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Norddeutsche HiFi-Tage

Pechschwarz …

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Steve ShehanAls nächstes kam Steve Shehans Album Indigo Dreams an der Reihe. Wenn jemand den Titel „Welt-Musiker“ zurecht trägt, dann Shehan. Er ist nicht nur ein phänomenaler Multi-Instrumentalist, er bringt auch die verschiedensten Musikstile zusammen: Der Opener Spiritus Cantus mixt Oper mit Psychedelica zu einer ziemlich interessant schmeckenden Suppe zusammen – die aufgepeppt wird mit Gesang aus Äthiopien, einer vietnamesischen Harfe, balinesischen Affenschreien, einem kanadisches Flugboot, senegalesischen Grillen und so weiter. Der VA 340 bringt diese Vielfalt an Geräuschen völlig unkoloriert zu Gehör – und sorgt für eine sehr trennscharfe räumliche Abbildung. Bei dieser Art von Musik hat ein „schneller Verstärker“ deutliche Vorteile – sie klingt dann einfach lebhafter. Der Hintergrund, vor dem die Musik hier spielt, ist pechschwarz – aus ihm heraus entspringen die Klänge. Ja, „entspringen“, das passt – denn es ist kein allmähliches Wachsen, sondern ein plötzlicher Ausbruch.

Soft Machine / ThirdSoft Machines Third von 1970 hat schon immer etwas Besonderes an sich gehabt … wie sich die dunklen Töne der Orgel – gespielt von Mike Ratledge – mit Hugh Hoppers Bass und Elton Deans Saxophon verbinden … schon speziell. Früher war’s nicht immer ganz einfach, die Leute im Zimmer zu halten, wenn „The Machine“ lief. Nach vielen Jahren, in denen wir Third nicht gehört haben, ist die alte Magie jetzt wieder da. Der KR Audio Amp fügt nichts hinzu, noch zieht er etwas ab – der VA 340 stellt die Musik einfach in den Raum, ganz gleich, welches Repertoire man wählt.

Jazz Door 1249Und weiter: nun ein kleines Jazz Quartet, live aufgenommen – John Scofield, Joe Levano, Bill Stewart und Marc Johnson auf Jazz Door 124. Ein Bootleg ohne große Nachbearbeitung – aber es klingt großartig, denn es ist gelungen, die aufgeheizte Atmosphäre eines kleinen Clubs einzufangen. Während Studioaufnahmen die besondere elektrische Spannung zwischen den Musikern und dem Publikum logischerweise nicht transportieren können – hier spürt man sie förmlich, und zwar mit allen Details, dem Rhythmus und dem Schwung, der dazu gehört.

Hatfield's End / Stonehenge 4Nun, so könnten wir weiter und weiter machen. Aber wir wollen mit einem Album schließen, das einfach genannt werden muss: Stonehenge 4 von Hatfield’s End. Zweifellos besitzt diese Musik starke Verbindungen zu der von Mike Oldfield, Pink Floyd und Camel. Allerdings wird im CD-Heftchen nichts zu den Musikern gesagt, die hier spielen – Terrapin Music hat die Produktion besorgt, lässt sich lediglich entnehmen. Ist das ein Hinweis auf Syd Barrett von den Floyds? Wer weiß … Diese Platte klingt seltsam vertraut und doch ganz neu. Ein echtes Konzeptalbum übrigens, mit einer Ouvertüre, einem Mittelteil mit so ziemlich den tiefsten Bässen, die wir kennen – und einem großartigen Finale. Versuchen Sie diese Scheibe aufzutreiben. Die einzige Nummer, die wir auf dem Cover entdeckten konnten, lautet 900.0375.020.

Test-Fazit KR Audio VA 340

KR Audio VA 340

Was immer man dem KR Audio Antares VA 340 an Musik vorsetzt – er versteht damit umzugehen. Er agiert immer hochdynamisch, kommt nie außer Atem und spielt durch und durch musikalisch – typische (altmodische?) Schwächen anderer Röhrenamps kennt er hingegen nicht. Er tönt neutral und ist fähig, kleinste Nuancen und tonale Farbschattierungen der jeweiligen „Software“ aufzuzeigen. Dies ist einer der wenigen Verstärker, die uns direkt vom ersten Ton zu fesseln vermochten … und uns nicht wieder los ließen.

6moons Award für KR Audio VA340

Vertrieb Deutschland:

VISONIK HiFi
Tel. +49-(0)30 – 613 47 40
eMail: kontakt@visonik.de
Web: www.kr-audio.de

Test: KR Audio VA 340 | Vollverstärker

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