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Stack Audio? Kommt Ihnen bekannt vor? Klar, wir hatten ja bereits drei Produkte der in England beheimateten Klangtüftler (https://stackaudio.co.uk/) im Test. Dabei ging es um „analoge“ Klangverbesserer, nämlich um die Gerätefüße Auva EQ sowie die Plattentellermatte Serene Mat nebst zugehörigem Plattengewicht Serene Stabilizer. Die Testkandidaten, denen durch die Bank weg eine sehr erfreuliche Preis-Leistungs-Relation bescheinigt wurde, schafften den Einzug in die heimische Anlage des Kollegen Ralph Werner und erhielten fairaudio-favourite-Awards.
Nun soll auch ich mich mit Produkten des noch recht jungen Herstellers beschäftigen – und stutze zunächst, als ich erfahre, dass es dabei um den Stack Audio SmoothLAN-Netzwerkfilter und den SmoothLAN-Regenerator gehen soll. Die Bezeichnungen lassen digitales Zubehör – und keine analogen Tools – vermuten. Offenbar sind die Briten recht vielseitig, was das Thema Klangtuning angeht.
Worum geht’s?
Während es sich beim SmoothLAN-Netzwerkfilter um ein passives LAN-Filter handelt, ist der SmoothLAN-Regenerator ein aktiver Geselle, dessen Aufgabe nicht nur die Säuberung, sondern darüber hinaus die Regeneration (und damit natürlich Verbesserung) digitaler Signale ist – genauer gesagt derjenigen, die durch ein vermeintlich für klangliche Schäden unempfindliches Ethernet-Kabel hindurch müssen.

Vorne der SmoothLAN-Netzwerkfilter, der passive LAN-Filter von Stack Audio, dahinter der aktive SmoothLAN-Regenerator, der das Ethernet-Signal nicht nur filtert, sondern zusätzlich neu taktet
Preislich weisen die beiden Probanden erneut die bei Stack Audio fast schon gewohnte Zurückhaltung auf. Gerade einmal 274 Euro sind für den SmoothLAN-Netzwerkfilter zu berappen, und auch die 856 Euro für den SmoothLAN-Regenerator stürzen einen echten Highender gewöhnlich nicht in Existenzängste.
Werden digitale Muntermacher getestet und am Ende vom Autor auch noch für tauglich befunden, besteht die Aussicht auf Leserbriefe wohlmeinender Digitalexperten und Netzwerktechniker, in denen sie ihm ihr Mitleid angesichts seines offensichtlichen Unwissens um die Materie ausdrücken. Die Diskussion um den kürzlich besprochenen Digitalfilter Eno2 von Network Acoustics mag da ein Beispiel sein. Doch ein fairaudio-Autor ist nicht feige, und außerdem tröstet mich der Gedanke, dass es sich bei weitergeleiteter digitaler Information dem Wesen nach um ein analoges Rechteck-Signal handelt, welches anfällig für elektromagnetische Störungen, Masseprobleme, ungünstige Impedanzanpassung und noch so manches andere sein kann.
Technik & Konzept
Beim Auspacken der Testmuster gibt es Anlass zur Freude: Der Blick auf die kompakten Geräte lässt Freunde hochwertiger, aus einem Block Aluminium gefräster Gehäuse frohlocken, denn beiden ist die beschriebene Herstellungsweise zu eigen. Man ertappt sich dabei, wie man ohne triftigen Grund immer wieder mit den Fingern über das kalte Aluminium streicht, einfach, weil es sich so gut anfühlt.
Die Gehäuse scheinen ohne sichtbare Schrauben auszukommen, doch dreht man sie um, wird man eines Besseren belehrt:

Die Bodenplatte des Stack Audio SmoothLAN-Regenerator ist mit 34, die des SmoothLAN-Netzwerkfilter mit 20 Schrauben fixiert. Welchen Zweck das hat, zeigen die beiden nächsten Bilder besser
Die Bodendeckel sind beim passiven SmoothLAN mit 20, beim SmoothLAN-Regenerator sogar mit 34 (!) Präzisionsschrauben bombenfest verschraubt. Dieser Schrauben-Overkill soll eine nahezu vollständige Isolierung der einzelnen Schaltungsbestandteile ermöglichen, denn die in die Aluminiumblöcke gefrästen Kammern, in denen die Funktionsblöcke mit ihren integrierten Schaltungen untergebracht sind, werden so hermetisch abgeriegelt. Dort sind die jeweiligen Schaltungsbestandteile dann von der Umwelt und voneinander isoliert. HF-Störungen, ob von außen kommend oder durch die Schaltungen selbst emittiert, sollen sich dergestalt effektiv reduzieren lassen.

