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Der Klang des Nordsterns (Teil 1)

Inhaltsverzeichnis

  1. 3 Der Klang des Nordsterns (Teil 1)

In erster Linie habe ich den North Star Essensio plus über den USB-Eingang gehört, denn dies dürfte für die meisten Hörer die interessanteste Anwendung sein. Zum S/PDIF-Input komme ich weiter unten auch noch kurz.

North Star Exxensio plus

Ein mit dem Mediaplayer foobar2000 versehener Laptop, auf den der North-Star-Treiber (CD liegt dem Essensio plus bei) installiert wurde, diente als Quelle. Dank dieses Treibers versteht der Essensio plus über USB auch Audiofiles mit einer Auflösung von bis zu 32 Bit/192 kHz. Meine digitale Musiksammlung setzt sich freilich größtenteils aus gerippten CDs (also: 16 Bit/44,1 kHz) zusammen – und ein wenig 24/96-Stoff; als Dateiformat dominiert bei mir FLAC, vereinzelt findet sich WAV, mp3 muss man mit der Lupe suchen. Wie auch immer: Das softwaretechnische Gefummel, um den Essensio plus zum Laufen zu kriegen, dauerte nur ein paar Minuten. Easy.

Als akustischer Vergleichspunkt kam während der Hörsessions sehr häufig der Benchmark DAC1 zum Einsatz, der mit USB-Eingang an Bord – es gibt ihn in unterschiedlichen Ausbaustufen – preislich bei circa 1.300 Euro liegt; er lässt sich nicht fernbedienen wie der Essensio plus, allerdings besitzt er im Gegensatz zu diesem symmetrische Ausgänge.

Da ich nun gelernt habe, dass dank galvanischer Entkopplung und des asynchronen Modus Kabeleinflüsse weitgehend ausgeschlossen sein sollen, nähere ich mich dem Essensio plus zunächst einmal mit unterschiedlichen Strippen 🙂 Die erste Erkenntnis ist, dass es je nach USB-Verbinder doch etwas anders klingt. Die zweite, dass diese Unterschiede nicht wirklich weltbewegend sind: Von den drei Kabeln, die ich anschloss, hatte ich zwar einen Favoriten, aber es geht hierbei schon eher um feine Nuancen. Aber darum geht‘s bei HiFi recht häufig, und insofern würde ich dazu raten, ein wenig zu experimentieren und weder auf die Fraktion „Sind doch nur Nullen und Einsen!“ zu hören, noch auf jene, die handgeklöppelte USB-Kabel zu horrenden Kursen verticken möchte – sondern eben auf die eigenen Ohren. Ein paar Euro zusätzlich darf man schon für ein vernünftiges Kabel ausgeben. Aber das ist ein anderes Thema.

Auch wenn es richtig ist, dass sich Digitalquellen – insbesondere solche in ähnlichen Preisklassen – klanglich weniger voneinander unterscheiden als meinethalben Verstärker oder gar Lautsprecher, die Unterschiede zwischen dem Benchmark und dem North Star traten doch recht klar zutage. Tonal betrachtet würde ich da (fast) von Geschmackssache reden.

North Star Eingänge

Beide D/A-Wandler sind grundsätzlich neutral abgestimmt. Gleichwohl empfinde ich den North Star an den Frequenzextremen als etwas ehrlicher, insbesondere gibt er sich auch in den höchsten Lagen unverrundet, das Wort „luftig“ passt jedenfalls besser zu ihm als zum Benchmark. Zudem marschiert der Italiener ein wenig tiefer in den Basskeller. Allerdings besitzt der Benchmark DAC1 im Bass insgesamt etwas mehr Druck und Volumen, gerade auch im oberen Bass, und dies zieht sich bis in den Grundtonbereich hinein. Und weil das so ist, klingen die mittleren Lagen über ihn eine Spur wärmer, substantieller als mit dem North Star. Der agiert in diesem Bereich etwas entschlackter: Mancher wird diese Klarheit goutieren, anderen fehlen zwei-drei wärmende Sonnenstrahlen zum Glück.

Trafo North Star Essensio plus
Im North Star Essensio plus ist ein Netzfilter verbaut

Der North Star tönt also noch ’nen Zacken mehr nach „reiner HiFi-Lehre“ und gibt sich eine Spur breitbandiger, aber letztlich ist’s tonal besehen eben die Frage, wie man’s denn gerne hören möchte und vor allem auch: bei welcher Musik. So fand ich es bei Power-Pop- und Rock-Geschichten – oder allgemeiner: Musik, die ihren Hauptspaß aus den unteren Mitten/oberen Basslagen heraus entfaltet – mit dem Benchmark schon einen Tick saftiger und druckvoller. Allerdings: Die Unterschiede bewegen sich auf einem Niveau, wie es einem mit Cinchkabeln innerhalb einer Preisklasse passieren kann – also schon relevant, aber auch nicht alles dominierend. Wenn Sie das tonale Mischungsverhältnis Ihrer Anlage richtiggehend steuern möchten, setzten Sie besser woanders an.

Test: North Star Design Essensio plus | D/A-Wandler

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