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Klang Peachtree Nova: Der D/A-Wandler …

Inhaltsverzeichnis

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Die erste CD, die ich zum Vergleich heranziehe, ist Patricia Barbers „Modern Cool“. Die sich beim Vergleich zwischen Transporter und Nova ergebenden patricia berberunterschiedlichen Klangcharakteristika ähneln denen, die sich bereits beim Hören über den bordeigenen Nova-Verstärker offenbart haben – allerdings auf ungleich höherem Niveau!

Auch hier verleiht der Peachtree Nova Höhen und Bässen mehr Nachdruck als der Transporter. Solange der Nova das Signal auch verstärken durfte, stand dabei eher die Quantität im Vordergrund. Sobald aber der Jadies die Verstärkung des vom Nova-DAC stammenden Signals übernimmt, bekomme ich auch ein echtes Mehr an Bassqualität zu hören:

Der schnalzende Bass im Stück „Postmodern Blues“ setzt sich prägnanter in Szene, bekommt mehr Körper, wirkt einen Hauch authentischer, als wenn ihn der Transporter inszeniert. Mit dem Besen angeschlagene Becken schillern in den höchsten Höhen noch stärker, wobei die Berührung des Besens mit dem Metall des Beckens fein durchhörbar gerät. Dass der ESS DAC fülligere Klangfarben zeichnet als der AKM wurde ja schon beim vorherigen „Versuchsaufbau“ deutlich – das nunmehr auch wahrzunehmende exzellente Auflösungsvermögen kommt aber erst über den Jadies so richtig zum Tragen.

peachtree nova

Der Transporter setzt all diesem eine leicht bessere Durchhörbarkeit in den Mitten entgegen, übt da dezente Zurückhaltung, wo der Nova ein wenig stärker aufträgt. Über den Transporter kann sich die Stimme Patricia Barbers mehr in den Vordergrund setzen, wirkt noch feiner, akzentuierter. Ebenso treten Perkussionsinstrumente stärker in den Vordergrund; die zum Zischeln neigende Aufnahme ist über den Transporter ein wenig entschärft.

Nur um den Deutungsversuchen von Testberichtexegeten zu begegnen: das Ganze spielt sich auf sehr hohem Niveau ab; Kategorien wie richtig oder falsch, besser oder schlechter haben wir hinter uns gelassen. Auch der Transporter ist ein erstklassiges Gerät, dem ich wegen seiner Vorzüge uneingeschränkt die Treue halte. Es geht hier viel mehr um Geschmack als um musikalische Wahrheit. Die Unterschiede zwischen Nova und Transporter erinnern mich ein wenig an die Vergleiche zwischen hochwertigen analogen und digitalen Quellen. Dabei tendiert der Transporter eher die analoge Richtung, der Nova ins digitale Lager.

Wechsel zu einem anderen musikalischen Genre: Neneh Cherrys aus dem Jahr 1989 stammendes Debutalbum neneh cherry„Raw Like Sushi“ halte ich immer noch für eine Perle des Hip-Hops. Musikalisch originell und technisch recht ordentlich produziert, kann man die CD auch „ernsthaft“ hören, ohne gelangweilt oder genervt zu werden. Bei dieser Musik punktet der Nova mit seiner satteren Darstellung klar. Der Wechsel zu etwas dezenteren Tönen (La Chikana, „Tango Agazapado“) lässt den Transporter wieder auftrumpfen. Der ausdrucksstarken Stimme von Dolors Solá widmet sich der Transporter ein wenig aufmerksamer; der unglaublich dynamisch gespielten Gitarre von Acho Estrol entlockt er mehr Energie und Intensität.

Ein Solo-Klavier (Bohuslav Martinu „Complete Piano Music II“ gespielt von Giorgio Koukl,) führt wieder zum Patt zwischen Transporter- und Nova-DAC. Der Transporter kümmert sich ein wenig intensiver um die Feinheiten des Anschlags, der Nova vermittelt stärker, dass ein Piano auch einen Körper und einen Resonanzboden hat. Dynamisch spielen beide DACs etwa auf gleich hohem Niveau.

peachtree audio

Zum Schluss gebe ich mir noch einmal großes Orchester: Beethovens Neunte, eingespielt von den Berliner Philharmonikern unter Herbert von Karajan. Wenn es den Begriff „Bombast-Klassik“ noch nicht gibt – hier ist die Definition davon. Und an dieser Stelle ist ganz klar wieder ein Vorteil für den Peachtree Nova zu verbuchen. Durch seine ausgeprägteren Tieftontalente gelingt ihm bei dieser Art von Musik eine überzeugendere Raumillusion als dem Transporter. Das Orchester hat mehr Körper, bekommt mehr Volumen zugesprochen.

Apropos Raum. Beiden DACs gelingt mit allen Arten von Musik eine beeindruckende Abbildung. Mir persönlich gefällt unter diesem Aspekt zumeist der Transporter besser, der Schallereignisse ein wenig schärfer umrissen ins Bühnenbild definiert. Der Nova hält mit einer besseren Darstellung des Aufnahmeraums dagegen und lässt die Körper von Sängern und Instrumenten plastischer erscheinen.

peachtree-nova

Über meinen Jadies höre ich auch endlich den Einfluss der Röhre. Wird diese in den Signalweg des Peachtree Nova eingeschleift, wirkt das Audiosignal an den Frequenzenden ein wenig runder. Bässe und Höhen klingen etwas weicher, aber auch einen Hauch diffuser. Die Mitten haben eine kleine Dosis Weichmacher abbekommen. Nicht umsonst bewirbt Peachtree die Röhre als ein Instrument, das dem harten Digitalsound audiophile Wärme einhauchen soll. Im Zusammenhang mit der slow-Einstellung der Digitalfilters lassen sich auch stark komprimierte Daten noch einigermaßen erträglich anhören, wie ein kurzer Check mit einer schmalbandigen Internet-Radiostation (Ps Radio Bremen, MP3, 24 kbps ) bestätigt.

Test: Peachtree Nova | Vollverstärker

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