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Adam Audio / Hoerzone

Audio Aero Capitole Reference: Klang x 3 …

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Nun, wie nähert man sich einem solch highfidelen Ü-Ei, um ihm klanglich auf die Schliche zu kommen? Na ja, es audio aero capitole klang bietet sich bei drei potenziellen Wunscherfüllungen wohl an, auch die Soundqualität dreimal abzuklopfen: 1.Wie klingt’s, wenn der Audio Aero Capitole Reference in seiner Funktion als CD-Player direkt an eine Endstufe oder an einen Vollverstärker geklemmt wird? 2. Was kommt raus, wenn man externe Quellen verwendet, sprich was gibt es über die Qualitäten des Franzosen als reine Vorstufe zu sagen? 3. Wie macht sich unser Proband als DA-Wandler, man ihn also mit digitalen Musiksignalen füttert?

Um die erste Frage zu beantworten, kamen sowohl eine Accuphase P-5000 Endstufe zum Einsatz als auch mein hochgeschätzter Fonel Emotion, der eigentlich als Integrierter durchgeht, aber mittels einiger Knopfdrücke auch als reine Endstufe zu nutzten ist.

Tja, und wer nun drangeht, irgendwelche Klischees aus der HiFi-Mottenkiste zu bemühen und denkt (oder hofft – es gibt ja die verschiedensten Geschmäcker): „Ah, ein Röhrengerät – das sollte doch klanglich eher eine lauschig-romantische Angelegenheit zu werden.“ – Der irrt ein wenig.

Aber gehen wir doch gleich mal in die Vollen: Das recht wuchtige Album Sunny Psy Op (2003) der kanadischenohgr Sunny Psy Op Elektroformation ohGr ist zwar mit Sicherheit kein Album für jedermann und sicherlich auch nicht für alle Tage – zum Abchecken, ob eine Komponente denn im Hochton oder im Bass zur „Romantisierung“ neigt, taugt diese CD aber recht vorzüglich: Der Opener des Albums – der Song HiLo – wird mit einer recht vehementen Bassdrum eingeläutet, zu der sich in den oberen Lagen schließlich recht eindringlich eine Art elektronische Hi-Hat gesellt.

Nun, was die unteren Lagen betrifft, ist unser Franzose jedenfalls schon mal alles andere als ein Weichspüler, sondern – im Gegenteil – recht punchy beziehungsweise konturiert unterwegs. Ja, im Quercheck mit meinem in Sachen Rhythmusverhalten wahrlich nicht von schlechten Eltern stammenden Fonel Simplicité (ich hatte beide Geräte zu diesem Zweck über den Fonel Emotion – als Vollverstärker geschaltet – laufen lassen) erwies sich der Audio Aero Capitole Reference unten rum sogar als der bessere Auflöser und agierte – wenn es sich auch nur um Nuancen handelte – einen Tick zackiger, sprich stellte die Tieftonwelten auf Sunny Psy Op noch ein kleines Bisserl definierter dar.

audio aero

Okay, als Kind von Traurigkeit geht der Audio Aero Capitole Reference mit Blick auf die unteren Frequenzgefilde schon mal keinesfalls durch – und wie hält er’s mit den oberen Lagen? Nun, was das akkurate und definiert-rhythmische Nachverfolgen von Tönen angeht, stehen die Höhen dem gegenüberliegenden Frequenzende in nichts nach: Gänzlich auf den Punkt spielend und unverrundet wird beispielsweise die erwähnte synthetische Hi-Hat zu Gehör gebracht – von schönfärberischer Zurückgenommenheit oder Ähnlichem keine Spur.

