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Minipod Box Yamaha Verstärker Harman Kardon Testbericht fairaudio

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Nebenan im Wohnzimmer nehmen die Minipods auf Boxenständern Platz und dürfen mit demselben Song an die Yamaha-Kombi. Was fällt sogleich auf? Zwei Dinge: Zum einen ein angesichts der Miniabmessungen dieser Lautsprecher erstaunlich minipod s großer, sauber ausgeleuchteter Raum, und das nicht nur in einem engen Sweet Spot. Zum anderen eine vergleichsweise differenzierte und seidige Wiedergabe der im Song reichlich vorhandenen, obertonreichen akustischen Percussion – als da wären Congas, Rimshots, recht hart gespielte Hi-Hats, diverse Splash-Becken. Auch das tonal und räumlich vielschichtige Arrangement des Songs „Glory & Consequence“ vom gleichen Album reproduzieren die Minipods einwandfrei, wenngleich auch nur bis zu gehobener Zimmerlautstärke. Deutlich darüber hinaus hochgedreht, wird’s im Bass lückenhaft und im Mittenbereich in der Folge etwas unpräzise, sodass sich dann schon sowas wie das Bedürfnis nach einem Subwoofer meldet.

Ich lege als nächstes die isländischen Träumer Sigur Rós sigur rosauf, das Album Ágætis Byrjun, Track 4, „Flugufrelsarinn“, ein Stück, das von einem langsamen Basslauf, verhallten Gitarren, drängendem Gesang lebt, sich langsam hochschaukelt und sich schließlich in einem herzzerreißenden Refrain entlädt. Der Bass ist – wiederum im mittleren Lautstärkebereich – drahtig und sauber. Weit und tief dazu die Bühne; die Minipods wirken erfreulich unangestrengt. Was sicherlich auch daran liegt, dass diese Einspielung mit einem zwar elektrischen, aber nicht allzu tief in Richtung Keller gehenden Bass auskommt.

The Notwist – „Chemicals“, ein Lied, in dem die Einwahlgeräusche eines alten 14.400er-Modems versteckt sind (na, wer findet’s?), zeigt dagegennotwist die Grenzen der Minipods auf. Die recht hochfrequenten, elektronisch erzeugten Fritzel- und Fratzelgeräusche zu Beginn klingen für meinen Geschmack etwas zu spitz und verfälscht, wenn der Pegelsteller die 9-Uhr-Position überschreitet. Die heisere Stimme von Markus Acher erscheint mir hier insgesamt eine Spur zu verkratzt und gerät über einen ausgewachseneren Lautsprecher wie Nuberts nuBox 681 deutlich nuancierter, geschmeidiger und besser ins Gesamtbild integriert.

grant greenDie Minipods können durchaus zufassen und sich rhythmisch geben. Grant Greens „Sookie Sookie“ in der Live-Version zeigt mit knackigen Snare-Schlägen und einer virtuos gespielten Gibson ES-330, dass die Minipods dynamisch und flink aufspielen können. Kurze, saubere Attacks werden impulsgetreu reproduziert. Die in A/B-Mikrofonie eingefangene Live-Atmosphäre wird ausgesprochen vital im Hörraum abgebildet.

Wir wechseln ins klassische Fach: Wolgang Amadeus Mozarts Requiemmozart von SACD, eine hervorragende Produktion von Farao Classics. Die Eröffnung gefällt erneut mit Weite und Tiefe, sehr natürlichen, sauber gestaffelten Streichern und einer realistischen Konzertsaal-Akustik, doch in Teil III (Sequentia), beim berühmten „Dies irae“-Chor kommen wir an Grenzen: Der Chor ist hier mehr oder weniger ein Block, bei dem einzelne Stimmen tonal (nicht räumlich) nicht wirklich gut differenziert werden. Andererseits – wer hört schon ein Requiem über Miniaturlautsprecher?

Nachdem die Yamaha- und die Harman/Kardon-„Transen“ ihren Teil gespielt haben, wage ich noch Hördurchläufe mit zwei wattschwachen Röhrenverstärkern, was zwei Resultate bringt: Die Darstellung höchster Höhen, auch artifizieller/elektronischer, gelingt nun milder und angenehmer. Zudem: Es scheint mir die Empfindlichkeit von 89 dB/W/m etwas sehr „wohlmeinend“ angegeben zu sein. Ich muss die Verstärker schon auf 12 Uhr aufreißen, um den Minipods gehobene Wohnzimmerlautstärke abzuverlangen. Ein Minipod wird sich in der Regel wohl am liebsten mit einem spielfreudigen, aber nicht höhenbetonten Transistorverstärker paaren …

Test: Scandyna Minipod S | Kompaktlautsprecher

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