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Test: Podium Sound .5 | Standlautsprecher

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  1. 1 Test: Podium Sound .5 | Standlautsprecher

Januar 2008 / Ralph Werner

Nein, es ist nicht so, dass ich auf Exoten abonniert bin, aber eine gewisse Verführungskraft üben „Abweichler“ auf mich schon aus – das sei konzediert. Deshalb sehe ich auch nicht, wie ich den Lautsprechern von Podium Sound Ltd. hätte aus dem Weg gehen können. Bei diesen ist einfach alles etwas anders, auch der entwickelnde Kopf dahinter.

Podium Sound: Herr Dr. Shelley Katz mit den Modellen .5 (vorn) und 1 (hinten)

Dabei fing es zufällig an, denn den Podium-Messestand auf der HighEnd 2007, den hätte ich fast übersehen. Und ohne die freundliche, aber auch recht nachdrückliche Bitte desPodium Sound Show Room HighEnd 2007 Herrn Linzey, in den „Show Room“ einzutreten, wäre ich wohl nicht in diese – offen gesagt, recht schmucklose – Kammer gegangen. Nun, ein neuer Flächenstrahler-Hersteller, warum nicht …

Die vor mir spielenden Podium 1 zeigten sich von der schnellen Sorte – Percussion, Klavieranschläge, Impulse gleich welcher Art machten ihnen jedenfalls keine Probleme. Kein großes Wunder bei ’ner Fläche, dachte ich – mich erstaunte da eher die tonale Ausgewogenheit. Was mich am meisten überraschte, war aber das Raumgefühl, welches sie vermittelten – in diesem jämmerlichen Verschlag! Auf meine Frage, ob es sich um einen Elektrostaten oder einen Magnetostaten handele, kam nur ein verschmitztes Lächeln und ein „weder – noch“ als Antwort. Da ging bei mir die erste Augenbraue hoch. Dann stellte Mr. Linzey einen der Lautsprecher mit der Frontfläche parallel zur Seitenwand auf – und am Raumempfinden änderte sich herzlich wenig!! Die zweite Braue folgte – und das Versprechen, mit dem Kollegen in einer Stunde noch mal vorbei zu schauen. Das träfe sich gut, denn dann sei der Entwickler dieser Lautsprecher – Mr. Shelley Katz – auch wieder zugegen …

Podium Sound .5 auf der HighEnd 2007

Wer nun einen Ingenieur erwartet, der mit 12 Jahren schon an Papas Boxen geschraubt hat – der sieht sich enttäuscht. Dieser Entwickler ist in erster Linie Musiker – ein Pianist, um genau zu sein. Aber auch Dirigent und Komponist.

Der kanadischstämmige Herr Dr. Katz begann seine musikalische Ausbildung am Conservatoire de Musique in Quebec und setzte die Studien in New York an der sehr renommierten Julliard School fort – deren Bachelor und Master Abschlüsse (für Klavier) er erwarb. Eine veritable Musikerkarriere folgte, die ihn „ganz gut rumkommen ließ“; sei es als Pianist für das New York Contemporary Ensemble oder bei Aufführungen im Wiener Musikverein, in London in der Wigmore Hall oder in der Tokioter Suntory Hall. Die Namen derer, unter bzw. mit denen er (zusammen) arbeitete, lesen sich ebenfalls respektheischend: Skrowaczewski, Bernstein, Solti, Nicolai Gedda, Gwyneth Jones, Jochen Kowalski, … Und jetzt baut er Lautsprecher, na klar doch, ganz logisch.

Off the beaten track …

… ist wohl das Motto dieses Wahl-Engländers (Herr Katz lebt seit längerem in Cambridge, dort ist auch der Firmensitz von Podium Sound). So scheint’s jedenfalls, denn normalerweise sind erfolgreiche klassische Musiker nicht auch noch Lautsprecherdesigner. Und „normal“ sind diese Lautsprecher schon dreimal nicht, auch nicht das hier zur Besprechung anstehende Modell Podium .5 (ja, Punkt-Fünf), der kleinere Wandler von Podium Sound.

Podium Sound .5Wobei „klein“ bei 140 Zentimetern Höhe eben relativ zu sehen ist. Die „One“ misst ja stattliche zwei Meter … Ein noch größeres Modell namens „Podium Ultra“ ist in der Vorbereitung, ebenso ein noch kleineres, die Podium .25. Freilich gibt es zwischen den Modellen feinere Unterschiede, als die schiere Größe. Allen gemeinsam ist aber, dass es sich um frequenzweichenlose Breitband-Flächenlautsprecher handelt, die klassisch elektrodynamisch, über eine „normale“ Schwingspule angetrieben werden, dergestalt, dass das in Schwingung versetzte Paneel möglichst viele und gleichmäßig verteilte Resonanzen ausbildet, um so die Ideale „kolbenförmige Bewegung“ und „Punktschallquelle“ systematisch und effizient zu verletzten. Nicht schlecht, oder? Wie kommt man denn auf so eine Idee?

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