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Quadral Aurum Montan VIII Bi-Wiring Real Cable fairaudio

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Denn dieser Wandler hat so oder so noch einige Stärken in petto: Strange Atractors erwähntes Album Mettle – ein höchst interessanter, experimenteller Mix aus Jazz und Ambient übrigens – besticht nicht nur durch charismatische und aufnahmetechnisch hervorragend eingefangene Stimmen, sondern auch aufgrund recht abgründiger, gehaltvoller Tieftonwelten.

real cable

Die Innenverkabelung der Montan VIII stammt von der hauseigenen Marke Real Cable.

Und ja, damit diese Musik beim Hörer die richtige Wirkung hinterlässt, braucht’s in jedem Fall einen Wandler, der in Sachen Bass weiß, wo der Barthel den Most holt. Und die VIIIer weiß da ganz genau Bescheid: Tief, satt und konturiert – so lässt sich dass, was die Montan VIII unten rum zu Werke bringt, kurz und knapp auf den Punkt bringen. Zum Wörtchen „konturiert“: Vielleicht mag‘s Wandler geben, die es in den unteren Lagen noch ein bisserl durchgezeichneter können, aber wie so oft macht es die Mischung – und das Zieldilemma aus möglichst „trocken und präzise“ und bitte zudem „schön Fleisch am Spieß“ löst die Quadral Montan nach meinem Dafürhalten absolut vorbildlich.

Dass die Montan VIII in Sachen Rhythmik und Dynamik einiges los hat und einen zudem auch bei nicht so audiophilen deus in a bar under the seaAufnahmen zum Grooven bringen kann, beweist sie beispielsweise beim Song Fell Off The Floor, Man der belgischen Formation dEus (Album: In A Bar, Under The Sea, 1996). Neben Schlagzeug, Bass und rhythmischen Gesang gibt es alle paar Takte eine infernalische Gitarreneruption zu verdauen. Und ich bin mir sicher, dass die Montan VIII jemanden, der den Song zum ersten Mal hört – so ansatzlos und unverhofft, wie die Hannoveranerin diese Eruptionen in den Raum stellt -, hochschrecken, wenn nicht sogar regelrecht erschrecken wird …

Zu dem Zeitpunkt, als ich die dEus-Scheibe eingelegt hatte und meine Notizen dazu festhielt, lagen meine ersten Hörrunden bereits quadral aurum montandrei Wochen zurück: Und nicht nur mit Blick auf Tom Barmans und Stef Kamil Carlens’ Gesangseinlagen in Fell Off The Floor, Man fiel mir nun – im Vergleich zu dem, was ich sonst von homogen spielenden Wandlern gewöhnt bin – nichts mehr auf, was in Sachen Stimmwiedergabe objektiv bekrittelnswert wäre. Auch Hi-Hat und Becken gaben sich durchweg ähnlich integriert, wie ich’s von meinen ausgewogen tönenden Sehring oder Thiel CS 3.7 her kenne – nichtsdestotrotz machte der Hochton in Sachen Transparenz und Feindynamik freilich nach wie vor (positiv) auf sich aufmerksam.

Was hatte sich geändert? Nun, standardmäßig leine ich die meisten Boxen zunächst mit meinen Single Wire HMS Fortissimo Strippen an (die wir Anfang 2008 im Test hatten, 1.690 Euro/3 Stereometer) und alles in allem harmonieren die Fortissimos – bei Bi-Wiring Terminals von hochwertigen Kabelbrücken unerstützt – meist anstandslos. Ansonsten hat’s in meinem „Kabelarchiv“ freilich noch einige andere Binder, mit denen sich rumexperimentieren lässt.

real cable

Der blaue Gartenschlauch heißt Real Cable BW OFC 400. Daneben das HMS Fortissimo.

Im Falle der Montan VIII kam mir jedoch nach der ersten Woche die Idee, für diesen Test zusätzlich ein von Quadral vertriebenes Real Cable Bi-Wiring Kabel (das BW OFC 400, Preis: 399 Euro/ 3 Stereometer) zu ordern, um letztlich zwei Fliegen mit einer Klappereal cable zu schlagen: Die einheitliche Fortführung der internen Real Cable Verdrahtung unseres Testprobanden nach außen (zumindest theoretisch soll dies ja vorteilhaft sei, ich selber habe da, ehrlich gesagt, noch nicht genügend aussagefähige Versuche unternommen, um mir eine valide Meinung bilden zu können) und die Bi-Wiring-Ansteuerung wurden so in einem Abwasch möglich (Leitzeters bringt meiner Erfahrung nach mal mehr, mal weniger; ein ausgewiesener Bi-Wiring Fan bin ich allerdings, zugestandenermaßen auch aus pragmatischen Gründen, nicht).

Und auch auf die Gefahr hin, dass mich einige von Ihnen nun als Voodoo-Zeremonienmeister oder Zubehörsverschwörer klassifizieren werden: Mit der Real Cable’schenquadral montan VIII Bi-Wiring Ansteuerung bekam das Klangbild den letzten Feinschliff, der aus einem fürs Geld objektiv guten Lautsprecher einen Wandler macht, der mich persönlich, und das schreibe ich wirklich nicht nur einfach dahin, sehr stark zu begeistern vermag: Nicht nur, dass sich, wie erwähnt, die weiterhin sehr transparenten Höhen besser integrieren – das ganze Klangbild gewinnt: Denn sowohl der Bassbereich als auch die Bühnendarstellung, die ein ordentlich in sich verortbares, offenes, sich bestens von den Boxen lösendes Raumgefühl vermittelt, bekommen (zumindest im Vergleich zu den Kabeln, die ich versucht hatte: siehe grauer Kasten auf der ersten Seite) eine willkommene Extraportion Struktur und Definition mit auf den Weg.

Ich will aus diesem Lautsprechertest aber nun keinen Kabel-Test machen und schon gar keinem Strippenfetischismus frönen. Mein Resümee aus der ganzen Gesichte lautet schlicht: Gönnen Sie der Aurum Montan VIII beim Probehören alternativ zu einer eventuell vom Händler standardmäßig verlegten Single-Wire Strippe unbedingt eine Bi-Wiring Verkabelung. Und sollte das BW OFC 400, das sich nach meiner Einschätzung zumindest an der Montan VIII in Sachen Preis-/Leistungsverhältnis hervorragend schlägt, greifbar sein, könnte es sich ebenfalls lohnen, dieses einmal intensiver anzuhören.

Test: Quadral Aurum Montan VIII | Standlautsprecher

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