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Der CD-Player Advance Acoustic MCD 200 …

Inhaltsverzeichnis

  1. 2 Der CD-Player Advance Acoustic MCD 200 ...

Obwohl die Optik des Geräts irgendwie etwas anderes verheißt, ist der Player ein Leichtgewicht. Die Frontplatte ist gar nicht so massiv, wie es zunächst den Anschein hat. Was nicht bedeutet, dass das Gerät nicht solide wirken würde – im Gegenteil. Die komplett in Schwarz gehaltenen Komponenten der neuen „Black Line“ von Advance Acoustic gefallen mir deutlich besser als die schwarz-silbernen der normalen Serie. Alles in allem finde ich sogar, dass die Geräte der neuen Einsteigerklasse irgendwie wertiger wirken. Aber das ist Geschmacksache.

advance acoustic mcd 200

Da ich den MCD 200 gerade in der Hand habe, gleich eine kritische Anmerkung: Die Rückwand bietet wirklich viel Platz: da hätte der Abstand zwischen den Cinchbuchsen (neben den analogen Ausgängen verfügt der Player über einen Digitalausgang) einen Tick größer ausfallen können. Cinchstecker, die etwas mehr auftragen, passen hier kaum advance acousticnebeneinander. Andererseits – wer wird einen CD-Player für 350 Euro über ebenso teure Edelkabel anschließen? Trotzdem, auch mit dünnen Strippen würde ein wenig mehr Abstand die Handhabung erleichtern.

Ok, geschenkt. Die aufgeräumte Front mit übersichtlichem Display und wenigen, gut erreichbaren Bedienelementen versöhnt mich wieder. Ein großer, runder Netzschalter sowie Tasten für den Titelsprung, das Abschalten des Displays (!), Stop, Play und Open/Close – mehr braucht eigentlich kein Mensch – oder? Doch: die Wiederholfunktion. Schließlich handelt es sich nach Auskunft des Vertriebs Domino Design, um ein Neugerät. Und auch preiswerte Geräte bekommen von mir natürlich erst einmal eine längere Nonstop-Einspiel-Zeit zugesprochen. Die Wiederholtaste findet sich – neben anderen üblichen Funktionen – auf der beiliegenden Systemfernbedienung. Letzere kann auch gleich die anderen Geräte der „Black Line“ – den Vollverstärker MAP 101 und den Tuner MAT 601 befehligen. Innerhalb der „Black Line“ gibt es übrigens noch die Vor-/Endstufenkombi MPP 202/MAA 402.

advance acoustiv cd-player

Im Hörraum: Advance Acoustic MCD 200

Nachdem der Player rund zwei Tage vor sich hinspielen durfte, sollte der erste Burn-In erfolgt sein und ich riskiere ein Ohr – lisa bassengeund bin sofort angenehm überrascht. Was da aus meinen Geithain ME 150 tönt, ist nichts anderes als hocherfreulich. Lisa Bassenge („A Sigh A Song“) lässt nichts vermissen. Die Darstellung wirkt sehr aufgeräumt, dynamisch ausgewogen und präzise. Vielleicht ein wenig schlanker als ich es gewohnt bin, dafür aber sehr detailreich. Der Bassbereich ist nicht gaaanz so substantiell, aber kontolliert, die Höhen fein aufgelöst, die stimmlichen Lagen gut differenziert. Hey, der Kleine macht ja richtig Spaß!

„AbyssChirio Yamanaka von Chirio Yamanaka bestätigt diesen Eindruck. Das energiereiche Klavierspiel der Japanerin weiß der MCD 200 überzeugend zu vermitteln. Ich habe weiterhin den Eindruck, dass alles etwas schlanker klingt. Das ist mir aber allemal lieber, als wenn Geräte versuchen Eindruck zu schinden, indem sie Musik zu einem warmen Gewummere machen. Die Dynamik der Anschläge, die Tupfer des Kontrabasses und die Hi-Hats – nirgends ein Patzer.

Um einen ungefähren Eindruck davon zu bekommen, wo der MCD 200 einzuordnen ist, greife ich zu einem bewährten Prüfstein: Quincy Jones‘ Back on the Block. „Jazz Corners of the World“ habe ich schon über unterschiedlichste Anlagen gehört. Und der MCD 200 liefert alles, was ich erwarte. Ok, ich habe diese Scheibe auch über CD-Player gehört, die das 10-fache des MCD 200 kosten. Und diese Player haben mir auch aufgezeigt,Quincy Jones wo die Grenzen der eigentlich recht guten Aufnahme sind. So weit geht der MCD 200 dann nicht, aber er kann verdammt viel mit den Vorzügen der Aufnahme anfangen.

Auch andere mir vertraute Scheiben meistert der MCD 200 mit Bravour. Selbst bei Klassik schlägt sich der preiswerte Player hervorragend. Bei großen Orchestern bricht die Darstellung sogar bei lauten Passagen nicht ein. Die räumliche Abbildung ist gut und bleibt auch bei komplexen Klanggeschehen stabil. Insgesamt überzeugt mich der Player auf allen Ebenen. Damit gibt er für mich nichts weniger als eine faustdicke Überraschung ab.

Einen Wermutstropfen gibt es allerdings: die CD-Schublade. Sie hat seitlich keine Einbuchtungen, damit man die CD am Rand anfassen advance acousticund aus der Lade heben kann. Als ich das erste Mal eine CD aus der Schublade heben wollte, hatte ich das Gefühl, beinahe die ganze Schublade abgerissen zu haben. Nicht, weil ich etwa rohe Gewalt angewendet hätte, sondern weil ich hier die dürrste CD-Lade vor mir habe, mit der ich es in meinem Leben bisher zu tun hatte – PCs eingeschlossen.

Test: Advance Acoustic MCD 200 & MAP 101 | CD-Player

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