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Fonel La Ronda Aktivbox Bass Testbericht fairaudio

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In Sachen Eingängigkeit, uneingeschränkter Langzeittauglichkeit oder ganz einfach: unaufgeregter Natürlichkeit fühlte ich mich mit den Fonel La Rondas dann gar an meine formidable, sich aus Fonel Emotion-Vollverstärker (der auch als reine Endstufe nutzbar ist) und Sehring S703SE-Lautsprechern (inklusive aktuelles Update) rekrutierende Combo erinnert, die sich tonal allerdings nach oben hin ausgedehnter und damit luftiger und offener gibt – wenn sie dabei in Sachen Hochton auch nicht unbedingt analytischer oder attackiger zu Werke geht, erwähntes „Hi-Hat-Zählen“ klappt auch hier nicht in Vollendung.

sehring s 703 se

Dumpf oder gedeckelt hört sich’s mit den La Rondas zwar ebenfalls nicht an – keine Bange -, aber über sie geraten Details wie zum Beispiel das in Dan Berglunds „Gi Hop“ zu hörende, am ehesten vielleicht als ein Pusten zu umschreibende Perkussiongeräusch ein wenig dunkler, etwas sonorer als über die erwähnte Vollverstärker/Passiv-Lautsprecher-Kombination.

Lässt man seinen Blick oder besser: sein Gehör von ganz oben nach ganz unten schweifen, ist eine genau umgekehrte Rollenverteilung festzustellen:la ronda So werden die in den Clair Obscur-Songs „Mercedi“ und „Son & Lumière“ zu hörenden Bassdrumkicks über die La Rondas nach unten hin ausgebauter, schwärzer, mit mehr physischem Impact gereicht und zeitigen – gerade bei hohen Lautstärken ist dies fühlbar 🙂 – gar eine ähnlich energetische Wirkung wie es das Gespann Audionet AMP/Thiel CS 3.7 vermag. Letzteres gibt sich untenrum – eh eine Domäne dieses deutsch-amerikanischen Teamplays – lediglich ein wenig durchsichtiger und agiert zum Beispiel bei E-Bassläufen etwas federnder. Und da wir en passant gerade schon dabei waren: Nicht nur in Sachen Bass, auch in Sachen Pegelfestigkeit gibt sich die La Ronda – wie sich’s für einen Lautsprecher ihrer Preisklasse und Physis aber auch geziemt – unzweifelhaft erwachsen …

Auch rhythmisch sind die Fonel La Ronda in jedem Fall gut beieinander: Wenn aufgrund beschriebener Hochton-Charakteristik auch kein betont elektrisierendes, knisternd-zackiges Klangbild an den Tag gelegt wird, gehen die beiden Deutsch-Ukrainer aber auch keinesfalls als ausgemachte Weichzeichner durch:

Bei Kliniks technoid-lärmig-perkussivem, schon vom Titel her, ähem, lauschig-süßlichen Musikgenuss versprechendem klinikSong „Slow Death“ (nein, machen Sie sich keine Sorgen um mich) gefällt nicht nur abermals die – wenngleich auch klassischem Gesang nicht gerade nahestehende – Stimme von Dirk Ivens, sondern auch der (grob)dynamische Anmachfaktor: Die vor allen Dingen den Mittebereich besetzenden, echounterlegten Beatabfolgen werden jedenfalls mit der nötigen Attacke in den Hörraum geschleudert, während die im folgenden vergleichsweise fast schon balladesk anmutenden Titel „Someone Somewhere“ zu hörenden schweren Bassbeats ebenfalls anstandslos konturiert nachgezeichnet werden.

In puncto Bühne lösen die La Rondas das Klanggeschehen vorbildlich ab (was die Boxen beim Musikhören quasi verschwinden lässt) und geben sich zudem ordentlich sortiert, ohne dabei aber gleich als akustisches Reißbrett dienen zu wollen:

Im dicht gepackten und sich im Refrain zu einer wahren Wall of Sound auftürmenden „Harmony Korine“ des vor allen Dingen durch diesteven wilson Progessive-Formation Porcupine Tree bekannten, aber auch auf Solopfaden wandernden Sängers und Gitarristen Steven Wilson (Album: Insurgentes, 2009) mutet der aus den Bestandteilen Schlagzeug, Bass, E-Gitarre, Keyboard und Stimme geformte Sound beim „bloßen Musikhören“ (und nicht: AB-Vergleichen) räumlich fraglos authentisch sortiert an. Insbesondere über meine Thiel-, aber auch Sehring-Wandler gehört, wirken einzelne Bühnenereignisse dann aber räumlich noch einen Tick verdichteter/fassbarer, mittels mehr Freiraum voneinander abgegrenzt.

Geschmackssache – „weniger plastisch, weniger greifbar“ mögen wohlmöglich Thiel-Besitzer und ähnlich veranlagte Hörer zur Bühnenshow der La Rondas sagen, anderen mögen das Gebotene „ganzheitlicher, mehr aus einem Guss spielend“ empfinden. Und beides kann, dieser Punkt wird ja des Öfteren diskutiert – meinem Empfinden nach als realistisch durchgehen: Ich selbst verbinde präzise definierte, ortungsscharfe Abbildungen unter anderem mit dem Gefühl, näher am Bühnenrand zu sitzen, wo sich die Verteilung der Musiker – subjektiv vom Hörplatz aus betrachtet – über vergleichsweise große Winkelbereiche vollzieht, was einer guten räumlichen Differenzierung zweifelsohne förderlich ist.

ringstarhler vifa

Eine nicht ganz so trennscharfe (aber keinesfalls überlagernde) Darstellungsweise lässt sich dagegen mit etwas größeren Entfernungen vom Geschehen verbinden (und natürlich würde sich dann neben anderen Winkelverhältnissen auch das kippende Verhältnis von Direkt- zu Diffusschall auswirken, was dann per se ebenfalls für weniger Trennschärfe sorgt).

Test: Fonel La Ronda | Aktivlautsprecher, Standlautsprecher

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