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Teufel

Hochton, Tiefton und der Raum …

Inhaltsverzeichnis

  1. 5 Hochton, Tiefton und der Raum ...

Durchblättere ich mein Notizbuch, so finde ich zum Thema Hochton nur freudige Auslassungen. Der HIFIAkademie-Player trägt hier schon deutlich vor, keine Frage, aber das ist positiv, da er eben auch aufgelöst, differenziert und vor allem härtefrei vorgeht – und damit langzeittauglich spielt.

HIFIAkademie

Persönlich komme ich durchaus mit eher dunkler timbrierten Komponenten klar, jedenfalls besser, als mit piepsigen. Der Reith’sche Player ist nun nicht gerade dunkel, eher kann man ihn auf der helleren Seite von neutral verorten, aber die Art, wie er die oberen Oktaven zeichnet, habe ich durchweg als positiv empfunden. Beim Vergleich mit dem von mir geschätzten audiolab 8000CD (um 1.000 Euro) fällt beispielsweise schon auf, dass unser Testkandidat nicht einfach nur heller klingt, sondern eben auch mehr Informationen herausholt.

Der audiolab gibt sich leicht dezent im Hochton. Man kann dies als Schwäche ansehen – aber eine, die ihm, insgesamt betrachtet, zum Vorteil gereicht, tönt er doch auch gerade deshalb sehr ruhig, sachlich und vor allem: kein Stück nervös. Letzteres gelingt dem HIFIAkademie-Player ebenfalls, aber nicht durch Dezenz in den oberen Lagen, sondern weil er alle Klänge so präzise abbildet, sie in dem weiten Raum, den er aufspannt, fest fixiert – da schwirrt nix ziellos umher. Und es sind über ihn auch mehr Klangnuancen erfahrbar, da er den Hochton eben unverrundet und aufgelöst wiedergibt. Freilich ist da noch Luft nach oben, ein vergleichsweise angeschlossene Fonel Simplicité (2.850 Euro) zeigt das deutlich: Wie dieser gut aufgenommenes Becken-Spiel geradezu feinschmeckerisch auskostet und Subtilitäten natürlich und stressfrei kommuniziert – das bleibt dem Akademie-Player dann doch verborgen.

Übrigens steht da, jetzt den Bass betreffend, auch noch folgendes in der Kladde: „HIFIAkademie klebt den Bass nicht so nah an die Mitten wie audiolab“, was mir wiederum zeigt, wie man einen eher schlanken Grundton auch wahrnehmen kann: Als Überraschung, wie fest, wuchtig und differenziert dann auf einmal echter Tiefbass „aus dem Nichts“ kommt. Dieses Kunststückchen gibt der HIFIAkademie-Player öfter zum Besten, und es dürfte mit daran liegen, dass er den Oberbass so drahtig darstellt. Da steht oben nichts im Weg was die Sicht nach unten verdecken könnte, wenn Sie wissen, was ich meine. Sie hören auch gerne mal elektronisches Gebräu mit wabernden Bass-Eskapaden drauf? Nun, ab jetzt wird weniger gewabert und mehr strukturiert – was sich so schwarz auf weiß vielleicht öde ausnimmt, macht im richtigen Leben verdammt viel Laune. (Die andere Seite der Medaille: Wenn die Musik keinen echten Tiefbass enthält, dafür aber einiges an Oberbass, so kann sie über den Akademie-Spieler, im Vergleich zu anderen Produkten, energieärmer tönen. Unter der erwähnten Prämisse der Linearstellung des DSP-Moduls!)

HIFIAkademie CD-Laufwerk

Auch die Raumdarstellung darf als echte Stärke dieses Players gelten, ich deutete es schon an. Tiefe Blicke in die Bühne werden gewährt – denn nur breit, das kann ja jeder –, und das, was sich nach drei Meter hinter dem Sänger anhört, hört sich auch genau dort an, nicht nach „irgendwo dahinten“. Die exzellente räumliche Durchsicht in Kombination mit der sehr guten Lokalisationsschärfe gibt der Kiste eine Tendenz zum Holographischen – ziemlich faszinierend und von mir in dieser Preisklasse so noch nicht gehört. Respekt. Ja, bisweilen fühlte ich mich in dieser Hinsicht an Esoteric-Maschinen erinnert. Der schon erwähnte audiolab kann ihm in der Disziplin jedenfalls nicht das Wasser reichen (und er ist kein schlechter!), und auch ein Audiomeca Obsession II muss, relativ gesehen, als eher flächiger Bursche durchgehen. Sowohl die Bühnentiefe betreffend als auch hinsichtlich der einzelnen Klänge – diese gestaltet der „Akademiker“ einfach plastischer. Wiederum muss der Fonel angeschlossen werden, um unseren Testkandidaten in die Schranken zu weisen. Doch, da geht noch mehr, aber leider auch zu einem höheren Preis …

Test: HIFIAkademie cdPlayer | CD-Player

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