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Test: Audiomat Aria | Vollverstärker, Röhre/Hybrid

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  1. 1 Test: Audiomat Aria | Vollverstärker, Röhre/Hybrid

September 2011 / Jochen Reinecke

fairaudios's favourite Award 2012Mal auf Französisch: Ich hatte ein echtes Déjà-vu-Erlebnis, als ich – eine sanfte Perlenschnur von Schweißtropfen auf der Stirn – den 26 Kilogramm schweren Audiomat Aria aus seinem Karton wuchtete. Er sieht nämlich seinem im März des Jahres getesteten Bruder „Arpège“ zum Verwechseln ähnlich:

Das Gehäuse baugleich – ebenso das Prinzip der drei Spikes als Verbindung zwischen Gehäuse und Gerätebasis, auch die dunkle, halbtransparente Acryl-Frontplatte weckt deutliche Erinnerungen an den letzten Gast aus dem Hause Audiomat (deutscher Vertrieb: www.h-e-a-r.de) – mit dem schön dicken Lautstärkesteller zur Linken und einem ebensolchen Quellenwahlschalter zur Rechten. Doch statt eines einzigen, mittig prangenden Ein-Aus-Schalters finden wir beim Aria zwei Schalter: den Netz- und einen Mute-Schalter. Bei etwas näherer Betrachtung tritt ein weiterer Unterschied zutage: Der Aria hat fünf Line-Eingänge, während der Arpège derer nur vier aufweist. Und damit wären die äußerlichen Unterschiede bereits aufgezählt. Wie sieht es „unter der Haube“ aus?

audiomat aria

Da muss man etwas mehr ins Detail gehen, denn sowohl Arpège als auch Aria arbeiten mit drei ECC83S-Treiberröhren in der Eingangsstufe und pro Kanal je zwei EL34L in der Leistungsstufe. Dennoch folgen beide unterschiedlichen Schaltungskonzepten, denn im Audiomat Aria wirkt grundsätzlich die gleiche Schaltung wie im nächst teureren Modell, dem ebenfalls bereits hier vorgestellten Audiomat Opéra Reference, was sich auch an der Ausgangsleistung zeigt. Während der Arpège „nur“ die ersten 10 Watt seiner insgesamt 30 Watt pro Kanal im Class-A-Modus abgibt und dann in das etwas verzerrungsreichere Class-B wechselt, fährt der Aria, ebenso wie der Opéra Reference, die A-Klasse bis 23 Watt – zumindest lässt dies das Datenblatt verlauten.

audiomat aria innen

Die Endverstärkung erfolgt im Push-Pull-Modus. Darüber hinaus gibt es für Freunde des Bi-Wiring pro Kanal ein Zweifaches an Lautsprecherklemmen – zuzüglich unterschiedlicher Abgriffsmöglichkeiten für vier beziehungsweise acht Ohm anhängiger Lautsprecherimpedanz.

Ein weiterer Unterschied gegenüber dem „kleinen Bruder“: Im Aria befindet sich auch Elektronik, die nicht der Signalverstärkung oder -veredelung dient: Zum einen ist der Audiomat Aria in Sachen Lautstärke und Mute-Funktion fernbedienbar, zum anderen wurde ihm eine Vorwärmautomatik spendiert. Wenn man den Aria anknipst, werden die Ausgänge stummgeschaltet, das ALPS-Motorpoti läuft automatisch gegen den Uhrzeigersinn in die Nullstellung und die Röhren dürfen eine gute Minute lang vorglimmen, bevor der Verstärker in den Vollbetriebsmodus wechselt. Auch optisch ist zu erkennen, was währenddessen im Aria vorgeht: In der Vorheizphase blinkt die blaue Power-LED, um dann bei Normalbetrieb in ein Dauerleuchten überzugehen. In der Betriebsanleitung wird vor dem Umschalten von Quellen die Benutzung des Mute-Schalters nahegelegt – es scheint, als hätten die Konstrukteure einiges unternommen, um die sensible Röhrentechnik vor jeglicher Unbill zu schützen.

audiomat aria

Bei der Konstruktion des Aria habe man zudem, so der Hersteller, besonderen Wert auf die Vermeidung von Mikrofonieeffekten gelegt. Das betrifft nicht nur die drei Spikes zur Schwingungsableitung, sondern auch die hier und da an manchen Bauteilen angebrachte „Knetmasse“ – übrigens „aktivierte Knetmasse“, wie Arnd Rischmüller vom H.E.A.R. Vertrieb mitteilte.

Und mögen Aria und Arpège auf den ersten Blick auch einige grundsätzliche Gemeinsamkeiten aufweisen, weshalb ich in dieser Hinsicht auch auf den bereits oben erwähnten Bericht aus dem März dieses Jahres verweisen möchte – charakterlich gibt sich der Aria doch ein Stück weit anders als sein Brüderchen. Doch der Reihe nach …

audiomat aria

Test: Audiomat Aria | Vollverstärker

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