Die Schaltung des Stack Audio SmoothLAN-Regenerator ist in funktionale Segmente aufgeteilt – die einzelnen Kammern der Aluminiumbehausung sollen sie voneinander und vor externem Noise isolieren. Damit das möglichst perfekt geschieht, werden sie verschraubt
Der passive SmoothLAN sorge nicht nur für eine galvanische Trennung, sondern für eine weitgehende Isolierung des Netzwerkeingangs der Anlage vom Heimnetzwerk. Dies geschieht mithilfe sechs sogenannter „Isolationsschaltkreise“, die jeweils in ihrer eigenen Kammer stecken. Die genannten Aussparungen im Aluminiumblock werden von Stack Audio zusätzlich noch mit EMI-absorbierenden Materialien beschichtet, wodurch Störungen und Reflexionen, die die Leistung der einzelnen Schaltkreise beeinträchtigen könnten, unterbunden werden sollen.
Noch aufwendiger wurde der auch physisch etwas größere Stack Audio SmoothLAN-Regenerator gestaltet. Neben den passiven, doppelt ausgeführten Filterelementen am Ein- und Ausgang sollen bei ihm noch drei kaskadierte Jitter-Dämpfungselemente für einen resynchronisierten Datenfluss mit minimalem Phasenrauschen sorgen. Damit das gelingt, arbeitet im Stack Audio SmoothLAN-Regenerator eine hochpräzise Clock, die im eigenen, isolierten Hohlraum, vor thermischen Schwankungen und elektromagnetischen Störungen geschützt, für die saubere Neutaktung des Datenstroms verantwortlich zeichnet. Die Stromversorgung des SmoothLAN-Regenerator erfolgt mittels eines eigens dafür konzipierten Schaltnetzteils. Tuning-Versuche mit linearen Netzteilen sollten prinzipiell möglich sein, wenn man über ein passendes, mit USB-C-Steckern ausgerüstetes Verbindungskabel verfügt.
Schön langsam
Die Datenübertragung findet bei beiden Filtern mit 100 Mbit/s statt, was auch für hochauflösende Formate vollkommen ausreichend ist. Eine Beschränkung auf 100 Mbit/s sorge für geringere HF-Störungen, was eine effektivere Rauschfilterung ermögliche, ohne den Datenstrom zu kompromittieren. Beide „Kistchen“ können natürlich auch an 1-Gbit/s-Netzwerke angeschlossen werden, da sie automatisch als 100-Mbit/s-Geräte erkannt und entsprechend versorgt werden.
Wohin damit?
Die effektivste Stelle, um die Filter in den Datenstrom zu integrieren, sieht Stack Audio zwischen dem Router und dem Streamer beziehungsweise Musikserver. Ein audiophiler Switch davor stört die Funktion der Geräte freilich nicht. Dies entspricht grundsätzlich auch meinem für den Test gewählten Setup, doch Stack Audio rät, alternative Möglichkeiten, etwa vor dem Switch, oder, bei Einsatz eines Computers, vor dessen Anschluss ans Heimnetzwerk ebenfalls auszuprobieren. Der SmoothLAN-Netzwerkfilter und SmoothLAN-Regenerator können sowohl allein als auch im Duo eingesetzt werden. Allerdings müsse das nicht immer Vorteile bringen, in manchen Konstellationen könne sich auch so etwas wie eine „Überfilterung“ ergeben, vor allem wenn mehr als ein passiver SmoothLAN eingesetzt wird. Probieren geht offenbar über Studieren. Apropos: Wie bei ihren anderen Produkten räumen die Briten auch hier ein 60tägiges Umtauschrecht ein, insofern geht das ziemlich gut mit dem Probieren.
Test-Setup
In meiner Kette verhält es sich nun wie folgt: Von der Fritzbox aus geht es in den beliebten Switch Silent Angle Bonn N8, der seinen Saft von einem speziellen Progressive-Audio-Netzteil beziehen darf. Nach dem Switch übernimmt ein AIM-NA9-Ethernetkabel den Transport der Daten, die schließlich in den SmoothLAN-Netzwerkfilter oder den SmoothLAN-Regenerator gelangen. Zwischen diesen und meinem Musikserver Innuos Zenith SE finden die den Stack-Audio-Geräten beiliegenden Ethernetkabel Verwendung, die – insbesondere das halbmeterlange des Regenerators – einen guten Eindruck auf mich machen.
Stack Audio SmoothLAN: Hörtest und Vergleiche
Als erstes wird der passive Stack Audio SmoothLAN-Netzwerkfilter in den Datenstrom eingeschliffen. Wenn neue Komponenten in meiner Kette mitspielen, höre ich mir zunächst gerne Stimmen an. Ich halte dies für eine gute Möglichkeit, um tonale Schwächen, klangliche Färbungen und die Fähigkeit einer Komponente zur natürlichen Abbildung auszuloten.
