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Test Audiomat Opera Reference Testbericht fairaudio Verstärker

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Musik & Klang

Während seines Gastaufenthaltes bei mir blieb der Audiomat Opéra Reference beinahe ununterbrochen eingeschaltet. Häufig durchforstete ich meine Plattensammlung houase of lovespät bis in die tiefe Nacht und hörte insgesamt ein breites Spektrum unterschiedlichster Musik – sowohl digitalisierte als auch analoge. Zwei meiner absoluten Lieblings-LPs sind sicherlich House Of Loves erste (titellose) Alben – zwei Scheiben von denen eine unglaubliche Melancholie ausgeht. Stephen Osbornes Debussys Preludes kam ebenfalls zum Einsatz – eine der besten Interpretationen, die ich kenne.

Der allgemeine Boom an Vinyl-Wiederveröffentlichungen brachte letzten Sommer zwei großartige Re-Releases mit sich: Sonic Youths Meilenstein Daydream Nation kam in einer sagenhaften Box mit einer Vielzahl an Bonus-Tracks heraus und Public Image Limiteds Metal Box wurde ebenfalls ein aufwändiges Remastering beschieden – die Originalpressungen werden deutlich getoppt. Ihr Subwoofer wird PIL auf jeden Fall lieben.

musik

Die Live At Fip Doppel-CD des Hadouk Trios zählt zweifelsohne zu den interessantesten und am besten klingenden CDs, die mir jemals zu Ohren kamen. Eine faszinierende Melange aus europäischen Einflüssen sowie solchen des mittleren Ostens – mit einer zusätzlichen Prise Electronica angereichert. Als ebenso wundervolle musikAufnahme geht sicherlich Tonas y Tonadas durch – La Chimeras Nachfolger des Buenos Aires Madrigal Albums bietet einen interessanten Mix aus früher spanischer Musik und südamerikanischer Folklore.

Zudem hörte ich eine Unmenge an Stoff von Duke Ellington und Count Basie – Aufnahmen aus den Dreißigern und Vierzigern. Sicherlich alles andere als audiophile Perlen, aber der Audiomat rückte – anders als so manch anderes HiFi-Gerät – nicht die Limitierungen der ursprünglichen Bandaufnahmen in den Vordergrund, sondern ermöglichte mir, die Musik schlicht und einfach „nur“ zu genießen. Klar, der Opéra Reference offenbarte sowohl das Bandrauschen als auch die eingeschränkte dynamische Qualität, aber irgendwie störte das nicht.

Meine erste konkret festgehaltene Notiz aber galt der völligen Abwesenheit von möglichen Störgeräuschen – kein Rauschen, keinen Brummen oder sonstiges. Dies galt selbst dann, wenn ich mein Ohr ganz dicht an den Hochtöner hielt. Mit Trafobrumm hat dieser Verstärker ebenfalls nichts am Hut. Keine Frage, dass dieser geringe Level an Störgeräuschen sicherlich mitverantwortlich für die große Liebe zum musikalischen Detail sein wird, die dieser Verstärker offenbart.

Es ist, als ob die Musik von einem Dunstschleier befreit wird, von dem ich nie gedacht hätte, dass dieser ansonsten so virulent zu sein scheint. In dieser Beziehung erinnerte mich meine Reaktion daran, wie mir das erste Mal Green Mountain Audios Callisto Lautsprecher zu Ohren kamen – es resultieren einfach eine Klarheit und Transparenz, die eine stärkere Verbundenheit mit der Musik nach sich ziehen.

Details, die in den Aufnahmen bisher mehr oder weniger im Verborgenen lagen, erblühten plötzlich zu neuem Leben. Und damit meine ich jetzt nichts vom Schlage „oh, ich kann das Rumpeln der unter dem Aufnahmeort hinweg rollenden U-Bahn hören“ oder ähnliches. Jedwede künstlichen oder technischen Anwandlungen der Musik wurden in einem solchen Maße reduziert, dass ich tiefer in die Musik fand, als ich es für möglich gehalten hätte.

Das Gefühl leibhaftig atmende Musiker zu vernehmen, geriet schon beinahe unheimlich – der Audiomat Opéra Reference transportiert die Emotionen und die Spannung der Musik in einer Art und Weise, dass es mich richtiggehend gefangen nahm. Ich hatte bis dato noch keinen Verstärker gehört, dem es gelungen wäre, die reine Lebensfreude der Musik so unvermittelt rüberzubringen. Und stellt schließlich diese Fähigkeit nicht genau das dar, nach dem wir alle suchen?

audiomat

Ich entschuldige mich bei all denen, die an dieser Stelle eine Punkt-für-Punkt-Abarbeitung von Bühnenweite, Abbildungsgenauigkeit, Mittenbereich, Hochton und so weiter erwarten. Wenn es für Sie wichtig ist, diese Dinge haarklein serviert zu bekommen, dann ist der Audiomat Opéra Reference einfach nichts für Sie.

Die Präsentation des Opéra geriet extrem natürlich und in harmonischer Weise reichhaltig – ohne auch nur Spuren von Körnigkeit oder Härsche aufzuweisen. Die unteren Frequenzgefilde kamen überraschend kräftig und knallig rüber – es war schwierig zu glauben, dass der Verstärker tatsächlich nur mit maximal 2 x 30 Watt seine Arbeit verrichtet. Die vorwärtstreibende Gangart und das Tempo des Audiomat gingen desweiteren als außergewöhnlich durch. Auch die Klangfarben von Stimmen und Instrumenten waren nicht weniger als superb.

Aufgrund der außergewöhnlichen Transparenz des Audiomat Opéra Reference werden limitierende Komponenten innerhalb der Signalkette freilich leicht entlarvt. Während der C.E.C. TL53Z eigentlich als exzellenter Player durchgeht und ich diesen – in Anbetracht aller CD Spieler, die ich bisher hören durfte – zweifelsohne zu den besseren Playern zähle, so geriet die Musik doch etwas dünner und „digital-eckiger“ sowie rhythmisch leicht gebremst, wenn der C.E.C. mit dem Audiomat verbandelt wurde.

Merkwürdigerweise war dieser Umstand vergessen, sobald ich den C.E.C. an meinen Mainley Verstärker klemmte – welcher ansonsten durch den Audiomat Opéra Reference eindeutig ausgestochen wurde. Klar, beim doppelten Preis, der für den Audiomat aufzubringen ist, ist das eigentlich eh eine Selbstverständlichkeit.

audiomat tempo

Ich fand später sogar noch Gelegenheit, mir den D/A-Wandler Audiomat Tempo 2.5 auszuleihen, welcher für den hochauflösenden Opéra einen besseren Partner abgab. Nein, der C.E.C. war nun keine Niete, aber der Tempo bot einfach die bessere Performance. Er gab sich als ganz wunderbar musikalischer Wandler und zeigte sich allen mir bis dato bekannten digitalen Komponenten überlegen, wenn es darum ging, die Leichtigkeit und die Lebendigkeit von Musik zu vermitteln. Übrigens: Den Chassis-Boden des Tempo 2.5 bildet eine Blei-Aluminium-Sandwichkonstruktion, daraus resultieren auch die üppigen knapp 15kg, die dieser DAC auf die Waage bringt. Pascal teilte mir mit, dass der Tempo 2.5 aber nichts gegen den 14.490 Dollar kostenden Maestro Reference DAC sei …

Nein, Pascal, ich bitte Dich, mir diesen nun nicht auch noch zu leihen. Der C.E.C. Bericht steht ja schließlich auch noch aus.

Test: Audiomat Opéra Reference | Vollverstärker

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