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Test: Music Hall Trio 2.0 | Klassische Kompaktanlagen

Inhaltsverzeichnis

  1. 1 Test: Music Hall Trio 2.0 | Klassische Kompaktanlagen

Februar 2013 / Martin Mertens

Vor mir steht der Music Hall Trio 2.0. Als updategeplagter Computer-User frage ich mich unweigerlich, was denn bei der 0.1.5 beta so alles geplant war, was davon bei der 1.0.0.13 realisiert wurde und welche Neuerungen schließlich den Versionssprung von der 1.7.15 auf die 2.0 gerechtfertigt haben. Beim Trio von Music Hall (Vertrieb: www.phonar.de) ist die Sache einfacher: Die aktuelle Version hat gegenüber der 1.0, die einfach nur Trio hieß, noch einen USB-Anschluss spendiert bekommen.

Trio heißt das Gerät, weil es sich um einen CD-Receiver handelt. Die Komponente vereint also einen Tuner, einen Verstärker sowie einen CD-Player in einem Gehäuse. Ging der Trend im 20. Jahrhundert vornehmlich dahin, die HiFi-Anlage in möglichst viele große, getrennte Komponenten aufzuteilen – „Kompaktanlagen“ waren in audiophilen Kreisen verpönt –, so scheint sich dies im 21. Jahrhundert zumindest teilweise in die Gegenrichtung zu entwickeln. Immer mehr winzige Subwoofer-Satelliten-Lautsprechersysteme kommen auf den Markt und viele High-End-Hersteller bieten auch in deutlich gehobenen Preisklassen Kompaktanlagen beziehungsweise All-In-One-Lösungen an. Insofern haben wir mit dem Music Hall Trio 2.0 ein modernes Gerät vor uns. Das äußert sich unter anderem darin, dass der interne D/A-Wandler jetzt auch externen digitalen Signalen zur Verfügung steht und nicht nur der CD-Sektion. Bis 24 Bit/96 kHz nimmt er digitale Musiksignale via USB entgegen.

Music Hall Trio 2.0

Es gibt auch einen Mono-Anschluss für einen aktiven Subwoofer, und da eine HiFi-Anlage heutzutage auch gerne bei Video und Fernsehen für den guten Ton sorgt, hat der Trio 2.0 entsprechende Ein- und Ausgänge, die als S-Video- oder Cinchbuchsen zur Verfügung stehen. Der Music Hall greift hier das Audiosignal ab und gibt die Bildinformation an den angeschlossenen Fernseher weiter.

Anschlüsse Music Hall Trio 2.0

Auch ansonsten gibt sich der Music Hall Trio gut ausgestattet. Vier Paare Cinchbuchsen dienen dem Anschluss von weiteren Quellgeräten. An Ausgängen gibt es, neben dem bereits erwähnten Subwoofer-Out, noch einen Vorverstärker- und einen Line-Ausgang für ein Aufnahmegerät sowie einen Toslink-Ausgang für das S/PDIF-Signal des CD-Players. Wer mag, kann die digitalen Signale des CD-Spielers also auch extern weiter verarbeiten lassen. Ansonsten stehen noch Terminals für zwei Stereo-Lautsprecherpaare zur Verfügung – alternativ können die doppelten Lautsprecherausgänge natürlich auch für Biwiring-Zwecke genutzt werden. Und wer schon mal auf Kopfhörer zurückgreift, findet auf der Front einen entsprechenden Klinkenanschluss. Ach ja: Natürlich gibt es für die beiliegende einfache Zimmerantenne auch zwei schlichte Klemmanschlüsse, und Antennenkabel nehmen in Form einer 75-Ohm-Koax-Buchse Verbindung auf.

Music Hall Trio 2.0 - Rückseite

Angesichts der recht üppigen Ausstattung möchte ich natürlich gleich noch mehr: Weshalb zum Beispiel den Digitalausgang nicht auch elektrisch in Form einer Cinchbuchse zur Verfügung stellen? Und warum gibt es eigentlich keinen digitalen Eingang für S/PDIF-Signale?

An den Eckdaten der Verstärkersektion gibt es wenig zu bekritteln. Zweimal 50 Watt an 8 Ohm sollten, nüchtern betrachtet, für die meisten Heimanwendungen inklusive der Beschallung der einen oder anderen Party ausreichen. Beim Blick in das Gerät überraschen der sorgfältige Aufbau und vor allem der üppige Netztrafo.

Netztrafo Music Hall Trio 2.0

Über die CD-Sektion ist wenig in Erfahrung zu bringen. Als Wandlerbaustein kommt ein Texas Instruments PCM1738 zum Einsatz, ein solides Arbeitstier, das allerdings nicht den aller-aktuellsten Stand repräsentiert.

Music Hall Trio 2.0 - Innenansicht

Wenn ich ehrlich bin, gefällt mir der Trio 2.0. Er ist so beruhigend pragmatisch und unprätenziös. Für die 1.200 Euro, die der Händler für ihn aufruft, bekommt man ein erfreulich solides Gerät, das weitgehend auf Firlefanz verzichtet. Gut, die Frontplatte, die es wahlweise in Silber oder Schwarz gibt, macht ein bisschen auf dicke Hose: Sie protzt mit 12 mm Materialstärke. Die korrosionssicher vergoldeten Cinchanschlüsse sind lobend hervorzuheben und die Lautsprecherklemmen kommen mit allem zurecht, was noch halbwegs als „normal“ durchgeht. Kabel, die hier keinen Anschluss finden, kosten im Durchschnitt ein Mehrfaches des Trio.

Bedienung des Music Hall Trio 2.0

Auch die Bedienung leistet sich wenig Extravaganzen. Der linke Drehknopf dient zur Lautstärkeregelung. Diese funktioniert elektronisch, der Drehknopf ist also lediglich ein Impulsgeber. Trotzdem setzt er den Fingern beim Drehen einen angenehm satten Widerstand entgegen. Der rechte Drehknopf dient der Eingangswahl. Betätigt man ihn, verkündet das Klicken von Relais aus dem Inneren des Geräts die entsprechende Weichenstellung fürs Signal. Nach einem Druck auf diesen Knopf lässt sich die Aufnahmequelle für den Rekorderausgang wählen. Das dimmbare Display auf der Front zeigt die jeweils ausgewählten Funktionen: Lautstärke, Eingangs- beziehungsweise Rec-Out-Quelle, Rundfunkfrequenz beziehungsweise RDS-Information oder Tracknummer und Spielzeit bei der CD-Wiedergabe. Wer lieber im Sofa sitzen bleibt, kann den Music Hall Trio 2.0 auch über die Fernbedienung steuern. Leider ermöglicht es der Geber nicht, zwischen den Quellen umzuschalten. Wer also eine CD hört und auf das Radio umschalten möchte, muss aufstehen.

Test: Music Hall Trio 2.0 |

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