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Audio Aéro La Source: Der Klang …

Inhaltsverzeichnis

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Beginnen wir mit der Vorstufe: Sie ist kein Gimmick, sondern arbeitet erfreulich gut. Manch digitale Quelle mit regelbarem Ausgang ist ja durchaus geeignet, den Vorverstärker überflüssig zu machen. An dieser Stelle zeigte mir der La Source mal eben nebenbei, dass mein Arbeitsgerät, die Wyred4Sound-STP-SE-Vorstufe, eher der Mittelklasse zuzurechnen ist. Der La Source klang über den regelbaren Ausgang besser als über die Fixed-Ausgänge in Verbindung mit einer extra Vorstufe, und zwar unabhängig vom gewählten Ausgangspegel (wir erinnern uns, es gibt drei Abstufungen). Ein französischer Journalist, der den La Source vor zwei Jahren rezensierte, kam übrigens im Vergleich zwischen der bordeigenen Vorstufe und einem ATC-SC2-Vorverstärker zu ähnlichen Ergebnissen.

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Der La Source kann auch mit analogen Eingangssignalen ganz hervorragend umgehen. Das muss betont werden, denn er wird ja nicht primär als Vorstufe „verkauft“. Und er ist wirklich ein empfehlenswerter Vorverstärker: Mit zwei Ausgängen (XLR und Cinch) und drei analogen Eingängen (inklusive 1 x XLR) ist man jedenfalls gut gerüstet – und erhält eine Vorstufe mit lebendiger Spielweise, natürlichem, niemals überzeichnetem Klang und einer breiten, gut sortierten Bühne. Im Verbund mit meinem TotalDac beispielsweise war das Ergebnis ebenfalls besser als über den Wyred4Sound-Vorverstärker. Der Franzose gab der Musik einfach mehr Luftigkeit, musikalischen Fluss, Bandbreite und Obertöne. Er wirkt insgesamt transparenter und auch entspannter. Klar, dass dann natürlich der Gesamtpreis für eine ausschließliche Nutzung als Vorstufe nicht mehr ganz in der richtigen Relation zum Ergebnis steht. Nichtsdestotrotz: La Source ist eine eierlegende Wollmilchsau für alle, die eine ideale Kombilösung für Vorstufe und D/A-Wandlung benötigen. Und obendrauf gibt’s halt noch ein astreines Laufwerk.

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Bleiben wir beim Laufwerk – es klingt auf eine Art und Weise sehr Esoteric-typisch – und deutlich anders als mein Jadis-Laufwerk. Geschmackssache, klar. Das Jadis D2 ist etwas entspannter und „farbiger“, während das Esoteric-Laufwerk mit mehr Dynamik und einer präziseren Bühne kontert. Anders gesagt: Das Jadis klingt etwas lieblicher, untechnischer, während das Esoteric etwas „digitaler“ klingt. Das gilt übrigens nur für CDs, denn SACDs liest das Jadis nicht. Anfangs klang der La Source übrigens ein wenig trocken. Er braucht eine sehr ausgedehnte Einspielzeit. Klar, auch nach 100 Stunden wird sich ein La Source nicht in eine antike „Philips Pro“-Bandmaschine verwandeln, aber zumindest seine außerordentliche Lebendigkeit mit etwas mehr tonaler Balance und gesteigertem musikalischen Fluss vereinen.