Damit wir uns aber nicht falsch verstehen: Der Audio Aero läuft bei alledem keinerlei Gefahr irgendwelche Härten in die Musik zu tragen. Die gnarls barkleyHochtonabteilung des Audio Aero lässt kritische Elemente wie Becken, Hi-Hats aber auch Sibilanten – ja, an dieser Stelle mag ein häufig zitierter Aspekt des Klischees „Röhrensound“ tatsächlich greifen – angenehm feinzerstäubt-luftig wirken – und hat mit unangenehmen Adjektiven wie strähnig, artifiziell-metallisch, kühl-analytisch etc. rein gar nichts am Hut. Selbst im Verbund mit dem nicht gerade charmant-musikalisch, für meinen Geschmack bisweilen etwas technisch klingenden Accuphase Endverstärker geraten daher auch Songs mit eher randständiger Aufnahmequalität – wie zum Beispiel Gnarls Barkleys mitreißend-groovender Titel Going On (Album: The Old Couple, 2008) – genießbar.

kasabianZudem – es lässt sich aus dem bisher Gesagten auch schon fast schließen, sei aber dennoch explizit erwähnt – fabriziert der Aero Capitole Reference nicht zuletzt ob seiner Hochtonqualitäten ein vorbildlich offenes und grundsätzlich sehr detailreiches Klangbild: So geraten im schallwandlerseitigen Verbund mit den Thiel CS 3.7 die stimmbegleitenden Akkorde der Westerngitarre in Kasabians „Take Aim“ (Album: The West Ryder Pauper Lunatic Asylum, 2009) derart transparent, dass man meint – in the nurseryja, so steht’s in meinen dazu spontan vermerkten Notizen – das Schwingen der Metallsaiten förmlich „sehen“ zu können. Und auch mit den in In The Nurserys „Vocopolis“ (Album: Praxis, 2003) zu hörenden feinen sphärischen Synthesizer-Gespinsten, die die Musik optimalerweise als „atmend“ erscheinen lassen und nicht zuletzt für ein entsprechend offenes Raumgefühl sorgen, weiß der Audio Aero vorbildlich umzugehen.

Und da gerade das Stichwort Raumgefühl fiel, sei an dieser Stelle bemerkt, dass nicht nur in Sachen Offenheit und Weitläufigkeit des Bühnenbilds, sondern – klar, dass sollte bei einem Gerät dieser Preisklasse auch zu erwarten sein – zudem im Hinblick auf dessen innere Sortierung, Ortungsschärfe und die Darstellung der richtigen Größenverhältnisse sowie den Abstand von Instrumenten keinerlei Beanstandungen zu verzeichnen sind.

Werfen wir als nächstes einen intensiveren Blick auf die Mitten respektive die Stimmwiedergabe des Audio Aero Capitole Reference – und legen beispielsweise das hörenswerte Album Vexations (2010, eine Art Konzeptalbum, bei dem man sich vorgeblichget well soon vexations von den Stoikern inspirieren ließ) der deutschen Formation Get Well Soon ein, das mit ebenso opulent wie intelligent arrangierten, bisweilen etwas „schwereren“ Popsongs sowie einer recht reichhaltigen Instrumentierung aufwartet. Sowie die von einer Frauenstimme gesprochene Einleitung des Songs Nausea als auch der im weiteren Verlauf des Stückes zu hörende Gesang des Get Well Soon’schen Masterminds Konstantin Gropper geraten erwartungsgemäß transparent und offen, befinden sich tonal im Zweifelsfall aber eher auf der leichten – man könnte wohl auch sagen: luftigen oder crispen – Seite als auf der betont vollmundig-sonoren.

Ob’s nun über die Accuphase Endstufe oder den Fonel Emotion geht: Mit dem (regelbaren) Fonel Simplicité als Zuspieler geht es zwar an anderer Stelle – Stichwort Hochtonauflösung und Luftigkeit – etwas reduzierter zu, dafür bekommen mit ihm die unteren Frequenzanteile der Stimmen, quasi deren unterer tonaler Rand, mehr Gewicht, während der Audio Aero sein Augenmerk, um im Bild zu bleiben, eher auf die oberen Randbereiche von Stimmen legt. Und logisch, auch mit Blick auf die Wiedergabe von akustischen Instrumenten lassen sich diese Tendenzen wiederfinden: Dies gilt zum Beispiel sowohl für das in Nauseazu vernehmende Cello als auch die im weiteren Verlauf des Titels einsetzenden Violinen.

audio aero fernbedienung

Die Metallfernbedienung des Audio Aero Capitole Reference wirkt robust und liegt recht angenehm in der Hand

Test: Audio Aero Capitole Reference | CD-Player

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