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Fonel Emotion: Hingehört …

Inhaltsverzeichnis

  1. 3 Fonel Emotion: Hingehört …

fonel emotion

Wahrscheinlich geht’s Ihnen ähnlich: Man hört und hört eine Komponente, meist über viele Tage verteilt, entdeckt dabei fortlaufend neue Seiten und, ja, irgendwann fällt der Groschen –man weiß plötzlich, wie das Gerät tickt, sprich: hat endlich ein in sich schlüssiges Gesamtbild vor Augen.

Klar, Klang lässt sich in Anbetracht seinesfonel emotion Facettenreichtums, seiner Subtilität unmöglich eins zu eins in Worte fassen – auch deswegen geht nichts übers selber hören. Aber das Grundverständnis von einer Komponente eben schon. Häufig ist’s dann so, dass man die Beschreibung mit den klanglichen Eckpfeilern einer Komponente beginnt beziehungsweise damit, welche Eigenschaften denn besonders ins Ohr fallen: Handelt es sich um eine betont spielfreudige, dynamische Komponente? Oder eine auffällig hochauflösende? Spielen sich nicht der zupackende Bass und der etwas spröde Hochton gemeinsam in den Vordergrund?

Nun, was den Fonel Emotion betrifft, fällt mir solch ein Einstieg in die Klangbeschreibung schwerer. Klar, auch bei ihm kommen mir spontan „Eckpfeiler“ in den Sinn, – allerdings welche, die sich nicht auf Einzelaspekte beziehen, sondern eher das große Ganze beschreiben und deswegen als Einstieg etwas vorwegnehmend oder gar wischiwaschi erscheinen mögen. Aber wie auch immer: Schlüssigkeit und Natürlichkeit heißen die Charakterzüge, die mir beim Fonel Emotion zuallererst in den Sinn kommen.

Mozarts Violinkonzerte 3-5, in hervorragender Aufnahmequalität eingespielt von den Trondheim Solistene und Marianne Thorsen (2007), werden von mir normalerweise fast ausschließlich zu „Analysezwecken“ eingelegt – eingestandenermaßen gehe ich nicht gerade als ausgewiesener Klassik- und schon gar nicht als Mozart-Fan durch:

mozartDas Schöne und gleichzeitig Schwierige ist aber, dass mich der Fonel Emotion selbst bei solchen Scheiben in keiner Weise motiviert, irgendwelche Erbsenzählereien anzustellen, sondern unerwartet verleitet, schlicht und einfach der Musik zu folgen und Gott `nen guten Mann sein zu lassen. Allzu häufig passiert mir das, offen gesagt, bei dieser CD nicht …

Selbst über Standlautsprecher vom Schlage der Thiel CS 2.4 (die für Analysen eigentlich immer bestens geeignet sind und Violinenklänge normalerweise nicht gerade mit Samthandschuhen anfassen) geht es – bei aller Akkuratesse in Sachen Bühnendarstellung und Auflösung, die die Fonel/Thiel-Kombi insgesamt vermittelt – höchst „untechnisch“ oder auch: „unkopfig“ zur Sache.

Natürlich, schlüssig, unkopfig, untechnisch. Verstehe schon, ausschließlich nebulös aus der Makroperspektive zu fabulieren, mutet ein wenig dünn an – schon klar. Und deswegen will zumindest ich jetzt mal ein wenig kopfig, sprich analytischer werden:

Was einem beim Hören sicherlich positiv ins Ohr fallen wird, ist beispielsweise der höchst farbige und angenehm substanzeiche Mittenbereich des Fonel Emotion: Dieser sorgt oneida cdnicht nur dafür, dass obiges Violinkonzert zu keiner Zeit Gefahr läuft, blutarm oder dünn zu klingen, sondern dass Geigen auch bei weniger audiophilen Aufnahmen – wie zum Beispiel Oneidas The Eiger (Album: The Wedding) – absolut genießbar, musikalisch fließend und „organisch“ dargestellt werden. Nein, Schnittwunden im Trommelfell provoziert der Fonel Emotion selbst bei randständigen Aufnahmequalitäten in keiner Weise, wozu freilich auch der Hochtonbereich sein Scherflein beiträgt, auf den ich aber weiter unten noch einmal gesondert eingehen möchte.

Eine kuschlige, die Einzelheiten der Musik verhängende Wolldecke zieht Fonels Vollverstärker einem, bei allem Hang zum Wohlklang, aber ebenso wenig über die Ohren und verfügt, um beim Mittenbereich zu bleiben, desweiteren über eine unangestrengte, aber gleichwohl sehr präzise Stimmwiedergabe. a bed to a small mouthZugute kam ihm (oder besser gesagt: mir) diese Eigenschaft beispielsweise, als ich – mal wieder Lust auf etwas Experimentelleres verspürend – das recht ungewöhnliche Album des Musikprojektes A Bed To A Small Mouth einlegte (Nurse With Wound, Zoviet France u.a.), das in einer weitverzweigten Höhle „live“ aufgenommen wurde und, mit allerlei sphärischen Klängen unterlegt, vornehmlich von recht eindringlichem Sprechgesang dominiert wird. Welchem man, wenn’s über den Fonel Emotion geht, unwillkürlich gebannt und vergleichsweise mühelos folgt – trotz der vielen Nebengeräusche respektive der halligen Soundkulisse ist die Stimme nuanciert und bestens verständlich wahrnehmbar.

a bed to a small mouth Der Höhlenplan mit eingezeichneter Instrumentenplatzierung – man lebte, den Tag-Nachtrhythmus verlierend, über geraume Zeit in dieser Höhle.

Ja, in erster Linie unangestrengt musikalisch zu klingen und sich – fast durch die Hintertür – dennoch anstandslos akkurat und präzise zu geben ist eine der Grundeigenschaften des Fonel Emotion …

Test: Fonel Emotion | Vollverstärker

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