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Test-Fazit: Spendor Classic 1/2

Die Spendor Classic 1/2

Kein Lautsprecher wie jeder andere. Mag das Design der Spendor Classic 1/2 auch dezidiert „klassisch“ gehalten sein – in der heutigen Zeit wird solch ein Tonmöbel vielen Wohnzimmerbesitzern als „optisch auffällig“ gelten. Und das ist gut so: Warum müssen Lautsprecher unauffällig, grazil oder klein sein, wenn sie doch wie ein wertiger, „untechnisch“ anmutender Einrichtungsgegenstand aussehen können?

Und: Mit über 60 Litern Innenvolumen sowie 23 Kilogramm Gewicht könnten wir es eigentlich auch mit Standlautsprechern zu tun haben. In Sachen Grobdynamik (ein klares Highlight), Pegelfestigkeit (partytauglich) und Bassdruck liefert die Classic 1/2 dann auch ab, als sei sie kein altehrwürdiger Klassiker, sondern eine ausgemachte Spaßmaschine.

Damit den Engländerinnen nicht komplett die Pferde durchgehen, legten die Entwickler nicht minder Wert auf klassisch audiophile Tugenden wie eine hochpräzise und involvierende Räumlichkeit (ein weiteres Highlight), Transparenz (die allerdings eher auf Eindeutigkeit ausgelegt ist als auf ätherische Obertonauren von Instrumenten) und einen zwar neutral durchziehenden, aber niemals unbotmäßig metallisch oder silbern wirkenden Hochton mit unbedenklicher Langzeittauglichkeit. Ausgemachte Genießer und Warmhörer müssen nur schauen, ob sie mit den weniger auf Vollmundigkeit als auf Griffigkeit und Präsenz ausgerichteten Mitten klarkommen – klischeehafte Erwartungen von „üppig-sonoren Mitten“ an ein solches Classic-Konzept wollen die Classic 1/2 ganz offensichtlich nicht bedienen.

Unterm Strich haben die Spendor Classic 1/2 etwas von Studiomonitoren, die sich erlauben, zugunsten des Anmachfaktors hier und da auch einmal von der strengen Lehre abzuweichen. Und ganz in diesem Sinne sind die Spendor Classic 1/2 schlussendlich eine unbedingte Probehörempfehlung für Hörer auf der Suche nach Spielfreude und Charakter.

Die Spendor Classic 1/2 zeichnen sich aus durch …

eine herausragende Räumlichkeit: Instrumente und Gesang lassen sich wunderbar unmissverständlich und plastisch verorten, selbst Transienten wirken beinahe wie „physisch echt“ abgebildet. Okay, die Bühnenhöhe mag man sich womöglich noch ausgedehnter wünschen, dafür überzeugen die Ablösung des Klangbilds nach vorne zum Hörer hin sowie die tolle Tiefenabbildung.

einen keineswegs auffällig betonten, dennoch eher prall als akademisch wirkenden Bassbereich, der zur hörenswert-anmachenden Grobdynamik beiträgt – hier legen die Spendor Classic 1/2 Emotionen frei! Ansonsten wirkt der Bassbereich rechtschaffen konturiert und zackig-präzise, sodass das für die Preisklasse schlichtweg als Pflichtübung durchgeht. Gleiches gilt für den Tiefgang.

einen herrlich griffigen, direkten und dynamisch „schnellen“ Mittenbereich, eher anmachend und markant als schwelgerisch oder romantisch. Irgendwo im Bereich des Grundtons beziehungsweise der unteren Mitten tonal offenbar schmalbandig etwas zurückhaltender, was die knackige, transparente Gangart der Mitten weiter befördert, ohne dass etwa Stimmen offensichtlich schlank klingen würden.

bestens an die Mitten angebundene Höhen: Der Mittel-Hochtonbereich wirkt wie aus einem Guss, was sich nicht zuletzt auf die besondere Kohärenz des Gehörten auswirkt. Die Höhen zeichnen ungeschönt linear, sind tadellos luftig, feindynamisch auf Zack und gleichzeitig stressfrei. Künstliche metallische oder silbrige Anklänge glänzen durch Abwesenheit. Trotz des schnellen und markanten Grundcharakters assoziiert man beim Hören eher „Holz“ als „Metall“ oder „Glas“.

