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Klangliches zur Blumenhofer Fun 13, Teil 2

Inhaltsverzeichnis

  1. 3 Klangliches zur Blumenhofer Fun 13, Teil 2

Und noch etwas gehört unbedingt erwähnt: Der Grad an Auflösung und Transparenz, den die Blumenhofer im Mittenband erreicht, ist, preisklassenbezogen, nichts weniger als überragend. Wenn ich nur einen einzigen Grund nennen dürfte, warum die Fun 13 ein sehr interessanter Lautsprecher ist, dann diesen. Das Wort „überragend“ muss hier wirklich sein, schließlich habe ich sie ständig im Vergleich zu meiner Thiel SCS4 gehört: Und habe ich diesen amerikanischen Monitor etwa gekauft, um mich basstechnisch mal so richtig rannehmen zu lassen, Pegelfeste zu feiern oder im Hochton-Air zu schwelgen? Nein! Gerade die akkuraten, transparenten Mitten gehen als Kernkompetenz der Thiel durch und machen sie so attraktiv.

Interessante Vergleiche: Thiel vs. Blumenhofer
Interessante Vergleiche: Thiel vs. Blumenhofer

Goldberg VariationenUnd doch geht mit einem Wechsel zur Blumenhofer Fun 13 immer auch ein Gewinn an Klarheit in den mittleren Lagen einher, es tönt tatsächlich noch transparenter, man hat das Gefühl, noch näher dran zu sein. Sei das nun bei den für Violine, Viola und Cello transkribierten Goldberg Variationen (Hybrid-SACD, Caprice Records, 2003), beim charakteristisch heiser-überblasenen Trompetenton eines Molvær (auf dessen neuer Platte Baboon Moon neben ruhigerer Kost auch düster-drängende Massivsoundscapes aufsteigen, für die weder Thiel noch Blumenhofer so richtig gerüstet sind, manchmal braucht’s dann doch einfach große Boxen) oder dem Gesang Nils Petter Molvaerder Frau Feist (beim Song „Let it die“ des gleichnamigen Albums fiel’s besonders auf): Stets wird da ein minimaler, leicht verundeutlichender, das Klangbild insgesamt etwas weicher zeichnender Nebel weggepustet. Es stellt sich das Gefühl ein, Gesang und Instrumente stünden einem quasi nackt gegenüber. Wirklich erstaunlich.

Blumenhofer Fun 13

Feist / Let it dieAllerdings: Gerade bei Stimmen deutete sich diese Tugend der Blumenhofer schon lange vor den eigentlichen A/B-Vergleichen an. So manches Mal während der Zeit, da sich die Fun 13 bei mir einspielte und ich eigentlich mit anderen Dingen als „aktivem Hören“ beschäftigt war, dachte ich: „Ach das wird da gerade gesungen!“

Das Kriterium Sprachverständlichkeit ist ein seltsames. Ich kann mich nicht daran erinnern, je vor der Anlage sitzend gedacht zu haben, wie vernuschelt da jetzt wieder gesungen wird (wenn nicht gerade van Morrison lief). Aber wenn es dann besonders klar klingt, rutschen einem die Worte, so scheint’s, nicht nur als, naja: Töne in die Ohren, sondern auch als mehr oder minder sinnvolle Satz- beziehungsweise Lyrics-Bestandteile. Nun, um zur Blumenhofer zurückzukommen: Die Fun 13 ist sehr sprachverständlich. Wenn sie bei Popmusik heimlich ganz froh sein sollten, den Text nicht immer verstehen zu müssen, weil da eh wenig Essenzielles bei herumkommt … hm, das Blumenhofer Fun 13Weghören fällt mit der Blumenhofer Fun 13 nicht gerade leicht. Und was da so alles zusammengesungen wird!

Welche Tugenden der Blumenhofer hatten wir bisher? Feindynamische Spielweise, hochtransparente Mittenwiedergabe und eine exzellente „Über-alles-Geschlossenheit“, sei’s tonal, sei’s „tempotechnisch“. Auf die Liste gehört allerdings auch noch die Art und Weise der räumlichen Darstellung der Musik.

Zunächst einmal: Ich habe nicht den Eindruck, dass dieser Standlautsprecher weniger frei als eine gute Kompaktbox abbildet. Da klebt gar nix an den Säulen fest, gibt man sich etwas Mühe mit der Aufstellung, „schwebt“ die Musik im Raum. Angenehm sowas. Dabei beginnt die virtuelle Bühne dort, wo das meistens der Fall ist: bei der Grundlinie zwischen den Boxen. Von dort aus wird die Musik – wenn die Aufnahme es hergibt – überzeugend tief nach hinten gestaffelt. Lautsprecher, die mehr (Super-)Hochtonenergie in den Raum geben, können die Bühnenausmaße teils noch tiefer, höher, größer wirken lassen (die Diskussion darüber, ob das Fake oder realismuserhöhend ist, überlasse ich Ihnen). Das Geschehen auf der Bühne wirkt angenehm sortiert, die Fun 13 bildet nicht nur genau und sicher ab, die Klänge geraten ihr auch schön plastisch, körperlich – vor allem im Stimmbereich ist das wirklich etwas für Genießer!

Test: Blumenhofer Fun 13 | Standlautsprecher

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