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Trigon Recall II: Der erste genauere Eindruck …

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… in Sachen Verarbeitung nimmt sich da nicht aus: Das Gehäuse betreffend nicht nur wegen der 10mm starken Aluminium-Frontplatte, sondern auch aufgrund der Beschaffenheit des restlichen Blechkleides. Obwohl genau dieser Begriff dem Ganzen eigentlich gerade nicht gerecht wird, besteht doch die Haube des – übrigens komplett in Deutschland gefertigten – Trigon Recall II aus bedämpften (siehe Foto) Zwei-Millimeter-Stahl, was den Klopftest äußerst unblechern ausfallen lässt.

trigon recall

Ein schöner Rücken kann entzücken – auch bei HiFi-Geräten. Ich weiß, es mutet in gewisser Weise trivial an, auf der Qualität von Anschlüssen rumzureiten. Andererseits ist für mich fast unerträglich paradox, dass einerseits (zu recht) immer wieder drauf hingewiesen wird, wie wichtig vernünftige Kabel und deren Steckkontakte für die Klangqualität sein können und dafür mitunter viel Geld hingelegt wird, andererseits in manch nicht minder teuren HiFi-Geräten Cinchbuchsen zum Einsatz kommen, deren Kontaktfläche bisweilen nicht mehr als aus einer lediglich aufgesteckten (und sich Laufe der Zeit immer weiter lockernden) und sicherlich nicht Übergangswiderstand-minimalen Blechhülse besteht. Bei meiner – sich zugegebenermaßen regelmäßig im rauen Testeinsatz befindlichen – Myryad-Endstufe bildet sich beim Rausziehen des NF-Kabels gar des Öfteren eine ganz und gar unerfreuliche Liaison aus Stecker und Buchse.

trigon recall 2

Was bei Geräten von Trigon grundsätzlich nicht zu befürchten steht. Aber auch die XLR-Schnittstelle des vollsymmetrisch ausgelegten Recall II ist kein Billigbuchsen-Verhau, sondern stammt von Neutrik – ein vor allem im Studiobereich renommierter Anbieter, dessen Produkte gemeinhin als anstandslos robust gelten.

Vielleicht nicht ganz so populär, aber mit nicht minder gutem Ruf behaftet ist der Zulieferer des im Trigon Recall II befindlichen Laufwerks: StreamUnlimited heißt dieser und hat seinen Sitz in Österreich. Im Vergleich zum trigon recall IIim Vorgängermodell – dem Recall I – verwendeten Laufwerk (Philipps CDM 12 1/15) verspricht sich Trigon „höhere Auflösung, das heißt mehr Information beziehungsweise geringere Verluste an musikalischer Information und damit mehr Authentizität in nahezu allen relevanten Klangparametern. Was hier [beim Laufwerk]verloren geht, ist in allen nachfolgenden Signalverarbeitungsstufen nicht mehr wettzumachen.“ Nun, neben den vermeintlichen inneren Werten macht das Laufwerk mit seiner an Metallstangen geführten Lade zumindest auch äußerlich durchaus Eindruck …

trigon recall 2

Unten rum gehen beim Recall II vielleicht noch die eigens von Trigon ersonnenen Schwingungsabsorberfüße als auffällig durch, die nach dem Prinzip der Tellerfeder arbeiten und in Union mit der bereits erwähnten Gehäusebedämpfung schädlichen Resonanzen und Mikrofonieeffekten abträglich sein sollen.

Beim Terminus „dicker Ringkerntrafo“ leuchten ja vielen Audiophilen die Augen. Beim Wort Schaltnetzteil ist häufig eher Gegenteiliges zu beobachten. Klar, augenscheinlich unspektakulärer beziehungsweise schon vom Gewicht her weniger eindrucksvoll geben sich diese mit hohen Schaltfrequenzen (typischerweise zwei- bis dreistelliger Kilohertzbereich anstelle der fünfzig „Steckdosenhertz“) und daher mit höherem Wirkungsgradtrigon recall 2 agierenden Netzteile allemal. Trigon setzt Schaltnetzteile quer durch die gesamte Produktpalette ein – allerdings nicht um in erster Linie Gewicht oder Energie zu sparen, sondern aus klanglichen Beweggründen:

Man habe zum Beispiel in Sachen Lastwechselverhalten „einige Versuche unternommen“ und sei „dann beim Schaltnetzteil ‚hängen‘ geblieben, da es durchweg bessere Ergebnisse brachte.“ Dem Einwand, dass der hohen Schaltfrequenz nicht nur im HiFi-Bereich Störeinflüsse nachgesagt werden, begegnet man technisch u.a. mit dem Einsatz eines speziellen Tiefpassfilters. Zudem arbeite „ein CD-Player im Wesentlichen mit Nullen und Einsen“, was zu dem (sicher diskutablen) Umstand führe, dass sich den von den hohen Schaltfrequenzen des Netzteils ausgehenden Störungen per se weniger Angriffsfläche böte.

Wenig Angriffsfläche für Kritik bietet das Zubehör, welches unserem Testprobanden beiliegt: Ein hochwertiges Netzkabel samt Phasenmarkierungen an den Anschlüssen und an der Kaltgerätebuchse am Gerät, ein trigon recallAbschlusswiderstand für den Digitalausgang und eine hochwertige Metall-Systemfernbedienung – Director genannt -, mit der man, falls notwendig, Trigons komplette Flotte im Griff hat. Wer für eindrucksvolle Fernbedienungen weder Auge noch Herz hat, kann allerdings auf den Director als Dreingabe auch verzichten und 140 Euro sparen. Standard-Plastikknüppel anzubieten, darauf verzichtet Trigon aber komplett. Okay, kann man so oder so sehen, sich bei der „Sparvariante“ des Recall II einen Nullachtfünfzehn-Plaste-Geber, wie er sonst allenthalben beiliegt, auf eigene Faust zu besorgen, sollte aber eigentlich kein Ding sein.

Ebenfalls kein großes Ding, aber dennoch erwähnenswert: Unser Testproband reagierte bei wilderem Auf-der-Fernbedienung-Rumgedrücke in einigen wenigen Fällen irritiert und verweigerte plötzlich jegliche weitere Befehlsannahme, auch über das Bedienfeld des Gerätes selbst. Ein kompletter „Neustart“ – willkommen in der Computerwelt – löste die Problematik umgehend.

Test: Trigon Recall II | CD-Player

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