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Test Stand-Lautsprecher Geithain ME150 ME 150 Thiel CS 2.4

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  1. 4 Test Stand-Lautsprecher Geithain ME150 ME 150 Thiel CS 2.4

Dieser Lautsprecher liefert nicht nur eine tadellos sortierte und lokalisationsscharfe Raumabbildung, sondern vermag es, in höchst angenehmer Weise ein (ja, ja ich weiß, klingt abgegriffen – passt aber) „mitten drin, statt nur dabei“-Gefühl zu vermitteln. Die Geithain ME150 gehört zu den Lautsprechern, die sich nicht allzu zieren, die Grundlinie (die gedachte, kürzeste Verbindung bzw. Linie zwischen den Boxen) auch mal nach vorne zu übertreten.

Allerdings ohne dabei auch nur die Spur penetrant beziehungsweise frontal zu wirken – das Bühnenbild wird einem nicht quasi wir ein flaches Brett vor die Nase geknallt, sondern erhält ein gleichsam markantes wie authentisch wirkendes Tiefenprofil.

geithain

Nun zum (obligatorischen) Mäkelteil: Probleme bereitete mir zunächst die Darstellungsweise der obersten Lagen, was in gewisser Weise auch die ansonsten hervorragende – wie eben beschriebene – räumliche Abbildung beeinflusste.

Doch einfach mal der Reihe nach und auf den eingangs erwähnten Umstand zurückgekommen, dass es mit dem flotten „Plug & Play“ bei mir nicht so richtig wollte. Dies lag aber weniger an irgendwelchen Problemen in puncto Aufstellung oder Raumakustik, als vielmehr an der Tatsache, dass die Geithain ME150 ein Bi-Wiring-Terminal aufweisen. Was daran „Plug & Play“– hinderlich ist? Eigentlich nichts. Normalerweise (ich gestehe, dass ich aus pragmatischen Gründen eher kein ausgemachter Bi-Wiring-Fan bin) tauschen wir die meist beiliegenden Blechbrücken ohne groß Federlesens gegen kurze Käbelchen aus und lassen Gott `nen guten Mann sein. Zumindest, wenn uns dann im weiteren Verlauf der Hörsitzungen nichts Verdächtiges auffallen sollte. Im Falle unseres Probanden war ein solcher Austausch aber nicht mal nötig, schneite die ME150 doch bereits mit ordentlich aussehenden Kabelbrücken bei uns ein.

Für meinen Geschmack tönte die so ausgerüstete Sächsin aber anfänglich etwas, na ja, sagen wir mal, zu erdig – es fehlte an Offenheit, an Luftigkeit (an Air, wie es in amerikanischen Magazinen heißt) geithainin den allerobersten Frequenzetagen. Becken – deutlich bemerkbar in Oystein Sevags Stück Hanging Gardens – klangen dadurch einen Tick grober und weniger feinzerstäubt, Pianoläufe und Streicher etwas stumpfer als gewohnt. Auch bühnentechnisch betrachtet – ich hatte es weiter oben bewusst noch nicht erwähnt – machte sich dieses bemerkbar: Fehlt es an Air, so mangelt es in der Regel auch ein wenig an Zusammenhang, an „Füllstoff“ zwischen den einzelnen Akteuren in der Musik – darüberhinaus wirkt in solchen Fällen das Bühnenabbild in seiner Höhe meist etwas reduzierter.

Nun, all dies besserte sich. Und zwar infolge einer augenscheinlich geithainziemlich profanen Maßnahme: Ich hatte einfach andere Kabelbrücken ans Terminal geklemmt. Um aber Missverständnissen vorzubeugen: Die von uns verwendeten Käbelchen stellen weder eine besondere Empfehlung dar noch sind sie von uns in stundenlangen Hörsitzungen mit Liebe ausgesucht. Nichtsdestotrotz funktioniert es, warum auch immer, zufriedenstellender …

Das Ende der Fahnenstange war aber immer noch nicht erreicht – entgegen meiner sonstigen Gewohnheiten schnallte ich nämlich noch ein recht kostspieliges Bi-Wiring-Kabel von Atlas an (auch dies ist nicht als konkrete Empfehlung zu verstehen).

Zu einem Ausbund an Luftigkeit mutiert die Geithain zwar auch an dieser Strippe nicht, als objektives Manko lässt sich das Ganze aber ebenfalls nicht mehr aufrechterhalten. Sowohl Kollege Ralph als auch Kollege Martin konnten meinen Hinweis zwar nachvollziehen, dass sowohl eine Sehring 703 SE als auch eine Thiel CS 2.4 in dieser Beziehung einen Tick mehr auf Lager hätten, sahen sich aber dadurch im Musikgenuss, den die (im Vergleich sogar etwas preiswerte) ME150 insgesamt vermittelt, eher wenig eingeschränkt.

Zumal die Sächsin in anderen Belangen gegenüber ihre Kolleginnen punktet: Und zwar vor allen Dingen in Sachen Tiefgang und Dynamik (im Vergleich zur Sehring S703 SE) sowie Farbigkeit und Wärme in den Mitten (im Vergleich zur Thiel CS 2.4).

Ja, wie nicht gerade selten, ist alles auch immer eine Frage des persönlichen Gustos – man gut, dass ich an dieser Stelle keine „objektiven“ Noten verteilen muss. Lieber zitiere ich zum Abschluss noch mal aus einer eMail, die ich im Anschluss an unsere gemeinsame Hörsession von dem sonst eher abgeklärt wirkendem Martin erhalten habe. „Einfach geil die Teile!“, hieß es da recht knapp in Bezug auf die Geithains. Na ja, wenigstens hatte er anstandshalber noch ein „Sorry, ob des wenig gewählten Ausdrucks.“ hinterher geschoben …

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Test: Geithain ME150 | Standlautsprecher

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