eine Sowohl-als-auch-Auflösung: Das Sichtbarmachen auch subtiler, aber eindeutiger Details gerät ausnehmend definiert. Allerfeinste Obertongespinste, die ätherische Aura, der „Bloom“ von Instrumenten und Stimmen gehen die Spendor Classic 1/2 hingegen etwas nonchalanter an.

tadellose, aber für die Klasse auch nicht erstaunliche Form-follows-function-Verarbeitungsqualität. Gerade die zeitlose – und nur so wird man schließlich zum Klassiker – Schlichtheit in Verbindung mit schönen Furnieren macht die Spendor Classic 1/2 zu wertigen Einrichtungsgegenständen.

eine spendortypisch lange Einspielzeit von vermutlich über 200 Stunden. Das bereits gut eingelaufene Testpärchen spielte sich bei uns während der ersten 100 Stunden noch weiter frei.

Fakten:

  • Modell: Spendor Classic 1/2
  • Konzept: 3-Wege-Lautsprecher mit Bassreflexsystem
  • Paarpreis: 8.290 Euro, Ständer: 1.690 Euro
  • Wirkungsgrad: 87 dB/1W/1m
  • Nennimpedanz: 8 Ohm (min. 4,0 Ohm)
  • Abmessungen (H × B × T): 621 × 308 × 374 mm
  • Gewicht pro Box: 22,6 Kilogramm
  • Ausführungen: Kirsche, Walnuss
  • Sonstiges: magnetisch haftende Frontblenden, Tri-Wiring-Anschlussterminal
  • Garantie: 2 Jahre
  • weitere technische Informationen auf der Website des deutschen Vertriebs

Vertrieb:

DREI H Vertriebs GmbH
Kedenburgstraße 44 – Haus D
22041 Hamburg
Telefon: +49 (0)40 375 075 15
E-Mail: info@3-h.de
Web: https://3-h.de/

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    • Digitale Quellen:
      • D/A-Wandler: Canever Audio ZeroUno SSD, Norma HS-DA1 PRE, Keces S3
      • Musikserver: Melco N50-S38
      • Streamer: Melco N50-S38, SOtM sMS-200 ultra & SOtM sPS-500, Volumio Primo
    • Vollverstärker:
      • Abacus Ampino
    • Vorstufen:
      • Funk MTX Monitor V3b-4.3.1, Funk MTX Monitor V3b-4.2.1 (Upgrade von V3b), Funk LAP-2.V3 (Upgrade von Lap-2.V2)
    • Endstufen:
      • Chord Electronics Ultima 5, Norma Revo PA 150
    • Lautsprecher:
      • Wilson Audio SabrinaX, Abacus C-Box 3
    • Kopfhörer:
      • MrSpeakers Ether 2, Denon AH-D9200, AKG K812, Audeze iSine 20, RHA T20, Soundmagic E80, AAW Q
    • Kopfhörerverstärker:
      • Norma HS-DA1 PRE, Keces S3, Reußenzehn Harmonie III
    • Mobiles HiFi:
      • Onkyo DP-X1, iBasso DX-80
    • Kabel:
      • Lautsprecherkabel: Kimber Carbon 16, HMS Armonia, WSS Platin Line LS4, Real Cable BW OFC 400, HMS Fortissimo
      • NF-Kabel: AudioQuest Pegasus (RCA und XLR), Supra Cables Sword Excalibur (RCA), Straight Wire Virtuoso (RCA und XLR)
      • Digitalkabel: USB-Kabel: AudioQuest Carbon und Diamond, Boaacoustic Silver Digital Xeno, BMC Pure USB1
      • Netzkabel: AudioQuest Dragon, AudioQuest Blizzard, Supra Cables LoRad 2.5 CS-EU Mk2, Kondo KSL-ACc Persimmon, HMS Energia Suprema, Tellurium Q Black, Quantum-Powerchords, Swisscables Reference, Audioquest NRG-Z2
      • Netzleiste: AudioQuest Niagara 5000, HMS Energia MkII
    • Rack:
      • Lovan Classic II
    • Zubehör:
      • Stromfilter: AudioQuest Niagara 5000, HMS Energia MkII
      • Sonstiges: Switch SOtM Snh-10G, AudioQuest Jitterbug
    • Größe des Hörraumes:
      • Grundfläche: 29 m²
      • Höhe: 3,3 m