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Teac Esoteric RZ-1 – Konzeptionelles

Inhaltsverzeichnis

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Das Design ist durchaus gefällig: Es entstammt der „Elegance“-Serie der Japaner und dürfte sich mit seinen wohlproportionierten Rundungen und den wenigen an der Front angeordneten Bedienelementen harmonisch in fast jede Wohnumgebung einfügen. Ob als zentraler Bestandteil einer HiFi-Kette im entsprechend technoiden Umfeld eines Audioracks oder – ich habe das rein interessehalber mal ausprobiert – unter einem Plasmabildschirm platziert: Das Teil sieht wirklich gut aus!

esoteric rz-1

Und fasst sich ebenso an. Die sechs runden Taster, die neben der Eingangsquellenwahl das Menü sowie die grundlegenden Funktionen des Laufwerks steuern, haben einen präzise definierten Druckpunkt. Sicher sind das Äußerlichkeiten, die noch nichts über die Performance eines solchen Gerätes aussagen, einen positiven und wertigen Eindruck hinterlassen sie dennoch. Das große, dimmbare Zentraldisplay ist gut ablesbar und liefert alle relevanten Informationen. Die recht wuchtig geratene Infrarotfernbedienung ist Esoteric-typisch, bietet aber aufgrund eben dieser relativen Größe ein praxistaugliches Maß an Übersichtlichkeit und Ergonomie.

Das sie auch recht schwer ist, liegt am Material: Wie das Hauptgerät ist sie aus Aluminium gefertigt, was – meiner Meinung nach – der Haptik sehr zuträglich ist. Ich mag diese oft zerbrechlich wirkenden Plastikkärtchen mit gummierten Sensortasterchen nicht, die viele Hersteller selbst in dieser Preisklasse ihren Produkten beilegen.

esotzeric fernbedienung

Technisch lehnt sich das Musiksystem eng an die bekannten Quellgeräte der Japaner an. So ist etwa der D/A-Wandler AK4392 – ein 32-Bit-Typ – aus dem CD-/SACD-Spieler X-05 übernommen und auch das robuste und flüsterleise arbeitende Laufwerk, das die Disks ähnlich einem Autoradio via „Slot-in“ einzieht und ergo auf eine Schublade verzichtet, kann bereits hausinterne Referenzen vorweisen. Die Stromversorgung gibt sich klassisch: Hier sorgt ein Ringkerntrafo für die ausreichende Versorgung aller Baugruppen, was inzwischen – und gerade in diesen Preisregionen – zum Standard gehört.

esoteric rz-1 cd-einzug

Neben dem Abspielen von CDs (keine komprimierten Formate wie etwa MP3) und SACDs widmet sich das RZ-1 vor allem Digitalquellen sowie den so genannten „neuen“ Medien. Seinen internen D/A-Wandler stellt es via koaxialem (1x) und optischem (1x) Eingang auch externen Digitalzuspielern zur Verfügung. Wie diese davon profitieren können, lesen Sie im Abschnitt „Was WAPt denn hier so?“.

Über einen USB-Eingang nimmt der Esoteric Signale etwa direkt vom Rechner mit bis zu 96 Kilohertz und 24 Bit entgegen. Eine „USB-Isolator“ getaufte Schaltung trennt hier die Versorgungsspannung beispielsweise einer angeschlossenen Festplatte vom eigentlichen Line-Signal und soll so dafür sorgen, dass dieses frei von unerwünschten Störgeräuschen bleibt. Das scheint gelungen: Denn das einzige, was ich in diesem Betriebszustand störend wahrnahm, war das Rauschen meiner Festplattenlüftung …

esoteric rz-1 anschlüsse

Und für „Analogis“ gibt’s natürlich auch was: Zwei Line-Eingänge warten auf weitere Quellen. Eigentlich sogar drei. Line 2 lässt sich über das Menü vom Hochpegel- in den Phono-MM-Modus schalten, was lobenswert ist und zudem recht ordentlich klingt. Näheres dazu beschreibe ich im entsprechenden Abschnitt.

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Kann auch Phono: Der Line2-Eingang

Class-D tut gar nicht weh

Zu Unrecht werden Class-D-Verstärker in der ambitionierten Klasse von vielen Hörern mit Stirnrunzeln und eher distanziert betrachtet. Das hauptsächliche Vorurteil, gegen das diese Technologie in HiFi-Kreisen ankämpfen muss, ist das des harschen, harten und emotionslosen Klangbildes. Was bei manchem Vertreter dieser Gattung vor einigen Jahren durchaus auch so festzustellen war.

Das ist heute anders. Und nicht nur das. Class-D hat viele Vorteile und gilt als effizientestes Verstärkerprinzip überhaupt. In der Regel setzt ein solcher Verstärker etwa 90 Prozent seiner aufgenommenen Leistung in Ausgangsleistung um. Sensationell, wenn man bedenkt, dass die weit verbreiteten Class-A- und Class-AB-Schaltungen eher überschaubare Wirkungsgrade zwischen 25 und 50 Prozent erzielen. Der Rest wird als Wärme verbraten, die entsprechend abgeführt werden muss. Meist über üppig dimensionierte Kühlkörper. Auch die braucht ein Class D-Verstärker nicht, sein Gehäuse kann sogar – wie bei meinem Testkandidaten von Esoteric – komplett geschlossen gebaut werden.

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Zudem hat sein technisches Layout – um einer weiteren Präjudizierung Paroli zu bieten – mit „digital“ gar nichts zu tun. Dies würde nämlich eine tatsächliche Wandlung analoger in digitale Signale voraussetzen. Was ein Class-D-Amp aber gar nicht tut. Der gehört zur Gattung so genannter Schaltverstärker, die ihre Leistungstransistoren entweder komplett durchschalten (es fließt der maximal mögliche Strom des Netzteils, es fällt aber kaum Spannung ab) oder sperren (der Stromfluss ist gleich Null). Um aus diesen Impulsen ein „Musiksignal“ zu konstruieren, nutzt der Verstärker das Prinzip der Pulsweitenmodulation (PWM), wobei ein integriertes Generatormodul ein dreieckförmiges Signal von etwa 350 Kilohertz erzeugt, welches man als Trägerfrequenz bezeichnet. 350.000mal in der Sekunde wird nun die Spannung des eingehenden Musiksignals („Nutzsignal“) mit dem Momentanwert der Trägerfrequenz verglichen, die Leistungstransistoren entsprechend auf „Durchgang“ oder „Sperren“ geschaltet.

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Am so genannten Comparator-(Vergleicher)-Anschluss des Transistors liegt zeitgleich ein rechteckförmiges Signal gleicher Frequenz an, dessen Impulsbreite variiert und dem Spannungsverlauf des Eingangssignals entspricht. Das Nutzsignal „reitet“ auf der Trägerfrequenz, ähnlich wie beim UKW-Rundfunk. Am Verstärkerausgang muss die Trägerfrequenz wieder vom Nutzsignal getrennt werden. Hierzu nutzt man meist eine technisch simple Filterung, bestehend aus einem Kondensator und einer Spule. Vereinzelt reagieren Class-D-Verstärker „mädchenhaft“ auf sich verändernde Lasten, sind also mitunter etwas lautsprecherkritisch (auch hierzu existieren dann wieder spezielle technische Lösungsansätze: siehe zum Beispiel NAD M2). Auf den Esoteric RZ-1 traf dies bei meinen Versuchen aber nicht zu: An allen Lautsprechermodellen, die ich zum Test heranzog, funktionierte der Japaner ohne Probleme.

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Test: Esoteric RZ-1 |

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