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Klang Music Hall Trio 2.0 (Teil II)

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  1. 3 Klang Music Hall Trio 2.0 (Teil II)

Nun stellt sich mir die Frage, ob der Trio über den USB-Eingang anders klingt als über CD. Der Anschluss an den Rechner ist leicht: Einfach nur den eingeschalteten Trio mit einem USB-Kabel an den laufenden Rechner anschließen und dieser meldet, dass ein neues Audio-Ausgabegerät erkannt wurde. Bestätigen, dass das Gerät verwendet werden soll (beim PC werden gegebenenfalls noch automatisch Treiber installiert), und schon gibt der Music Hall Musik vom Rechner wieder.

Detail des Music Hall Trio 2.0

Die Unterschiede zur CD-Wiedergabe sind freilich nur marginal. Nach einigem Herumexperimentieren mit verschiedenen Playern (Foobar, Media Monkey, JRiver, Banshee) und Schnittstellenkonfigurationen (WASAPI, ASIO sowie die Schnittstellentreiber der einzelnen Programme) habe ich den Eindruck, dass das Gros der gehörten Unterschiede auf Seiten des Computers liegt. Media Monkey mit WASAPI klingt minimal „fetter“, Foobar mit Kernelstreaming einen Hauch schlanker und konturierter. Insgesamt bewegt sich die Performance des USB-Anschlusses auf dem Niveau der CD-Wiedergabe.

Musik vom Laptop mit dem Music Hall Trio

Ein wenig überrascht mich allerdings schon, dass der Trio mir die Unterschiede beim Wechsel der Player-Software so klar aufzeigt. Das könnte unter anderem dafür sprechen, dass der Verstärkerteil des Music Halls recht gut (sprich: „durchlässig“) sein muss, wenn die Unterschiede auf der digitalen Ebene so deutlich hörbar gemacht werden. Also schließe ich probehalber in den Logitech Transporter als externen Zuspieler an den Trio 2.0 an …

Und erwische mich ernsthaft bei der Frage, was mein immerhin 7.000 Euro teurer Vollverstärker Musical Fidelity AMS 35i denn eigentlich mehr bietet! Okay, eine kurze Hörsitzung im direkten Vergleich rückt die Verhältnisse dann doch wieder zurecht. Beispielsweise bei akustischem Kontrabass, etwa auf This One’s for Dinah von China Moses und Raphael Lemonnier. Hier finde ich China Mosesdie Interpretation des Dinah-Washington-Klassikers „What a Difference a Day Makes“ immer wieder überzeugend. Und da hat der Musical Fidelity AMS 35i noch deutlich mehr Einzelheiten zu berichten und klingt straffer, souveräner und tiefer als der Music Hall Trio 2.0. Aber trotzdem: Falsch ist es nicht, was der Trio da so tut. Ähnliches gilt auch für andere Aspekte: Im Detail ist der mehrfach teurere Musical Fidelity dem Music Hall (natürlich) immer überlegen, aber der schlägt sich bei diesem sehr unfairen Vergleich erstaunlich wacker. Zu diesem Kurs ist das einfach eine tolle Performance!

Auf jeden Fall kann von der Verstärkung des Music Hall Trio 2.0 ein höheres Klangpotenzial abgerufen werden, als der interne CD-Player „ausreizt“. Spielt der Trio CDs, halten sich Bässe und Höhen gegenüber der Wiedergabe über den Transporter nämlich etwas zurück und das Klangbild gerät insgesamt etwas flacher und vordergründiger.

Music Hall DAC auf dem Schreibtisch

Um dem Verstärkerteil sein volles Potenzial zu entlocken, benötigt man aber nicht unbedingt einen Netzwerkplayer wie den Transporter – der ja allein schon fast doppelt so viel kostet wie der komplette Music Hall Trio 2.0! In den Karton, in dem der Trio bei mir ankam, hatte der Vertrieb noch einen Music Hall DAC 15.2 (um die 300 Euro) gepackt. Das kleine Gerät nimmt Daten elektrisch (Cinch), optisch (Toslink) und via USB entgegen. Das Ganze bis 24 Bit/192 kHz beziehungsweise 96 kHz via USB. An meiner „Schreibtischanlage“ haut mich der kleine DAC vom Hocker respektive vom Bürostuhl: Was im Nahfeld zusammen mit meinen Genelec 8020 (die größeren Modelle gab’s hier im Test) abgeht, ist schon mal großes Kino.

Music Hall: Trio und DAC15.2

Als Alternative zum internen USB-Wandler des Trios eingesetzt, wird mir schnell klar: Der externe DAC scheint ein anderes Kaliber zu sein. Ich füttere den DAC 15.2 mit einem S/PDIF-Signal aus dem Transporter, sodass ich meinen Netzwerkplayer mit dem externen Music-Hall-DAC vergleichen kann. Und der macht schnell klar, dass er trotz seiner geringen Baugröße und seines gemäßigten Preisschildes hohe Ambitionen hat. Er klingt lebendig, gibt auch an den Enden des Frequenzspektrums nicht nach und punktet mit einem ordentlichen Auflösungsvermögen. Aber gut, hier geht es in erster Linie um den Trio, fassen wir also zusammen …

Test: Music Hall Trio 2.0 |

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