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Die Eigenheiten des Bel Canto CD-2: Klang …

Inhaltsverzeichnis

  1. 3 Die Eigenheiten des Bel Canto CD-2: Klang …

Was ich mal stark vermute: Die Auswirkungen der verschiedenen Taktfrequenzen auf den Klang fallen nicht so stark aus, dass es Sie beim Probehören von eben jenem Sofa reißen wird, sprich sich der Grundcharakter des CD-2 dadurch maßgeblich verändert. Die Differenzen sind, na ja, eher subtiler Natur und ohne, dass ich nun zig A/B-Vergleiche zur in Stein gemeißelten allgemeingültigen Validierung meines Eindrucks durchgeführt habe, empfand ich aufs erste Hören die 48kHz angenehmer als den 192kHz-Modus, welcher auf mich zwar irgendwie etwas reiner und beruhigter, aber auch steriler wirkte. Aber lassen Sie uns damit gar nicht lange aufhalten, probieren Sie’s beim Probehören einfach mal selber, falls der Bel Canto Ihr grundsätzliches Interesse wecken sollte, und wenden wir uns, um genau diesen Punkt zu klären, im Folgenden Grundsätzlicherem zu:

bel canto cd-2

Sie stehen dem aus Einsen und Nullen erzeugten Klang bisweilen eher skeptisch gegenüber? Begrifflichkeiten wie „digitale Härte“ sind ein rotes Tuch für Sie? Aber der Reihe nach, ich möchte Ihnen den Charakter des Bel Canto CD-2 wie gewohnt ja etwas detaillierter näherbringen:

Eine der Anforderungen, die ich an gutes HiFi stelle, ist, dass dieses mir auch dann den rechten Genuss zu vermitteln vermag, wenn die Aufnahmequalität der eingelegten Musik nicht zur allerersten Garde gehört. Das Gerücht „je hochwertiger das HiFi, desto unhörbarer werden schlechte Aufnahmen“ schwappt mir nichtsdestotrotz immer wieder mal entgegen – ich persönlich kann diesem allerdings recht wenig abgewinnen. Wäre ja auch traurig, wenn zum Dank dafür, dassbel canto cd-2 man gerade richtig dick in HiFi-Hardware investiert hat, es mit einem Teil der Musik-Sammlung auf einmal Essig ist. Anlagen, mit denen solches passiert, haben nach meinem Dafürhalten schlicht und einfach einen Bug – egal, wie teuer sie sind und von welcher Marke sie stammen. Häufig muss ja das „gute Auflösungsvermögen“ dafür herhalten – welches zu Unrecht mit Analytik in einen Topf geworfen wird. Letztere macht sich immer dann bemerkbar, wenn Einzelheiten aus der Musik herausgeschält werden, ohne sie in einen musikalischen Zusammenhang zu stellen, was häufig auch mit einer Überbetonung der Attackphase einhergeht. Selbst tonale Missverhältnisse, wie eine als – na, sagen wir mal – autonome Zelle zu Werke gehende Hochtonabteilung, werden bisweilen mit „hohem Auflösungsvermögen“ in Verbindung gebracht. Mit guter Auflösung, mit Feinzeichnung hat das alles nicht gerade viel zu tun, wie ich finde.

„Okay, und was hat das mit dem Bel Canto zu tun?“, fragen Sie sich in diesem Moment wohlmöglich. Nun, Sie wissen bereits, auch wenn dies freilich noch nicht den gesamten Charakter des CD-2 beschreibt, was ich an diesem kleinen Dreher schätze – ich greife dazu aber auch mal ein kleines Beispiel heraus:

the foals antdotes

Nur wenige Tage ist’s her, da lief bei mir der Erstlings-Longplayer der aus Oxford stammenden Foals (Album: Antidotes, 2008) rauf und runter – sogenannter (in jedem Fall hochinteressanter) Math Pop: Statt dem Hörer, wie es bei Formationen von der Insel ja nicht unüblich ist, mit opulenten Gitarrenbreitseiten die Haare zu föhnen, kommt Antidotes, wenn ich mich nicht ganz stark verhört habe, ohne einen einzigen Akkord aus – vielmehr überzeugt die Gitarre aufgrund ihres rhythmisch anspruchsvollen, aber punktgenauen, glasklaren Melodiespiels. Weniger überzeugend ist dagegen die Klangästhetik des Ganzen. Eher glashart als glasklar wirkt es über alles betrachtet leider. Becken und Hi-Hat waren beispielsweise über meine Thiel CS 2.4, die nun den wesentlich geschmeidiger aufspielenden CS 3.7 Platz gemacht haben, mehr oder weniger ungenießbar (die genannten Lautsprecher liefern im Vergleich übrigens ein hervorragendes Beispiel dafür, dass mehr Auflösung mit weniger Analytik und mehr Langzeittauglichkeit einhergehen kann).

Zurück zu unserem Probanden: Der Bel Canto CD-2 schränkt die Genießbarkeit solcher Aufnahmen nun in keiner Weise ein. Was aber – und dies mag überraschen – nun nicht in einer besonders hochtondezenten, sonoren, warmen oder sonst was für einer Spielweise begründet liegt, sondern an der sorgsamen Ausarbeitung von Tönen (nein, kein bloßes Rausschälen von Details) und nicht zuletzt – ja – an seiner überaus aufgelösten, offenen Darstellung der oberen Lagen.

Test: Bel Canto CD-2 | CD-Player

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