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Klangliches zur Kef Q900

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„Klingt groß“, ist das erste, was ich notiere. Was die Kef Q900 in meinem Hörzimmer veranstaltet, darf zu den üppigeren Auftritten gezählt werden, und dies in zweierlei Hinsicht: Was die tonale Balance und was die Art der räumlichen Darstellung angeht.

Kef Q900

Im Untergeschoss geht es kräftig zur Sache, ja, man darf von einer Bassbetonung sprechen, denn so 100%ig neutral will mir dies nicht erscheinen. Und daraus folgt auch schon der relevanteste Praxistipp: Dieses Tier sollte man nicht in einen zu kleinen Käfig einsperren, so ab 20 qm Fläche aufwärts würde ich über den Daumen gepeilt vorschlagen. Eine allzu wandnahe Aufstellung ist ebenfalls keine gute Idee. Und auch, wenn Raum und Aufstellung passen, sollte man schon ein Faible für physischen Bass besitzen – oder sich das nächst kleinere Modell anhören.

Kef Q900In meinem 30-qm-Altbau-Hörzimmer darf freilich schon mal Luft durch die Gegend geschubst werden – und hier lebt die Kef auf. Es geht dabei natürlich nicht nur um die schiere Menge an Bass-Output (die mein Zimmer (und ich) gut vertragen können), sondern auch um dessen Qualität, und ja, in dieser Hinsicht bietet die Q900 tatsächlich etwas Besonderes: Nicht nur, dass die Kef Impulse im Untergeschoss zackig austeilt und auch kurzerhand beendet, wenn gefordert – sollte es zu Problemen im Bass kommen, dann, da bin ich mir ziemlich sicher, ist’s eine Raum/Lautsprecher-Integrations-Geschichte und liegt nicht daran, dass die Q900 „nachschlabbert“. Auch nicht nur, dass man durchaus von „trocken“ und „konturiert“ sprechen kann – okay: halbtrocken, ich habe die Feinheiten eines Kontrabassspiels schon mal genauer nachvollziehen können, schlechter allerdings auch. Nein, das Besondere ist vielmehr diese leichtfüßige, ja, nachgerade federnde Note, die die Basslagen hier verliehen bekommen, und die ich regelmäßig mit dem Spruch „viel hilft viel“ in Zusammenhang bringe: Membranfläche rules. Die acht Chassis eines Stereopaares Kef Q900 bieten in dieser Hinsicht mehr als beispielsweise zwei 30-cm-Basstreiber, nur mal so als Vergleich.

Diese druckvolle und gleichzeitig mühelos-bewegliche Gangart im Untergeschoss ist zwar nicht so ausgeprägt wie bei einer Naim Ovator, ZU Presence oder Hornmanufaktur Allegro beziehungsweise Akusmatik A90, über die Martin Mertens schwärmte – aber es geht tendenziell schon in diese Richtung (und das für einen Bruchteil des Geldes, by the way).

Die Spikes der Kef Q900
Die Spikes der Kef Q900 lassen sich von oben kontern

Live/Throwing CopperLaut und rockig? Aber gerne doch: Es ist schlicht großartig, dass diese galoppierende Perkussion im Live-Song „Iris“ nicht nur kräftig, sondern leichtfüßig-lässig dargestellt wird – zumindest großartig angesichts des Kaufpreises, das war wirklich nicht zu erwarten; und überhaupt gibt es da einige Stücke auf dem Album Throwing Copper, bei denen es einen Wall-of Sound-mäßig in den Sessel pressen muss: klappt durchaus mit den Kefs!

Kef Q900

Da das so viel Spaß macht und ich zudem fatalerweise gerade das iPad zur Steuerung meiner Musiksammlung entdeckt habe, müssen die Nachbarn jetzt meine halbe Indierock-Sozialisation nacherleben – alles nur ‘nen Fingerwisch entfernt und die Kisten da vorne föhnen einen so angenehm druckvoll an! Ich bin begeistert. Als mein Finger Richtung Massive Attack wischt, notiere ich kurz darauf: Absoluter Tiefgang fürs Geld mehr als okay, angesichts der Größe der Box könnte man aber noch mehr erwartet haben. Ach ja, falls das jetzt noch nicht klar geworden sein sollte: Party- und pegelfest ist die Kef Q900 allemal.

Test: Kef Q900 | Standlautsprecher

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