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Test-Fazit: Technics SU-G30

Inhaltsverzeichnis

  1. 3 Test-Fazit: Technics SU-G30

Das Technics-Revival empfinde ich mit Blick auf den SU-G30 als geglückt. Was daran liegt, dass die Entwickler nicht auf tränenrührige Retrokultur, sondern auf ein hochmodernes, technisch ausgefeiltes und zukunftssicheres Konzept gesetzt haben. Dieser netzwerkfähige Vollverstärker ist ein Ausstattungsbiest! Die Liste mit Digitalformaten, die er beherrscht und abspielt, würde den Rahmen dieses Fazits sprengen. Deshalb nenne ich nur eins, dass ich auf seinem Datenblatt NICHT gefunden habe: OGG Vorbis. Sonst kann er alles. Inklusive DSD 11,2 MHz. Kontakt zum heimischen Netzwerk nimmt er „wireless“ oder per LAN-Kabel auf. Zum mediaplayerbewehrten Rechner via USB-B, für iPod & Co steht USB-A zur Verfügung. Wer mag, kann den Technics SU-G30 auch mittels Bluetooth oder AirPlay bespielen. Ach ja, Vinyl geht natürlich auch …

Technics SU-G30

Als Highlight ist sicherlich das integrierte Lautsprechereinmesssystem „LAPC“ zu nennen, das sich vollkommen unkompliziert auf die angeschlossene Last einstellt. Bemerkenswert finde ich, wie intuitiv und flüssig sich die ganze Featureflut bedienen lässt. Entweder am Gerät selbst, per Fernbedienung oder App, die ebenfalls als sehr gelungen und übersichtlich durchgeht. Klanglich bewegt sich der smarte Japaner auf der transparent-lebendigen und eher „hellen“ Seite einer gedachten Klangwaage. Wobei der profunde und trocken-stramme Bassbereich für gelungenen Ausgleich sorgt. Da der Technics in seiner Preisklasse – und überhaupt – derzeit im Grunde kaum einen direkten Gegner hat, fällt es nicht so leicht, ihn im Rahmen eines Wettbewerbsumfeldes zu verorten. Das konzeptionell ungleiche Sparring mit meinem Magnat RV-3 lässt aber doch Rückschlüsse darauf zu, dass er klanglich im Vergleich mit guten „puristischen“ Amps seiner Klasse auf Augenhöhe unterwegs ist. Und das ist doch eine Ansage. Ungefähr so muss das wohl aussehen, wenn ein Traditionshersteller wie Technics einen Neuanfang wagt!

Steckbrief Technics SU-G 30:

  • Der Technics überzeugt auf Anhieb mit einer sehr klaren und transparenten Diktion, die ein frisches und leichtfüßig-federndes Klangbild vermittelt. Zudem erlaubt er tiefe Einblicke in musikalische Strukturen.
  • Dafür, dass diese Frische nicht ins glasig-bissige abdriftet, sorgt das kraftvolle und tief hinab reichende Bassfundament. Auch hier ist sportlich-sehnige Straffheit Trumpf, bei allem Nachdruck tönen die „Kellerfrequenzen“ stets kontrolliert, niemals undefiniert-dröhnig. Dem Einmesssystem „LAPC“ gebührt ein gehöriger Anteil daran.
  • Ergänzt wird das positive Bild durch ein sehr körperhaft und „griffig“ dargebotenes Mittenband, das sich keine Verfärbungen oder schmeichlerische Wärme erlaubt. Stimmen wie Naturinstrumente werden realistisch-linear abgebildet, ohne dass dies künstlich oder unterkühlt wirken würde.
  • Die „Über-alles“-Wiedergabe ist sehr flüssig, sehr musikalisch, sehr rhythmisch. Der SU-G 30 vermittelt Spaß an der Musik. Man hört ihm gern und lange zu.
  • Auch am oberen Frequenzende leuchtet der Technics alle Winkel hell aus, transportiert alle relevanten Informationen. Allerdings wahrt er gekonnt die Grenze zwischen „hell leuchtend“ und „überstrahlt“.
  • Die Abbildung der virtuellen Bühne kann man guten Gewissens als „realistisch“ bezeichnen. Sowohl in Breite und Tiefe sind keine Übertreibungen feststellbar. Die Ortbarkeit von Einzelereignissen ist sehr gut.
  • Schön: Auch verlustbehaftete Musikdateien, etwa über einen frontseitig angeschlossenen iPod zugespielt, klingen nicht blutleer oder nerven mit Kompressionsartefakten. Der Einfluss der „Re-Master“-Funktion, die komprimierte Dateien intern wieder „hochrechnen“ soll, ist klanglich jedoch eher marginal.
  • Das integrierte Lautsprechereinmesssystem „LAPC“ ist eine wirklich brauchbare Alltagshilfe. Man muss es nicht benutzen, der positive Effekt überzeugt aber.
  • Der eingebaute Phonovorverstärker für MM-Pickups ist kein Alibifeature. Er liefert ein stimmiges, lebendiges und kraftvolles Klangbild, mit dem Gelegenheits-Vinylisten bestens leben können.

Daten und Fakten:

  • Modell: Technics SU-G30
  • Konzept: Class-D-Vollverstärker mit Netzwerk- und Streamingfunktion
  • Preis: 2.999 Euro
  • Maße & Gewicht: 430 x 98 x 424 mm (BxHxT), 11,5 kg
  • Besonderheiten: Lautsprecher-Einmesssystem „LAPC“; Verarbeitung nahezu alle gängigen Digitalformate (bis PCM 384 kHz/32 Bit) inklusive ALAC, FLAC und DSD 11,2 MHz
  • Analogeingänge: 1 x Hochpegel (Line), 1 x Phono (MM)
  • Digitaleingänge: 2 x Koax, 1 x Optisch (Toslink), 1 x USB-A (2A Ladestrom für portable Devices), 1 x USB-B, LAN, WLAN, Bluetooth, AirPlay
  • Garantie: 5 Jahre

Hersteller & Vertrieb:
Panasonic Marketing Europe GmbH
Winsbergring 15 |
22525 Hamburg
Telefon: +49(0)69-2222 1313
eMail: support_DE@eu.technics.com
Web: www.technics.de

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Test: Technics SU-G30 | Vollverstärker

  1. 3 Test-Fazit: Technics SU-G30

Über den Autor

Equipment

Analoge Quellen: Laufwerk: Transrotor Insigne Tonarm: Rega RB 300 Tonabnehmer: Shelter 201 (MM) Sonstiges: Tuner Sansui T-80

Digitale Quellen: CD-Player: Lua Appassionato, Yamaha CD-S 1000 Streamer: Pioneer N-50, Marantz NA 8005

Vorstufen: Phonoverstärker: Lehmann Audio Black Cube Statement

Lautsprecher: Magnat Quantum 905, Klipsch RF-82 II

Kabel: Sonstiges: LS- und NF-Kabel durchgängig in-akustik, alternativ Eagle Cable, WireWorld

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