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Audioplan Kontrast V Jadis Verstärker CD-Player Testbericht fairaudio

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Ein tadelloses Rhythmusverhalten zählt zu den weiteren Tugenden dieses Wandlers, wofür neben den sehr überzeugenden (fein)dynamischen Qualitäten der Kontrast auch der sauber zeichnende Bassbereich verantwortlich ist. Als bestens geeignete, den kompletten Frequenzbereich abfordernde Rhythmus-Testscheibe geht beispielsweise Salarymans gleichnamiges 96er Album durch, deren gleichsam unorthodox wie intelligent und involvierend arrangierten Sound- und Percussionlandschaften auch vierzehn Jahre später noch etwas sehr hörenswert Verspielt-Innovatives anhaftet.

salaryman

Nun, in puncto Tiefton-Akkuratesse lässt sich Audioplans Kontrast auch von solch variantenreicher Musik nicht aus dem Tritt bringen: Sei’s dass eine Bassdrum für einige Sekunden auch mal solo schön punchy-trocken in den Raum gestellt werden muss, sei’s dass im Dickicht vielschichtigen Soundgetümmels der eine oder andere Basslauf nachverfolgbar bleiben sollte – nein, zum Verwischen, zum Verschmieren neigt die Tieftonabteilung der Audioplan – passend zu den übrigen Frequenzabteilungen – in keiner Weise.

Anstandslos tief für ein solches Zweiwege-System geht’s zudem runter – als sonderlich satt oder prall abgestimmt, um von der Bassqualität mal zur -quantität zu kommen – gehen die unteren Lagen allerdings nicht durch. Vielmehr erscheinen sie im Verhältnis zum restlichen Übertragungsbereich gar antispikeetwas weniger dick und vollmundig aufgetragen als ich das sonst so gewöhnt bin. Kein Drama: Nicht zuletzt aufgrund der dadurch automatisch resultierenden stärkeren Fokussierung auf die Mitten klingt die Kontrast angenehm unmittelbar und griffig – aber je nach Geschmack und Hörraumakustik sollte man dies zumindest bei der Wahl eines geeigneten Verstärkers oder Quellgerätes im Sinn haben. Recht Interessantes vermittelte in diesem Zusammenhang übrigens der eingangs erwähnte Besuch Thomas Kühns – oder genauer gesagt dessen mitgebrachtes Equipment:

An den Start wurde ein komplettes Audioplan-Konzept gebracht – neben eigenen Racketagen (Lovan Sovereign) rekrutierte sich dieses aus recht kostspieligen Audioplan-Lautsprecherkabeln (über 2.000 Euro für drei Stereometer), einer komplett „neuen Stromversorgung“ (Audioplan-Netzkabel, Powerstar, Fine Filter S, thomas kühnPowerPlant 100: genaueres dazu auf der Audioplanwebsite) und vor allen Dingen zwei recht eindrucksvollen Komponenten des französischen Herstellers Jadis: Als da wären der Vollverstärker DA88S (10.000 Euro) sowie der CD-Player Orphée (13.000 Euro). Der Sinn der für einen Lautsprecher dieser Preisklasse recht feudalen „Versuchsanordnung“: Herr Kühn (im oberen Bild bei seinem Einsatz zu sehen) wollte beweisen, dass entsprechende Elektronik / entsprechendes Zubehör die Kontrast V „keinesfalls überfordert, sondern vielmehr erst komplett ausreizt“.

jadis

Nun, ich selbst hatte die Kontrast ja ebenfalls keineswegs knappgehalten (siehe Equipmentkasten auf Seite 1), interessant war aber, dass unser Proband von dieser Komponentenkonstellation in der Tat sehr stark profitierte, und zwar stärker als dies meine immer wieder zu Vergleichszwecken angeschnallte Sehring S703SE vermochte – allerdings gilt es hierbei zu beachten, dass Herrn Kühn an einer solchen Peripherie eben auch entwickelt, was von Haus aus ein besonders gutes, aber auch eher spezifisches Matching verspricht.

audioplan zubehör

In Sachen Sattheit und Vollmundigkeit in den unteren Lagen waren sich beide Wandler nun plötzlich sehr ähnlich, die Kontrast hatten in dieser Beziehung meine S703SE quasi eingeholt – und lag in puncto Tiefton-Durchzeichnung aber auch Mikrodynamik weiterhin vorne. Die schon zuvor tadellose, gut sortierte und sich angenehm von den Boxen lösende, wenn auch nicht allzu sehr in die Höhe schießende Bühnenabbildung, gewann merklich an Größe und trat einen Schritt weiter nach vorn, insgesamt – auch wenn es an der Fähigkeit, den Hörer zu involvieren, bereits zuvor keinesfalls mangelte – gewann das gesamte Klangbild deutlich an zusätzlicher Energie.

Okay, ich will mich an diesem Versuchsaufbau gar nicht allzu lange aufhalten, denn unbedingt nötig hat ihn unser Proband keinesfalls und sehr speziell ist er zudem – doch insgesamt fand ich’s schon interessant, wie weit sich dieser vergleichsweise grazile Standlautsprecher „aufblasen“ lässt, wenn man’s denn braucht …

Test: Audioplan Kontrast V | Standlautsprecher

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