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Diapason Karis: angeschnallt und aufgestellt

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  1. 2 Diapason Karis: angeschnallt und aufgestellt

Diapason

Klanglich geben sich die Diapason-Lautsprecher alle Mühe, ihre geringe Baugröße vergessen zu machen. Die auf den soliden, sich beinahe überdimensioniert gebenden Ständern fast verloren wirkenden kleinen Boxen haben eine mächtige Stimme. Mein erster Eindruck ist der eines warmen, ja fast molligen Klangbildes. Die Stimme von Lana del Ray (Born to Die) wirkt mir etwas zu dick aufgetragen; der Bass ist beeindruckend präsent, aber ebenfalls etwas weich. Auch der Quercheck mit anderen Musikstücken überzeugt mich nicht hundertprozentig. Trotzdem habe ich den Eindruck, dass die Kleinen Qualitäten haben. Allerdings kommen die nicht so richtig zum Durchbruch.

Lana del Ray

Rainer Israel, der mit seiner Firma Friends of Audio den Deutschlandvertrieb von Diapason besorgt, erklärte, dass sich die Lautsprecher gut mit Röhrenverstärkern vertrügen, da sie unkomplizierte Lasten darstellen würden. Vor den Tiefmitteltönern säße nämlich keine Frequenzweiche. Ihr Übertragungsbereich würde nach oben durch eine zweite, gegenläufig gewickelte Schwingspule begrenzt. Durch die Gegeninduktion dieser Spule blende sich der Tiefmitteltöner zu höheren Frequenzen hin aus. Die speziellen Chassis würden nach Vorgaben von Diapason von Seas gebaut. Durch den Verzicht auf Frequenzweichen vor den Tiefmitteltönern würden kapazitive Lastanteile vor dem Treiber komplett entfallen. Lediglich die Hochtöner besäßen einen Hochpass.

Diapason Karis

Da Herr Israel unter anderem auch die Verstärker von Mastersound im Vertrieb hat, von denen schon einige Modelle auf fairaudio vorgestellt wurden (vergleiche MastersounD 220 S.E. „DueVenti“ und MastersounD 230 S.E. „DueTrenta“, MastersounD 300B S.E. und 300B P.S.E. sowie Mastersound Evolution 845 Reference), hat er hinreichend Erfahrung im Betrieb der Karis in Verbindung mit Röhrenverstärkern. Allerdings ist die Wechselwirkung zwischen Röhrenamps und Lautsprechern komplex. Und ich habe den Eindruck, dass sich die Karis nicht so richtig mit meinem ebenfalls röhrenbewehrten Jadis Orchestra blacksilver anfreunden wollen. Also weiche ich auf meinen Exposure 2010 S aus. Der schnell und Diapason Karisschlank spielende Transistorverstärker ist mir bestens vertraut und liegt preislich in einem Rahmen, den man sich gut in Verbindung mit den Karis vorstellen kann. Wobei ich weiterhin der Meinung bin, dass der kleine Exposure klanglich weit über dem Preisklassen-Durchschnitt liegt. Und was soll ich sagen: Die Kombination bildet ein Dream-Team.

Mit der Aufstellung der Karis zu experimentieren hat sich bei mir als wenig ergiebig herausgestellt. Hier verhalten sich die Lautsprecher erfreulich unkompliziert. Auf den passenden Ständern fühlen sie sich schnell im Raum wohl. Zu nah an die Rückwand sollten sie nicht gestellt werden, aber ansonsten geben sie sich, was die Positionen im Raum betrifft, recht tolerant. Auch müssen die Lautsprecher nicht unbedingt exakt auf den Hörplatz ausgerichtet werden – offensichtlich verfügen die Boxen über ein gutes Rundstrahlverhalten. Die sehr schön gemachten Abdeckungen können gerne an ihrem Platz bleiben. Die grobmaschigen Metallgitter beeinflussen die Schallabstrahlung der beiden Chassis nicht in einem wahrnehmbaren Maß. Ich habe beim Hören letztendlich auf die Gitter verzichtet, weil ich gerne die Chassis „bei der Arbeit“ sehe.

Bass/Mitten-Treiber der Karis

In Verbindung mit dem Exposure changiert Lana del Rays Stimme nun wieder spannungsreich zwischen Country und Soul, der Bass ist immer noch mächtig, klingt aber kontrollierter. Ja, so rastet es ein. Der Exposure bleibt mit den Karis verdrahtet und los geht’s …

Test: Diapason Karis | Kompaktlautsprecher

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