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Test-Fazit: Technics SL-1200GR

Inhaltsverzeichnis

  1. 2 Klang: Technics SL-1200GR
  2. 3 Test-Fazit: Technics SL-1200GR

 

Für mich als bekennenden „1200er-Fanboy“ stellt sich die Frage, weshalb man sich diesen Kultdreher auch heute noch ins Hörzimmer stellen sollte, eigentlich nicht. Für Sie aber möglicherweise schon. Nun, weil er ganz abgesehen vom Hype, der um ihn veranstaltet wird, ein richtig guter Plattenspieler ist! Das fängt schon bei seiner unprätentiösen und selbst für Anfänger nachvollziehbaren Installation an und hört bei seinem nüchtern-sachlichen Klangbild mit durchaus zackig marschierendem Grundduktus, das sich durch die Wahl des Tonabnehmers in fast jede erdenkliche Geschmacksrichtung trimmen lässt, nicht auf. Sicher: Einen Pitchfader wird kaum ein Heimanwender je brauchen. Auch das einstellbare Anlauf- und Abbremsmoment („Torque“) des Tellers ist eher ein Profitool. Die ausfahrbare Nadelbeleuchtung und die Oszilloskoplampe sind hingegen sehr nützlich, die über ein großes Rändelrad bedienbare Tonarmhöheneinstellung ist schlicht eine Superidee. Natürlich kann man Plattenspieler heute nobler, eleganter und „lifestyliger“ gestalten. Vielseitiger allerdings kaum. Dass der pragmatische Technics dabei noch immer wie für die Ewigkeit gebaut wirkt, ist sicher kein Nachteil.

Steckbrief Technics SL-1200GR:

  • Wer den 1200er für einen reinen Tanzflächendreher hält, verkennt ihn gewaltig. Der Bassbereich kommt knorrig, erdig und straff-trocken daher, reicht gleichwohl tief hinab. Wer Wände wackeln lassen möchte, kann das tun, muss dafür aber einen entsprechenden Tonabnehmer (etwa ein Ortofon „Nightclub“) montieren.
  • Von Haus aus klingt der Technics auch im Mittenband tendenziell sachlich-nüchtern und verfärbungsfrei. Seine Darstellung von Gesangsstimmen ist frappierend griffig und körperhaft, die von Naturinstrumenten sehr klar und strukturiert. Einen „Eigenklang“ erlaubt er sich nicht.
  • Natürlich hängt die Güte der Hochtonwiedergabe ebenfalls entscheidend vom montierten Tonabnehmersystem ab, im Test jedenfalls präsentierte der Technics SL-1200GR ein fein aufgelöstes, detailreiches und sehr luftiges oberes Frequenzende, das keine bissigen Spitzen kannte.
  • Was Souveränität und Laufruhe anbetrifft, ähnelt seine Performance Masselaufwerken (sowas ähnliches ist er ja auch). Er rotiert mit einer inneren Ruhe, die sich in einer sehr homogenen und entspannt-lässigen Wiedergabe manifestiert.
  • Auch wenn ich dem Technics SL-1200GR keinen verfärbenden Eigenklang attestiere, kann er einen tendenziell zackig-marschierenden Duktus nicht verhehlen. Er weist ein traumwandlerisch präzises Timing auf. Für diese Tugend lieben ihn ganze DJ-Generationen.
  • Abbildungspräzision, auch in Sachen Raumdarstellung, ist absolut sein Ding. Zu Gehör kommt, was in der Rille ist. Nicht mehr, nicht weniger. Ist ein Konzertsaal groß, hört man das. Und umgekehrt. Die Ortbarkeit von Einzelereignissen auf der Bühne ist tadellos.
  • Zu den großen „Vorurteilen“ gegenüber diesem Plattenspieler gehört die Behauptung, dass er vor Dynamik nur so strotze. Das muss man korrigieren und sagen: Mit entsprechend „lauten“ Tonabnehmern lässt er es richtig krachen, das stimmt wohl. Er kann aber auch ganz anders. Wer es feinfühliger mag, wird in ihm trotzdem den richtigen Dreher finden.

Fakten:

  • Modell: Technics SL-1200GR
  • Konzept: Plattenspieler mit Direktantrieb
  • Preis: 1.500 Euro (ohne Tonabnehmersystem)
  • Maße & Gewicht: 453 x 173 x 372 mm (B x H x T); ca. 11,5 kg (mit Haube und montiertem System)
  • Farben: Silber, Schwarz (Modellbezeichnung: SL-1210GR)
  • Garantie: 2 Jahre

Hersteller und Vertrieb:
Technics
Winsbergring 15 | 22525 Hamburg
Telefon: +49(0)40–8549-0
E-Mail: support_DE@eu.technics.com
Web: www.technics.com

Test: Technics SL-1200GR | Plattenspieler

  1. 2 Klang: Technics SL-1200GR
  2. 3 Test-Fazit: Technics SL-1200GR

Über den Autor

Equipment

Analoge Quellen: Laufwerk: Transrotor Insigne Tonarm: Rega RB 300 Tonabnehmer: Shelter 201 (MM) Sonstiges: Tuner Sansui T-80

Digitale Quellen: CD-Player: Lua Appassionato, Yamaha CD-S 1000 Streamer: Pioneer N-50, Marantz NA 8005

Vorstufen: Phonoverstärker: Lehmann Audio Black Cube Statement

Lautsprecher: Magnat Quantum 905, Klipsch RF-82 II

Kabel: Sonstiges: LS- und NF-Kabel durchgängig in-akustik, alternativ Eagle Cable, WireWorld

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