Girl Named Tom, drei Geschwister, die mit ausgezeichnetem Satzgesang zu überzeugen wissen, haben den CSNY-Klassiker „Helplessly Hoping“ gecovert. Und das ist ihnen ausgezeichnet gelungen. Mit dem passiven SmoothLAN vorm Server scheint mir bereits beim ersten Hördurchgang das Picking auf der akustischen Gitarre präziser und sauberer. Die Töne folgen zwingender aufeinander und es wirkt fast so, als hätten die Geschwister bei ihrer Intonation an Konzentration zugelegt. Quercheck mit Tsuyoshi Yamamotos „Misty“ von Misty for Direct Cutting aus 2021. Hier wirken die Pausen zwischen den Tönen wie von einer „stilleren Stille“ ausgefüllt, auch wenn sich das jetzt etwas seltsam lesen mag. Und das Trio der japanischen Piano-Legende swingt zudem mit einem Hauch mehr Drive.
Als nächstes wird der passive Stack-Audio-Netzwerkfilter durch den aktiven SmoothLAN-Regenerator ersetzt. Uiii, das dezente Nachschwingen der Stahlsaiten des Flügels, das vorher allenfalls zu erahnen war, ist jetzt deutlich zu vernehmen und trägt ohne Frage dazu bei, den Realismus der Aufnahme zu steigern. Außerdem scheint das Trio nun in einem geringfügig tieferen Raum zu spielen. Eindrucksvoller als das ist allerdings der nochmals ruhigere Hintergrund, was die Ursache dafür sein mag, dass Interpreten und Instrumente nun noch stabiler und randschärfer abgebildet erscheinen. Darüber hinaus wirkt das, was aus den Acapella Harlekin 2 zu vernehmen ist, jetzt tatsächlich einen Hauch wärmer auf mich.
Allerdings stelle ich auch fest, dass dynamisch ein kleiner Rückschritt zu verzeichnen ist. Wobei ich da letztlich nicht so sicher bin, da „Misty“ unterm Strich eher an Expressivität gewonnen zu haben scheint. Die Erklärung dieser scheinbar widersprüchlichen Einschätzung könnte darin liegen, dass höhere Rauschanteile möglicherweise subjektiv als dynamischer (da fizzeliger und unruhiger) wahrgenommen werden. Fallen diese Artefakte weg, beruhigt sich der Klang erstmal und wird zunächst als weniger energiereich erlebt. Allerdings nimmt der „empfundene Störabstand“ zu, weshalb echte Impulse als stringenter und ausdrucksvoller erlebt werden.
Mag sein, dass man als Audiophiler stärker auf solche Feinheiten zu achten gelernt hat und das Gelegenheitshörer zu einem anderen Ergebnis gelangen. Ich habe das Gehörte mit vielen meiner üblichen Teststücke überprüft und fand die genannten Eindrücke meist bestätigt. Bei elektronischer Musik wie „Direct“ von Ghost wird es zwar etwas kniffliger, klangliche Verbesserungen an einzelnen Kriterien dingfest zu machen, doch die typischen Synthiesounds des Stücks legen einen dezenten Grauschleier ab, während die Bässe das Klangbild sauberer und aufgeräumter bestimmen.
Am Ende darf man mit Fug und Recht im SmoothLAN-Netzwerkfilter ein wirksames Tool zur klanglichen Verbesserung beim Streaming sehen, muss aber dem Stack Audio SmoothLAN-Regenerator zugestehen, die reizvollere Option zu sein, einfach deshalb, weil sich die Summe der vernehmbaren Fortschritte als gar nicht so gering herausstellt – was insbesondere dann auffällt, wenn man wieder ohne eines der Stack-Audio-Kästchen im Signalweg vor der Anlage hockt.
Synergien?
Solcherart angefixt, will ich natürlich wissen, was eine Kombination beider Geräte wohl bringen könnte.
Zuerst wird der passive Filter dem SmoothLAN-Regenerator direkt vor die Nase gesetzt. Wieder läuft „Helplessly Hoping“, doch nun singen die drei Geschwister für meinen Geschmack tatsächlich ein wenig „zu zivilisiert“, sprich nicht mehr ganz so involvierend wie mit dem aktiven Regenerator allein. Ihr Vortrag ist eigentlich perfekt, doch gleichzeitig merkt man ihm an, dass er schon x-mal heruntergespult wurde. Außerdem meine ich eine Tendenz zur leichten Betonung der Transienten, insbesondere bei Zischlauten und den hohen Stahlsaiten der Akustikgitarre, zu vernehmen.
