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Technik HIFIAkademie cdPlayer

Inhaltsverzeichnis

  1. 2 Technik HIFIAkademie cdPlayer

Doch mein leicht süffisantes Lächeln ob der vermeintlichen Schrulligkeit wich einem zufriedenen, als ich den cdPlayer auspackte und von hinten betrachtete:

Anschlüsse HIFIAkademie cdPlayer

Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, ist es aber nicht: Ein Digital-EINGANG bei einem CD-Spieler. Bei dem von der HIFIAkademie gibt es dergleichen vier, die ersten beiden können wahlweise optisch oder koaxial gefüttert werden, Nummer 3 und 4 ausschließlich über Koax – bei allen handelt es sich um S/PDIF-Schnittstellen. Hardcore-Nörgler könnten jetzt mit „Wie, kein AES/EBU?“ kommen, da es am Player keinen symmetrischen Digital-Eingang zu entdecken gibt – sie sollten aber zugeben, dass in heimischen Anwendungen das digitale Studio-Format eher randständige Bedeutung besitzt.

Bei einigen Ausstattungsfeatures denkt man ja „ganz nett“. Eine gewisse Anschlussvielfalt aber – man denke nur an Musik-Streamer, SAT-Receiver, DVD-Player, Wadias iPod-Dock, etc. – finde ich heutzutage essentiell – und wird leider massenhaft ignoriert. Vier Sympathiepunkte für Herrn Reith. Zu beachten ist, dass die Daten im PCM-Format angeliefert werden müssen, was allerdings bei S/PDIF-Schnittstellen der Standard ist (bei den Digitalausgängen einiger Geräte (SAT, DVD, …) lässt sich das Ausgabeformat über das Setup-Menü steuern). Daten mit einer Wortbreite von bis zu 24bit und einer Samplingfrequenz bis zu 216kHz (via Lichtleiter: bis 120kHz) werden „verdaut“ – das sollte reichen.

HIFIAkademie cdPlayer von hinten

Auf der Rückseite gibt es desweiteren zu entdecken: Zwei Digitalausgänge (S/PDIF), ein Paar Cinchbuchsen für das analoge Signal (einen symmetrischen Analogausgang gibt es leider nicht), die Kaltgerätebuchse mit dem Netzschalter darüber – und einen USB-Eingang. Dieser stellt aber nicht, wie man vermuten könnte, den fünften Digitaleingang dar, sondern dient zur Ansteuerung des DSP-Moduls, welches sich im cdPlayer befindet. Nein, Sie haben sich nicht verlesen: Digital Signal Processing – also die Beeinflussung des Frequenzschriebs auf digitaler Ebene – ist mit diesem Player möglich. Je nachdem wie man es betrachtet, ein mächtiges und nützliches Tool oder ein fatales Spielzeug für HighEnder. Aber zu dieser Besonderheit später mehr.

Die Vorderseite gibt sich aufgeräumt, nicht ein einziger Knopf verunziert die gebürstete Alufront, da der HIFIAkademie-Player komplett über das mittig angeordnete Touchpanel gesteuert wird. Die Bedienung hierüber ist weitestgehend intuitiv. Gut, die Icons zum Schalten der Digitaleingänge habe ich „erst“ nach zwei Minuten gefunden, aber das ist wohl eine lässliche Sünde.

HIFIAkademie Touchpanel

Die Einstellmöglichkeiten am cdPlayer sind zu umfangreich, um hier dargestellt zu werden – der Technikteil wird diesmal sowieso schon länger als üblich, weil in der Kiste so viel drinsteckt (wer sich gelangweilt fühlt, darf gern zum Klangpart blättern). Ich verweise daher auf die entsprechenden Informationen im Web.

Allerdings sei schon erwähnt, dass der Ausgangspegel des Gerätes eingestellt werden kann, so dass für Puristen die Möglichkeit besteht, die Endstufe direkt anzusteuern, ohne Umweg über einen Pre. Natürlich bedeutet das dann den Verzicht auf analoge Quellen, aber digitale können mit dem Player ja verbunden werden, so dass bei weitem mehr als nur CD-hören möglich wird. Man kann diesen cdPlayer also nicht nur als „DAC mit Laufwerk“ sondern auch als „Vorstufe für Digitalquellen“ betrachten. Die Lautstärkesteuerung erfolgt übrigens auf digitaler Ebene, nicht in der Ausgangsstufe. Herr Reith findet dies – entgegen der gängigen Lehre – als vorteilhaft, da moderne Wandler kaum noch Probleme mit Kleinsignalverzerrungen hätten und man sich so das zusätzliche Rauschen analoger Bauteile sparen könne. Die Ausgangsimpedanz des Players liegt bei freundlichen 50 Ohm, die maximale Ausgangsspannung allerdings „nur“ bei 2 Volt.

Der Balken auf der rechten Seite des Displays steuert die Lautstärke, in der Mitte wurde das Mute-Icon platziert. Eine Fernbedienung gehört übrigens nicht zum Lieferumfang, aber laut Hersteller tut (fast) jeder vorprogrammierte oder lernfähige Geber seinen Dienst. Der von meiner Octave Vorstufe verstand sich auf Anhieb mit dem HIFIAkademie-Player.

HIFIAkademie Display

Der cdPlayer ist ein Toplader: Ein in Schienen geführter Deckel aus gebürstetem Alu (so wie die Frontplatte gehalten) verdeckt den Zugang. Die CDs werden also von oben eingelegt und mit einem kleinen Magnetpuck gesichert.

HIFIAkademie CD-Lade

Die optische Gestaltung des Players folgt einem sehr klaren, reduzierten und zeitlosen Design. Auch die Verarbeitung des Gerätes darf als gut durchgehen – man erwarte aber keine „Showeinlagen“. Dieser CD-Spieler sieht so aus, als wurde bewusst nichts dicker gemacht, als es technisch nötig ist. Dass in dieser Hinsicht etwas sparsamer vorgegangen wurde als bei anderen Marken üblich, gibt Herr Reith offen zu. Und sieht es freilich als Vorteil für den Kunden, der so nicht auch noch die daumendicke Frontplatte zu zahlen hat … Ob einen das Vernunft-Design nun gefällt oder doch etwas Luxus vermisst wird, liegt im Auge des Betrachters.

Test: HIFIAkademie cdPlayer | CD-Player

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