Auch wenn der Vergleich nicht ganz fair ist: Ich habe versucht, sowohl das Jadis- als auch das Audio-Aéro-Laufwerk mit jeweils einem D/A-Wandler zu vergleichen, zuerst mit dem eingebauten und dann mit meinem Vincent Brient TotalDac. Außerdem habe ich das Audio Aéro/Esoteric-Laufwerk wiederum mit meiner (softwaremäßig leicht gepimpten) Squeezebox Touch sowie dem iMac mit iTunes und Fidelia-Player verglichen. In Sachen Räumlichkeit und Detailreichtum drängte der Esoteric ganz klar alle Mitbewerber locker aus dem Feld. Seine Darstellung ging ins Holografische. Was die Feinauflösung und Neutralität angeht, würde ich den La Source abermals auf den ersten Platz setzen, nachfolgend sodann den iMac mit Fidelia, den Jadis JD2 und als Schlusslicht die – zugegeben kostengünstigste – Squeezebox Touch. Was die „Sinnlichkeit“ angeht – hier stand Jadis auf dem Siegertreppchen, dann La Souce, der iMac und die Squeezebox. Klar, Sinnlichkeit und Involvement sind sehr persönliche Kriterien. Je nach Geschmack dürfte dieses Ranking von Hörer zu Hörer variieren – trotzdem glaube ich, dass die hochwertigen „Anfassgeräte“ letztlich doch mehr bieten, als die reinen Computerlösungen.

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Beim Vergleich zwischen dem Audio Aéro D/A-Wandler und dem TotalDac waren die Unterschiede schon sehr subtil. Zum Vergleich kamen Daten im S/PDIF-Format bis maximal 96 kHz, denn der TotalDac unterstützt keine höheren Raten. Ich brauchte eine ganze Weile, um wirklich erkennbare Profile beider Geräte heraushören zu können. In einer zweiten Runde verglich ich beim Audio Aéro noch USB und AES/EBU miteinander. Überraschenderweise funktionierte USB sehr gut mit einem sehr niedrigen „gefühlten“ Jitter. Vielleicht ist dies darauf zurückzuführen, dass ja sämtliche Daten – wie oben erwähnt – komplett neu getaktet werden, bevor sie in die D/A-Wandlung geschickt werden. Der USB-Eingang dürfte also eine sehr universelle Lösung für alle diejenigen darstellen, die hochauflösende Dateien unkompliziert in Hörbares umwandeln möchten.

Audio Aéro La Source 19Ich bin übrigens immer noch ein Anhänger der SACD. Es gibt einfach gerade im Klassik-Bereich ganz hervorragende Veröffentlichungen, und außerdem scheint es mir heutzutage vergleichsweise einfach, hochauflösende Medien aller Art digital zu verwalten – gut für Klassikliebhaber, zu denen sich der Autor dieser Zeilen zählt. Der Hauptunterschied zwischen dem La Source und dem TotalDac war, dass der Franzose mehr Dreidimensionalität zeigte und etwas lebendiger, trotzdem aber neutral klang. Wie schon gesagt, es handelt sich jedoch um Nuancen; der TotalDAC und der MSB IV Platinum, die bei 6moons zuvor in einer anderen Rezension behandelt wurden, klangen im Vergleich deutlich unterschiedlicher.

Der Klang des La Source D/A-Wandlers kann als rein, sauber und natürlich charakterisiert werden. Die beeindruckende Auflösung liefert ein Klangbild frei von unangenehmen digitalen Artefakten. Der TotalDac produziert ebenfalls ein angenehmes und entspanntes Klangbild von außergewöhnlicher Feindynamik, aber scheint insgesamt auch etwas „dichter“, begrenzter, Vinyl-artiger. Über AES-EBU- und BNC-Eingänge schien die Transparenz noch leicht verbessert – in der Praxis hat dies vermutlich aber wenig Relevanz, denn digitale Media-Player mit solchen Ausgängen sind immer noch selten.

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Ein weiterer wichtiger Unterschied war die bessere Integration der Squeezebox durch den La Source. Die Squeezebox Touch klang so deutlich näher an der CD als über den TotalDac oder meinen Yamamoto YDA-01-Wandler vermittelt. Vermutlich ist dies auch ein Resultat der außerordentlich hochwertigen Master-Clock – und Selbiges galt auch für den Fidelia-Player auf dem iMac und das Trends UD-01 USB-Interface. Sie können sich denken – ich habe in den drei Monate ganz schön mit SACDs, CDs und unkomprimierten AIFF-Files herumjongliert.

Konzentrieren wir uns im Folgenden mal auf drei konkrete Alben – zwei CDs und einer SACD …

Test: Audio Aéro La Source | Vorstufe

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