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Sonus faber

Die Quadral Aurum Montan VIII im Hörraum …

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  1. 3 Die Quadral Aurum Montan VIII im Hörraum …

quadral montan VIII klang

Die Musik der beiden aus Österreich stammenden und unter dem Namen Hey-O-Hensen firmierenden Wahlberliner Helmut Erler und Michael Wolf ist schon ein wenig eigen: Eine verspielte, rhythmische, bisweilen hochmelodiöse Mischung aus Dub und Chanson – so könnte man das auf dem Album l’éléphant cruel (2000) Gebotene wohl am ehesten beschreiben. Das Stück (d)night out weist neben einer einfachen, aber wunderbar lieblichen Gesangsmelodie eine ziemlich gehaltvolle, transientenreiche Hochtonwelt auf: Dafür sorgt neben der dichten Perkussion eine ganze Palette an abwechslungsreich arrangierten Klangeffekten.

hey und hansen

Und gerade solche Musik macht bereits aufs erste Hören deutlich: Die Quadral Montan VIII ist zweifelsohne eine Liebhaberin von Details – in Sachen Feinauflösung und Feindynamik geht’s jedenfalls schon als recht großes Kino durch, was die Folienmembran einem da aufs Trommelfell projiziert. Gänzlich unverschmiert, zackig und transparent werden die vielen winzigen Kleinigkeiten, die dieses Stück bereithält, offenbart – und zwar ohne, dass die Montan VIII dabei irgendeinen unangenehm analytischen oder bissigen Charme versprühen würde: In dieser Hinsicht nicht ganz „ungefährliche“ und gerade deshalb zu Testzwecken gerne von mir eingelegte Titel – wie zum Beispiel Skinny Puppys fulminat-genial-lärmiges Dig It peter gabriel(Album: The Perpetual Intercourse, 1986) oder das für meine Begriffe eher steril abgemixte (zumindest in der mir vorliegenden CD-Variante) Sledgehammer von Peter Gabriel – geraten über die VIIIer durchweg verdaulich. Keine Selbstverständlichkeit bei solch auf Transparenz bedachten Wandlern.

Aber nicht, dass wir uns falsch verstehen: Akkurate Spielgefährten (ich selbst hatte bei diesen Stücken den Fonel Simplicitè sowie den Fonel Emotion am Start) werden dabei freilich vorausgesetzt – als Hochton-Unreinheiten kaschierender „Abdeckstift“ wird der agile Hochtöner der Aurum im Zweifelsfall eher weniger zu gebrauchen sein. Zudem scheint – das möchte ich vorsichtshalber nicht unerwähnt lassen – dem Hochtöner nach längeren Standpausen ein kleineres Warm-up gut zu Gesicht zu stehen. Quadral zufolge eigentlich bereits im eingespielten Zustand bei mir eintreffend, legte die Montan VIII in Sachen Hochton-Geschmeidigkeit nach einigen Hörrunden noch einmal eine kleine (für mich aber nicht unentscheidende) Schippe drauf.

Aller grundsätzlichen Stressfreiheit und Akkuratesse in den oberen Lagen zum Trotz – eine kleine eigene Note erlaubte sich die Aurum während meiner ersten Hörrunden dann doch: Über meine geschätzte Sehring S703 SE (5.600 Euro) beispielsweise töntestarnge attractor mettle es insgesamt zwar nicht ganz so feindynamisch-transparent, dafür setzten sich Elemente wie Becken oder Hi-Hat etwas weniger vom restlichen Klanggeschehen ab, sprich wirkten integrierter. Die Berlinerin spielte dadurch einen Tick homogener. Zudem bildete sie Gesang oder Flöten – wie auf Strange Attractors hervorragend aufgenommenem Album Mettle (2008) zu hören – einen Hauch sonorer ab; die hannoveranische Aurum schien tonal ein klein wenig die weiter oben liegenden Bereiche von Stimmen zu präferieren.

Und wenn diese Note auch vergleichsweise harmlos ausfiel: Nicht zuletzt mit Blick auf den Hochton sollte sich später herausstellen, dass ich die Montan VIII zu diesem Zeitpunkt noch nicht voll und ganz ausgereizt hatte … Dazu aber gleich mehr.

Test: Quadral Aurum Montan VIII | Standlautsprecher

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