Geht der günstigere, passive LAN-Filter dagegen hinter die aktiven Einheit und vor dem Innuos Zenith SE ins Rennen, scheint sich die leichte Transientenbetonung in einem tonal etwas helleren Klangbild zu verlieren. Die Töne wirken auf mich allerdings nun weniger geerdet und scheinen subjektiv etwas Substanz einzubüßen, während sich die Plastizität der Klangkörper geringfügig reduziert zeigt. Letztlich kann ich auch in dieser Konfiguration keinen rechten Gewinn im Vergleich zur Solo-Performance erkennen.
Testfazit: Stack Audio SmoothLAN-Netzwerkfilter und SmoothLAN-Regenerator
Wieder einmal lassen sich Differenzen wahrnehmen, wo es nach landläufiger Meinung eigentlich keine geben sollte – und sicherlich wäre die HiFi-Welt einfacher zu verstehen, wenn es sich genau so verhielte. Nun, glücklicherweise wird ja niemand gezwungen, sich um die „Verbesserung“ seines Ethernet-Datenstroms zu kümmern.

Ausprobieren lohnt allemal: Die Ethernet-Filter von Stack Audio können für ein sauberes, aufgeräumtes Klangbild sorgen – und bei wem zu wenig passiert, darf sie gerne umtauschen
Für diejenigen, die es dennoch versuchen möchten: Der Stack Audio SmoothLAN-Netzwerkfilter sorgt für ein saubereres, aufgeräumteres Klangbild und mehr Ruhe, wenn Ruhe gefragt ist. Auch scheint mir, dass mit ihm die Musiker beherzter zu Werke gehen. Das sind Veränderungen, wie sie auch beim Upgrade auf ein besseres, nicht selten teureres Ethernetkabel zu erwarten wären. Da die Verarbeitung hochwertig ist und Stack Audios Preisforderung bodenständig ausfällt, kann man den kleinen Kasten eigentlich nur empfehlen. Und dank der 60-tägigen Geld-zurück-Garantie, die Stack Audio auf seine Produkte gibt, ist man nicht genötigt, die Katze im Sack zu kaufen.
Der aktive Stack Audio SmoothLAN-Regenerator ist teurer, aber immer noch bezahlbar, und bietet dafür ein Plus an Performance. Er leistet all das, was den passiven kleinen Bruder auszeichnet – allerdings in höherer Intensität. Wird der Datenstrom von ihm regeneriert, legt zudem die Auflösung zu. Darüber hinaus scheint mir der SmoothLAN-Regenerator den „kalten Bits“ auch noch etwas Wärme zu spendieren. Wem solche Dinge den geforderten Preis wert sind – und das trifft wahrscheinlich auf viele Highender zu –, wird sich am Ende vermutlich für die aktive Lösung von Stack Audio entscheiden.
Bleibt noch die Frage: Lohnt sich die Kombination beider Geräte? Nun, da sich die in meinem Setup keine sicheren Vorteile erspielen konnte, ist es aus meiner Sicht kein Muss. Was freilich nicht ausschließt, dass bei gleichzeitiger Nutzung des passiven und aktiven Filters in einer anderen Anlage klanglich die Sonne aufgehen mag. Wer neugierig ist, sollte sich nicht abhalten lassen, eigene Versuche anzustellen – zumal es ja ein großzügiges Umtauschrecht gibt.
Fakten:
Stack Audio SmoothLAN-Netzwerkfilter
- Konzept: Netzwerkfilter (passiv)
- Preis: circa 274 Euro
- Maße und Gewicht: 104 x 40 x 21,5 mm (BxTxH), 200 Gramm
- Garantie: 2 Jahre
- Sonstiges: 60 Tage Umtauschrecht
- Weitere Informationen zum Produkt auf der Hersteller-Website
- Online-Bestellungen hier
Stack Audio SmoothLAN-Regenerator
- Konzept: Netzwerkfilter (aktiv)
- Preis: circa 856 Euro
- Maße und Gewicht: Durchmesser: 105 x 80 x 23 mm (BxTxH); 333 Gramm
- Garantie: 2 Jahre
- Sonstiges: 60 Tage Umtauschrecht
- Weitere Informationen zum Produkt auf der Hersteller-Website
- Online-Bestellungen hier
Vertrieb:
Stack Audio – Hexspoor Fulfilment
Kroonwiel 2 | 6003BT Weert (Niederlande)
Telefon: +44 (0)626-24 9005
E-Mail: info@stackaudio.co.uk
Web: https://stackaudio.co.uk/
Test: Stack Audio SmoothLAN Netzwerkfilter & SmoothLAN Regenerator | Ethernet-Filter








