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Bass, Tiefton Stereokonzept 3.0 – Testbericht fairaudio

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  1. 4 Bass, Tiefton Stereokonzept 3.0 - Testbericht fairaudio

Allerdings: Ein über alles gehört betont anmachendes, attackiges Klangbild ist der Stereokonzept auch aufgrund ihrer Hochtonwelt nicht zu eigen, gerade bei rhythmisch etwas „offensiverer“ elektronischer Musik, wirkt die Thiel CS 3.7 schon spektakulärer, ein bisserl zackiger, crisper, ja: flirrender trifft‘s vielleicht am besten, schleudert schnelle Musikereignisse unmittelbarer, energetischer auf den Hörer.

stereokonzept treiber

Letzteres darf aber auch durchaus zu den Meriten der Thiel CS 3.7 gezählt werden, die sowas nämlich schafft, ohne weh zu tun beziehungsweise unangenehm bissig zu werden – ich schätze deren Hochtonqualität sehr. Auf der anderen Seite mutet die Amerikanerin hier bei alledem dennoch stets ein bisschen unaufgeräumter an, tönt etwas diffuser, etwas ungestümer als die ungemein störungsarm-rein, nebelfrei aufspielende Lübeckerin. Alles in allem zählt die 3.0er feindynamisch und vom Anmachfaktor her zwar nicht zur Formel 1 der HighEnd-Lautsprecher, man hört sofort, dass oben rum kein Bändchen, Magnetostat oder AMT werkelt, aber ebenso wenig lässt sie weich dahingleitendes Limousinen-Feeling aufkommen. Vielleicht ein sehr intelligenter Kompromiss.

Ausgeglichenheit ist ein Wörtchen, welches generell zur Stereokonzept passt: Gerade auch tonal, ich hatte das noch gar these new puritansnicht expressis verbis erwähnt, ergibt sich in Gänze ein vorbildlich balanciertes Klangbild, wozu auch der Bassbereich sein Scherflein beiträgt, der von der 3.0 genau in der richtigen, neutralen Dosis verabreicht wird. Bei subtileren Tieftonereignissen – wie zum Beispiel beim Herausarbeiten der Nachschwinger der Bassdrum in These New Puritans „…Ce I Will Say This Twice“ (Album: Beat Pyramid, 2008) – macht die Stereokonzept zudem deutlich, dass sie es unten rum anstandslos durchhörbar-präzise zugehen lässt.

Wenngleich es bei alledem auch nicht gerade bis zum Abwinken abgrundtief nach unten reicht, das tiefschwarze, sich alle paar Takte wiederholende, kurze Grummeln im Refrain von Gonjasufis „Sheep“ (Album: A Sufi & A Killer, 2010) bringt übergonjasufi meine Thiel beispielsweise regelmäßig den Raum zum Brummen und wird über die Lübeckerin doch schon etwas domestizierter gereicht, ohne dass es allerdings – keine Sorge – unter den Tisch fallen würde. Nein, in Sachen Tiefgang und Druck geht in der Preisklasse (und deutlich drunter: „Archiv-Bewohner“ wie Quadral Aurum Montan VIII, Ascendo System F, Wharfedale Opus II-3 fallen mir da spontan ohne Anspruch auf Vollständigkeit ein) zwar bisweilen schon merklich mehr, dennoch klingt die Stereokonzept eindeutig nach Standbox und vielleicht sogar mächtiger, als das manch einer bei lediglich einem Tief-/Mitteltöner und 94 Zentimeter Körperhöhe erwarten würde:

tonbruketTonbrukets vom Bassspiel Dan Berglunds getragenes, erdig timbriertes „Stethoscope“ kommt brummig und sonor, wie sich’s gehört, und es reicht auch aus, Kliniks böse, vor in den Raum schießender Beats nur so strotzende Musik (Album: End Of The Line, 2001) involvierend-spektakulär Richtung Hörer zu schießen, sie keinesfalls lediglich als Lightversion zu servieren – zumal die Stereokonzept unten rum trocken agieren, wenn auch nicht ganz so staubtrocken, betont knorrig wie manch andere Vertreter ihrer Zunft:

Ich erinnere mich da zum Beispiel an die Audiaz Eta, die wie die Stereokonzept angesichts des Preises ebenfalls eher eine kleine, nicht auf überbordende Tiefton-Macht gezüchtete Standbox ist, dafür aber untenrum extradry zu Werke geht, wenngleich sie – anders als unsere hochneutrale Stereokonzept 3.0- tonal ein wenig ins Leichte kippt. Nun, Ausgeglichenheit – die Vermeidung von klanglichen Extremata, von Charaktereigenschaften, an denen man sich als Hörer reiben kann – ist eine Charaktereigenschaft, die beim Hören mit der Stereokonzept 3.0 stets „tonangebend“ wirkt.

bassreflexrohr stereokonzept 3.0

Auch die Entscheidung für das aufwändig gearbeitete Bassreflexrohr basiert laut Stereokonzept auf klanglichen Aspekten

Obwohl, so ganz stimmt’s nicht, einen Ausreißer leistet sich die Stereokonzept 3.0 dann doch: Ja, man muss das Lautstärkerädchen schon auffallend weit nach rechts drehen, um auf Pegel zu kommen, potente, kontrolliert zu Werke gehende Verstärker – und nicht etwa Single-Ended-Trioden-Konzepte – sind an den Lübeckerinnen Pflicht. Mit meinen Audionet AMPs und meinem Fonel Emotion hatte ich da keine Probleme, aber selbst mit dem formidablen kleinen Abacus Ampino funktionierte es ganz gut. In Sachen erzielbarer Lautstärke sind die 3.0er übrigens keine Kinder von Traurigkeit, wer gerne bis zur Nachbarschaftsunverträglichkeit laut hört und dabei dennoch reinen, unverzerrten Klang wünscht, muss sich mit den Stereokonzepts eigentlich keine Sorgen machen, sofern man sich kein PA- oder ausuferndes Disko-Feeling in den eigenen vier Wänden wünscht – hier würde in dieser Preisklasse und mittels größerer Membranfläche dann freilich noch mehr gehen.

Illuminator-Serie von Scan-SpeakAber wie dem auch sei: Ein wenig erinnert mich die Feststellung „watthungrig, aber doch pegelfest“ an die kürzlich getesteten Phonar Credo, was kein Zufall ist, setzt man dort ebenfalls auf die erwähnte Illuminator-Serie von Scan-Speak, für die diese Charaktereigenschaft nicht gerade untypisch ist.

Test: Stereokonzept 3.0 | Standlautsprecher

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