindynamisch ansprechenden Thiel CS 3.7 geht, zweifelsohne mit zu den Schokoladenseiten des NAD M2 – für Class-D-Amps ja nicht unbedingt eine Selbstverständlichkeit. Allerdings sei erwähnt – letztlich ist’s ja immer eine Geschmacksfrage und insbesondere auch von den Charakterzügen des restlichen Teils der Anlage abhängig -, dass es hochtonseitig zwar anstandslos offen, im Zweifelfall aber ein kleines bisserl weniger crisp, frisch oder drahtig zugeht als Normalnull. Nun, die einen werden’s so, die anderen so bewerten – aber vielleicht mag die eigentliche Ursache dieses Eindrucks auch darin zu finden sein, dass der M2 oben rum schlicht und einfach ein kleines bisserl weniger Unrat abliefert als Normalnull …

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Bevor ich’s vergesse: Wahrscheinlich wird es wohl auch vom Impedanzverlauf der verwendeten Lautsprecher abhängen, aber in Sachen Hochtonfrische tat sich bei meinen Versuchen ganz leicht etwas, wenn an der erwähnten regelbaren Impedanzanpassung gedreht wurde, höhere Ohm-Werte ließen es dabei tendenziell eine Spur dezenter tönen. Über meine Thiel CS 3.7 empfand ich’s bei vier Ohm am stimmigsten, Welten taten sich beim Regeln aber freilich nicht auf …

Aber wie dem auch sei – der M2 zählt sicherlich nicht zu den Vertretern seiner Zunft, die ein betont zackiges, extrem „schnelles“, aufs erste Hören spektakulär wirkendes Klangbild abliefern – auch die unteren Lagen schließt dies ein: klinikIn Sachen Bassquantität und Tiefgang gibt sich der M2 ausgewogen beziehungsweise anstandslos weitreichend – und vorwärtstreibende Bassläufe, wie beispielsweise auf der erwähnten The Grassy Knolls Scheibe zuhauf zu hören, oder, zugegebenermaßen schon ein wenig ins Extreme gehende, harte Elektrobeats der Marke Klinik (Album: Awake, 1996) bereiten zwar, keine Sorge, auch über den M2 eine Menge Spaß, geraten aber etwas weniger federnd-straff beziehungsweise knallig-konturiert als zum Beispiel über meinen Fonel Emotion oder die sehr trocken-rhythmisch agierende Endstufe Myryad MXA 2150.

Test: NAD M2 | Vollverstärker

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