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Adam Audio / Hoerzone

Test-Fazit: Spendor ST Lautsprecher

Inhaltsverzeichnis

  1. 5 Test-Fazit: Spendor ST Lautsprecher

Mal unabhängig davon, dass die Spendor ST mich persönlich trotz ihrer leichten Dezenz in Sachen Hochton-Luftigkeit – ich zähle mich ja eigentlich schon zur Sorte Hörer, denen das Kriterium „Air“ überdurchschnittlich wichtig ist – emotional stark angesprochen haben, fällt mir das Fazit diesmal besonders leicht:

Sie sind eher auf der Suche nach ausladenden, großen, mächtigen Klangbildern und verfügen zudem noch über sich ebenso wenig bescheiden gebende Hörräumlichkeiten jenseits der dreißig Quadratmeter? Sie bevorzugen tonal eher ins Sonore, Vollmundige gehende Klangbilder? Dann werden Sie sich beim nächsten Hörtermin bei Ihrem Händler sicherlich mit anderen Wandlern verabreden, steht zu vermuten.

spendor st

Hörer, die einen Standlautsprecher für kleine bis mittlere Räume suchen und einen gutmütig-langzeittauglich abgestimmten, sicherlich auch in karger eingerichteten Zimmern gut funktionierenden Hochton zu schätzen wissen, sich aber dennoch – und dies ist ja häufig ein Widerspruch in sich – partout keinen romantisch-lauschigen veranlagten Vertreter der Lautsprecher-Zunft ins Haus holen wollen, sondern ein straffes, bestens durchgezeichnetes, „aufgewecktes“ Klangbild favorisieren, sollten sich die Spendor-ST aber undbedingt anhören: Eine solch interessante Kombination aus einer – auch durch die stabile Bühnenabbildung gefördert – jegliche nervöse Anwandlungen vermeidenden Darstellungsweise und involvierender Agilität/Spielfreude bekommt man auch in dieser Preisklasse zweifelsohne nicht alle Tage vor die Ohren.

Ein paar Hinweise fürs mögliche Probehören noch: Obwohl unsere beiden STs nicht fabrikneu bei mir ankamen, sondern vielmehr, so Stefan Becker vom BT-Vertrieb, schon einige Messeauftritte und Vorführungen auf dem Buckel hatten, spielten sie nach längerer Standzeit frisch aus dem Karton noch ein wenig verhalten und etwas ungelenk – ein dem Probehören vorangehendes, mehrstündiges Durchpusten mag also auch beim Händler, je nachdem wie regelmäßig sich die STs dort im Einsatz befinden, angezeigt sein. Nehmen Sie sich unbedingt Zeit fürs Probehören, die Spendors zählen nicht unbedingt zu den Schnell-für-sich-Vereinnahmern, sondern offenbaren ihre Qualitäten vor allen Dingen beim intensiveren Auseinandersetzen mit Musik. Räumlich und tonal empfand ich persönlich ein stärkeres Einwinkeln auf den Hörplatz angenehmer, ein wenig Experimentieren schadet an dieser Stelle in keinem Fall. Die vorgeschaltete Elektronik sollte der wärmeren Seite zugehörig bis neutral spielen und frei von klanglichen Härten sein – Röhrenelektronik auszuprobieren, kann ebenfalls eine gute Idee sein.

Die Spendor-ST-Lautsprecher zeichnen sich aus durch …

  • ein grundsätzlich sehr flinkes, lebendiges aber dennoch gänzlich unhektisch wirkendes Klangbild.
  • ausnehmend gut durchhörbare, straffe, aber dennoch mit einem angenehmen musikalischen Fluss versehende, organisch wirkende Mitten, die im oberen Bereich tonal mit einem Deut stärkerer Leuchtkraft ausgestattet wurden.
  • eine sehr präzise, stabile Bühnenabbildung, die nicht allzu sehr in die Höhe ragt.
  • einen stressfreien, tonal eher ins Dezente gehenden beziehungsweise nicht auf das letzte Quäntchen Luftigkeit gezüchteten Hochton, der dabei keinesfalls weichzeichnet, sondern akzentuiert wie die anderen Frequenzbereich zu Werke geht.
  • einen sehr konturierten, bestens durchgezeichneten, für eine Standbox hinreichend tief gehenden Bassbereich.
  • eine für diese Klasse eingeschränkte Pegelfestigkeit – ausgemachte Partyboxen wollen die Spendor ST nicht sein. Dafür klingen sie leise auffallend gut.
  • eine makellose Verarbeitungsqualität, wenngleich in Anbetracht ihrer Preisklasse die STs allein aufgrund ihrer Physis optisch sicherlich ein gewisses Understatement pflegen.

Fakten:

  • Modell: Spendor ST
  • Konzept: 2,5-Wege-Standlautsprecher mit
    Bassreflexsystem
  • Paarpreis: ab 7.990 Euro
  • Wirkungsgrad: 88dB/1W/1m
  • Abmessungen (BxHxT): 200 x 970 x 330mm
  • Gewicht pro Box: 28 Kilogramm
  • Ausführungen: Schwarz, Front standardmäßig Ebony oder Carbon Fibre, andere Ausführungen auf Anfrage
  • Garantie: 5 Jahre

Vertrieb: B&T Hifi Vertrieb GmbH
Web: www.bt-vertrieb.de
eMail: team@bthifi.com
Telefon: +49 (0) 2104 – 175560

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Test: Spendor ST | Standlautsprecher

  1. 5 Test-Fazit: Spendor ST Lautsprecher

Über den Autor

Equipment

Digitale Quellen: D/A-Wandler: Linnenberg Telemann, Electrocompaniet ECD 2 CD-Player: Fonel Simplicité Streamer: SOtM sMS-200 ultra & SOtM sPS-500, Auralic Aries Computer/Mediaplayer: Laptop mit JRiver MC

Vollverstärker: Abacus Ampino

Vorstufen: Hochpegel: MTX-MONITOR.V3b-4.2.1 (Upgrade von V3b), Funk LAP-2.V3 (Upgrade von Lap-2.V2)

Endstufen: Bryston 7B³

Lautsprecher: Sehring 903, Quadral Megan VIII

Kopfhörer: Audeze LCD-2, AKG K812, AKG K712 Pro, RHA T20, Soundmagic E80, Shure SRH 1840, AAW Q

Kopfhörerverstärker: NuPrime DAC-10H, Reußenzehn Harmonie III

Mobiles HiFi: Onkyo DP-X1, iBasso DX-80

Kabel: Lautsprecherkabel: HMS Armonia, WSS Platin Line LS4, Real Cable BW OFC 400, HMS Fortissimo NF-Kabel: Straight Wire Virtuoso Digitalkabel: USB-Kabel: BMC Pure USB1, AudioQuest Carbon, Boaacoustic Silver Digital Xeno Netzkabel: Furutech FP-S022N: konfektioniert mit FI-E 50 NCF & FI 50 NCF, Tellurium Q Black, Quantum-Powerchords, Swisscables Reference Netzleiste: HMS Energia MkII

Rack: Lovan Classic II

Zubehör: Stromfilter: HMS Energia MkII Sonstiges: AudioQuest Jitterbug

Größe des Hörraumes: Grundfläche: 29 m² Höhe: 3,3 m

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