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Test Fonel Emotion Testbericht fairaudio Hifi

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Dies betrifft beispielsweise auch die räumliche Darstellung. Ob komplettes Streicher-Ensemble, weitläufiger, estsphärischer Höhlensound oder der zupackende Jazz der drei Herren Svensson/Berglund/Öström (EST, Album: Leucocyte, 2008): Die sich ergebenden Bühnen geraten nicht nur tadellos offen, plastisch und in sich bestens sortiert, sondern weisen ein vergleichsweise markantes Tiefenprofil auf. Dennoch drängt sich die Abbildungspräzision beim Musikhören in keiner Wiese in den Vordergrund, sondern wird als formales Kriterium erst dann richtig gewahr, wenn man die Bühnenqualität „kopfig“ abklopft – zum Beispiel im Rahmen von A/B-Vergleichen.

Ursächlich hierfür ist sicherlich nicht zuletzt eine Tugend des Fonel Emotion, die im amerikanischen bisweilen mit Bloom umschrieben wird, mit der Bühnenqualität eigentlich nur indirekt etwas zu tun hat, aber eben auch dafür sorgt, dass die einzelnen Akteure nicht wie mit dem Laser abgezirkelt dicht an dicht in den Raum gestellt werden. Ich weiß nicht, ob Sie schon mal eine Komponente zu Ohr bekommen haben, die Letzteres tut: Mangelt es an Bloom, also an diffuser Luftigkeit und Feinstofflichkeit um die einzelnen Instrumente herum, so geraten diese klanglich tendenziell unnatürlich glatt und in ihrer Charakteristik mithin weniger komplex. Gleichzeitig fehlt es der an sich präzisen Abbildung insgesamt an Lockerheit und realistischer Plastizität. Und genau dies passiert dem Fonel Emotion eben nicht – er bietet den einzelnen Akteuren quasi ausreichend Raum zum Durchatmen.

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Passend dazu, wird das vielschichtige, obertonreiche Spiel von Akustikgitarren anstandslos feinsinnig dargeboten, Pianos werden mit Glanz und gebührend langanhaltendem (und eben nicht: abgewürgtem) Nachhall Richtung Hörer gereicht und Saxophone – wie zum Beispiel in Robert Wyatts „Comic Opera“ – klingen keinesfalls künstlich rundgelutscht, sondern bekommen genau das Maß an, tja wie soll ich sagen, „anmachender Rauigkeit“ zugesprochen, wie ich das von mit musikalischem Talent beschlagenen, guten HiFi-Komponenten eigentlich erwarte, aber leider nicht immer derart überzeugend serviert bekomme …

Überzeugend gerät zudem das, was der Fonel Emotion in Sachen Bass abliefert: Zu den härtesten Proben, vor die man eine HiFi-Komponente im Tieftonbereich stellen kann, zählt für mich Dives „Broken Meat“cd dive (Album: Concrete Jungle, 1993): Stoisch aus dem Sequenzer hämmernde Beats geben sich hierbei derart tief und mächtig die Ehre, dass einem Angst und Bange werden kann – bisweilen auch um sein Equipment. Nun, zumindest um den Fonel Emotion muss man sich keine Sorgen machen: Kontrolliert, konturiert und dabei für einen Vollverstärker erstaunlich tiefreichend, gibt er sich auch in Extremfällen als potente Basspumpe, weist aber, um Missverständnisse zu vermeiden, freilich auch nicht jene brettharte Strenge auf, wie man sie zum Beispiel von so manchen schwergewichtigen Monos her kennen mag. Fließend-musikalisch und dabei dennoch anstandslos präzise & potent – so könnte man`s vielleicht auf den Punkt bringen.

Bleibt als einer der letzten Punkte auf der Agenda noch der Hochton: Luftig, feinaufgelöst, geschmeidig, absolut ermüdungsfrei und vor allen Dingen reich an Textur und Substanz geht es oben zu Werke – für mich persönlich geht auch der Hochton als uneingeschränkt „starkes Stück“ durch. Aber da ich weiß, dass es auch andere Geschmäcker oder spezielle Anlagenkombinationen gibt: Als betont crisp und frisch würde ich ihn nicht bezeichnen – der Fonel Emotion ist nicht nur aufgrund seiner Hochtonqualitäten kein geeignetes Werkzeug, um weichzeichnenden, zu erdig oder müde agierenden Lautsprechern etwas zusätzlich Elektrisierendes, Knisterndes oder Drahtiges zu verleihen …

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Zubehör: Neben einem hochwertigen Netzkabel liegt dem Fonel Emotion eine Echtholz-Fernbedienung bei.

Test: Fonel Emotion | Vollverstärker

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