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Test Gamut Phi5 Testbericht fairaudio Bühnenabbildung, Mitten

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Dafür, dass es bei aller Präzision und dem durchaus „anmachenden“ Klangbild keineswegs unangenehm wird, sorgt nicht zuletzt der Hochton. Ich erinnere mich noch, wie ich – eigentlich auf das erwähnte Preteen Weaponry Part II aus – versehentlich kurz das erste Stück der CD anspielte (welches sinnigerweise Preteen Weaponry Part I heißt): Gerade zuvor hatte mich über meine Thiel CS 2.4 die gleich zu Anfang des Titels einsetzende Beckenarbeit von Drummer Kid Millions ein wenig genervt: Etwas zu dünn-reduziert klang es und eben drum auch etwas unangenehm hart. Was sich über die Gamut Phi5 dann sofort entspannter anhörte: Aber eben nicht, weil diese oben rum betont mild, rund, weich etc. agieren würde – dies hatte ich aber auch schon oben klargestellt.

gamut phi5

Nein, die Phi5 versteht es vielmehr, Töne nicht nur anzureißen (was sie, wie ebenfalls bereits erwähnt, recht zackig tut), sondern weitgehend vollständig „auszuführen“: Und dazu gehört nun mal auch, den Nachhall, den „Klangkörper“ von Becken oder, ums allgemein auszudrücken, das Sustain von Tönen in gebührend akkurater Weise nachzuzeichnen. Das Fehlen solcher „Klangmasse“ ist ja häufig der Grund für einen unangenehm „analytisch“ wirkenden oder klangfarbenarmen, sterilen Höreindruck.

Mit solchen Auswüchsen hat Gamuts Phi5 generell nichts am Hut: Geigen klingen zu keiner Zeit schneidend, Stimmen keinesfalls dünn und Westerngitarren so holzig – und eben nicht Metallsaiten-überbetont – wie sich’s gehört: Der Mittenbereich gibt sich also ebenfalls anstandslos farbecht …

… und liefert zudem eine Extraportion Lebendigkeit. Zurückhaltend gerät‘s ab Mittenbereich aufwärts jedenfalls nicht gerade: Hier verbirgt sich, neben der Affinität der Phi5 für eine zackige Attackphase, mit ein Grund, warum diese Box – wie bereits erwähnt – eine eher anspringend-direkte, griffige Spielweise an den Tag legt, als dass man ihr eine betont geschmeidig fließende Gangart oder ein „laid back“-Naturell unterstellen könnte.

Die Lebendigkeit der Gamut Phi5 fußt also auch auf tonalen Gegebenheiten: Sie klingt von Kopf bis Fuß sehr definiert, durchtrainiert, befreit sich aber auch ein wenig von der Schwere des Bassbereiches, der bei ihr durchaus tief hinunter reicht, aber gegenüber dem Rest des Frequenzbandes dennoch zurückgenommen wirkt. Ein Grundtonbäuchlein hat sich Gamuts Phi5 ebenfalls nicht angefuttert.

Aus diesen Grund bekommt zum Beispiel Blaine L. Reinigersblaine l. reiniger (einer der „Tuxedomooner“) hörenswertes Mystery And Confusion (Album: Night Air Plus, 1983, Remastered in 2002) ein etwas weniger tragendes Tieftonfundament zugesprochen als dies beispielsweise über die wunderbar ausgeglichene Sehring S703 SE (5.600 Euro) geschieht, gleichzeitig wirken die Stimme Blaine L. Reinigers und die in den höheren Frequenzetagen spielende Perkussion einen Tick dominanter, sprich direkter und unmittelbarer.

Noch gar nichts verloren hatte ich über die Bühnenabbildung: Offen gerät diese. Zudem löst sie sich anstandslos von den Boxen ab: Wie man das von guten Wandlern erwartet, wird zwischen den Boxen ein glaubhafter Raum aufgezogen, sprich ein homogenes Bühnenbild virtualisiert. Ein Ausbund an strenger Organisation ist das Ganze in sich aber nicht unbedingt: Mit dem berühmten Einrasten, bei dem einzelnen Akteuren ein fester Punkt im Geschehen zugeordnet wird, der dem Hörer das Gefühl vermittelt, genau an der Stelle stehe etwas, was man greifen könnte, nimmt’s Gamuts Phi5 nicht ganz so genau.

Test: Gamut Phi5 | Standlautsprecher

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