
Test: Stack Audio Auva 50 | Absorberfüße
Standfest
von Elmar Salmutter
Im Test: Stack Audio Auva 50 | Lautsprecher-Absorberfüße
UVP zum Testzeitpunkt: 499 Euro
Der britische Hersteller Stack Audio (https://stackaudio.co.uk/) entwickelt HiFi-Zubehör und konzentriert sich dabei auf die Minimierung störender Vibrationen, die den Musikgenuss schmälern können. Dabei setzt das Unternehmen auf hohe Qualität ohne überzogene Preise. Oder wie es Kollege Ralph Werner in einer E-Mail formulierte: „Das ist recht günstiges, voodoofreies Zubehör.“ Okay, 499 Euro für acht Lautsprecherisolatoren wird nicht jeder als supergünstig erachten, aber bei Boxen im vier- oder gar fünfstelligen Preisbereich relativiert sich das wieder. Schauen wir mal, was passiert, wenn wir die Stack Audio Auva 50 unter die Lautsprecher schrauben.
Auf dem HiFi-Zubehörmarkt gibt es ja viel zu entdecken – manches erscheint sinnvoll und erweist sich im Praxiseinsatz tatsächlich als nützlich und klangverbessernd, anderes eher weniger. Deshalb sollte man darauf achten, dass es ein Rückgaberecht gibt, für den Fall, dass das erhoffte Wundermittelchen daheim nicht hält, was es verspricht. Wer online kauft, hat immer ein 14-tägiges Widerrufsrecht – Stack Audio, die in England produzieren und von den Niederlanden aus zollfrei verschicken, gewähren sogar eine 60-tägige Geld-zurück-Garantie mit kostenlosem Rückversand innerhalb Europas. Das ist doch ein Wort.

Schauen wir uns Stack Audio genauer an: Zum Sortiment gehören verschiedene Entkoppler für Audio-Komponenten und Lautsprecher, aber auch Plattenspielermatten oder LAN-Netzwerkfilter. Wir hatten bereits mehrere Produkte der Briten im Test: den Stack Audio SmoothLAN Netzwerkfilter und den SmoothLAN Regenerator, die Stack Audio Serene Mat samt Stabiliser sowie die Geräte-Absorberfüße Stack Audio Auva EQ. Alle konnten überzeugen. Für den heutigen Test stellte uns Stack Audio die Auva-50-Lautsprecherfüße zur Verfügung, von denen zwei Vierer-Sets 499 Euro kosten. Die Füße sind auch noch in größeren Varianten erhältlich – als Auva 70 (963 Euro) und Auva 100 (1.422 Euro). Sie alle können Schallwandler mit bis zu 275 Kilogramm tragen und werden an die Unterseite der Lautsprecher beziehungsweise an ihre Standfüße montiert. Für Boxenständer eignen sie sich ebenfalls.
Die Unterschiede liegen nicht nur in der Größe, sondern vor allem in der Dämpfungstechnik: Während der 50 x 30 Millimeter große (ohne Schrauben und Spikes) Auva 50 zwei absorbierende Kammern besitzt, verfügen die größeren Modelle über zusätzliche Zellen zur stärkeren Vibrationsabsorption. An der Unterseite befinden sich grundsätzlich von Werk aus Filzgleiter, damit man die Boxen nach der Montage auf harten Böden wie Fließen, Laminat oder Parkett leicht verschieben kann und den Belag nicht zerkratzt. Hinzu kommen je drei kleine Löchlein, in die man die mitgelieferten Spikes schrauben kann, was ausschließlich bei Teppichboden Sinn ergibt.

Fels in der Brandung
Grundsätzlich geht es laut Stack Audio darum, Lautsprechervibrationen zu minimieren, da sie Details verschlucken oder Frequenzen betonen können. Die Auva-50-Füße sollen Boxen also gewissermaßen beruhigen, gleichzeitig standfester machen sowie Gehäuse- und Bodenschwingungen absorbieren – quasi wie ein Fels in der Brandung, den nichts erschüttern kann.

Im Gegensatz zu klassischen Gummi- oder Federlösungen bleiben die Schallwandler dabei aber fest gekoppelt, was Präzision, Räumlichkeit und Timing verbessern soll. Die Bewegungsenergie wird im Inneren der präzisionsgefertigten Aluminiumgehäuse in Wärme umgewandelt. Dies geschieht mithilfe der Zellen, die mit Partikel gefüllt sind, welche durch Vibrationen angeregt werden und so die Energie in Wärme umwandeln. Stack Audio vergleicht das Ganze mit einem Ball, der in weichen Sand fällt – „der Sand absorbiert die Energie des Balls und verhindert damit, dass er abprallt“, so der Hersteller.
Adaptieren
Die Befestigung am Lautsprecher erfolgt mit Gewindeadaptern, deren Größe man bei der Bestellung angeben muss. Meine Canton Reference 7 brauchen zum Beispiel die Gewindegröße M6, während die Sonus Faber Olympica Nova 3 die Größe M8 benötigt.

Stack Audio gibt auf seiner Website die Gewindegrößen vieler, aber natürlich nicht aller Lautsprecherhersteller an. „Wenn Sie sich nicht sicher sind, welches Gewinde Ihr Lautsprecher benötigt, kontaktieren Sie uns bitte“, schreiben die Briten zusätzlich. Darüber hinaus gibt es auch noch eine Anleitung, mit deren Hilfe man die Gewindegröße selbst mithilfe eines Lineals ermitteln kann. Und jetzt hören wir mal, wie sich der Klang in meinem 26-Quadratmeter-Raum mit Laminatboden im Zusammenspiel mit der Sonus Faber Olympica Nova 3 verändert – oder ob sich überhaupt etwas tut.
Hörtest: Stack Audio Auva 50
Nach dem Anschrauben, das man aufgrund der Kippgefahr am besten zu zweit erledigen sollte, fällt mir zunächst einmal die veränderte Optik auf: Die Sonus Faber steht jetzt nicht mehr auf ihren grazilen Spikes samt dezenten Unterlegscheiben, sondern auf den deutlich wuchtigeren Stack-Audio-Füßen. Doch wir wollen hier ja in erster Linie die klanglichen Auswirkungen beurteilen.


Dynamik und Hochton

Grobdynamisch wirkt das Klangbild jedenfalls ein wenig zivilisierter, seitdem die nicht gerade als Unruhegeist bekannte Sonus Faber Olympica Nova 3 auf den Auva 50 von Stack Audio steht. Bei „Contact“ vom legendären Daft-Punk-Album Random Access Memories sorgt die massive Kickdrum-Energie nach dem atmosphärischen Beginn regelmäßig für eine neue Sturmfrisur und schockierte Nachbarn, doch mit den neuen Füßen herrscht statt Sturmwarnstufe 12 „nur“ noch Stufe 11, weil das Ganze minimal runder, flüssiger und weniger angriffslustig wirkt. Die gegen Ende hin ziemlich anstrengenden Höhen in diesem Stück kommen allerdings einen Hauch besser eingebettet und milder rüber, von verstärkter Hochtonenergie kann also nicht die Rede sein. Kurz und gut: Dynamik und Höhen wirken mit den Füßchen etwas dezenter.
Return of the Raumdeuter
Im Lauf der Zeit bemerke ich, dass ich die Auva-50-Füße bei manchen Alben besser, weil in sich stimmiger und klarer finde, während mir bei anderen Platten – besonders im Rock-Bereich – etwas In-your-Face-Energie fehlt. Auf der anderen Seite steigert diese „Beruhigung“ aber auf jeden Fall die Langzeittauglichkeit.
Im Bereich der Mitten konnte ich tonal keine Unterschiede ausmachen: Stimmen klingen zum Beispiel weder wärmer noch kühler. Sie lösen sich allerdings ein klein wenig besser von den Lautsprechern, sagen meine Ohren. Dadurch wirkt Gesang manchmal etwas verständlicher, wenn etwa der langjährige Ozzy-Osbourne-Gitarrist Zakk Wylde mit seiner Black Label Society wieder etwas in seinen Rauschebart nuschelt. Dieser Effekt stellt sich auch bei ruhiger, sparsam instrumentierter Musik ein, etwa bei Nick Caves kargen, aber sehr bewegenden Balladen auf seinem erstklassigen The Boatman’s Call-Album (1997). Die Stimme des Meisters tritt in „Into My Arms“ klarer und präsenter hervor.
Den größten Sprung macht in meinem Set-up allerdings die Räumlichkeit: Die Bühne wirkt mit den Stack-Audio-Lautsprecherfüßen etwas breiter und stabiler und auch in der Tiefe minimal großzügiger. Das zeigte sich zum Beispiel bei „Moving On“ der Instrumental-Rocker Explosions In The Sky (Album: End, 2023): Die Bühne öffnete sich, die Instrumente bekommen mit den Auva-50-Füßen etwas mehr Raum und lassen sich präziser orten – toll!
Testfazit: Stack Audio Auva 50
Voodoo? Kein bisschen, die Dinger verändern einiges! Wer seiner Anlage zu einem größeren Klangbild verhelfen möchte, sollte die Stack Audio Auva 50 auf jeden Fall mal ausprobieren, zumal es ja eine 60-tägige Geld-zurück-Garantie gibt. Auch wer sich einen strafferen, präziseren Bass wünscht, sollte sich die Anschaffung überlegen.

Die britischen Lautsprecherfüße bringen generell etwas mehr Ruhe und Ordnung ins Klangbild, was insbesondere für Besitzer „nervöser“ Stereoanlagen interessant sein dürfte. Die andere Seite der Medaille: Dynamische Rockmusik verliert etwas von ihrer rohen Direktheit und Angriffslust, da das Klangbild insgesamt kultivierter erscheint. Ob man das als Gewinn oder Nachteil empfindet, hängt stark vom persönlichen Musikgeschmack sowie vom eigenen Hörraum und Lautsprecher-Setup ab. Ich könnte mir gut vorstellen, dass insbesondere Menschen, die eher akustische Musik hören, am meisten von diesen Füßen profitieren. Wer sich hingegen mehr anspringende Grobdynamik wünscht und in erster Linie Rock, Pop und Electro hört, wird vermutlich andere Lösungen vorziehen.
Fakten:
- Modell: Stack Audio Auva 50
- Konzept: Lautsprecherisolatoren bzw. -füße
- Preis: 499 Euro
- Maße: 50 x 30 mm (BxH)
- Farbe: Schwarz
- Besonderheit: 60 Tage Geld-zurück-Garantie
- Weitere technische Informationen auf der Website des Herstellers
Stack Audio - Hexspoor Fulfilment Telefon: +44 (0) 626 24 9005
Kontakt
Kroonwiel 2
NL 6003BT Weert (Niederlande)
E-Mail: info@stackaudio.co.uk
Web: https://stackaudio.co.uk/
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