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Test-Fazit: Sonus faber Chameleon T

Inhaltsverzeichnis

  1. 3 Test-Fazit: Sonus faber Chameleon T

Nomen est omen: Die Chameleon T geben sich gar nicht so leicht zu erkennen. Ein warm zeichnender Ohrenschmeichler mit Vorliebe für Stimmen und akustische Instrumente? Ja – Stimmen wirken in der Tat angenehm sonor und organisch. Nein – für einen ausschließlich zum Schwelgen anregenden Genusslautsprecher wirkt der Hochton schon fast ein wenig zu knackig und der Bass zu präzise. Also doch eher ein studioesker Monitor? Ja – Bass und Mitten wirken anstandslos balanciert und durchhörbar, auch räumlich zeichnen die Italiener sehr sauber, insbesondere die wichtige Disziplin Ortungsschärfe gibt sich bar jeder Kritik. Nein – dazu müssten einem die Sonus faber Chameleon T noch stärker unter die Nase reiben, was im Hochton passiert, als Analytiker gehen sie in diesem Frequenzbereich nicht durch.

Sonus faber Chameleon T Schallwand

Im Grunde macht gerade dieses „Nichteinordnenlassen“, quasi das Fischen aus verschiedenen Klangabstimmungen die Sonus faber interessant. Während manch ein Hörer womöglich eine eindeutigere Linie oder Schlagseite bei der Wahl der Klangcharakteristik bevorzugt, werden andere die Abstimmung der Chameleon T als „Best of both Worlds“ ansehen. Obendrauf gibt es so oder so eine für diese Preisklasse ungewöhnlich hohe Design- und Verarbeitungsqualität, die wohl jeden Hör- oder Wohnraum – keine Selbstverständlichkeit bei Lautsprechern – optisch aufwertet. Gönnen Sie den Sonus faber Chameleon T beim Probehören auf jeden Fall neutrale bis hochtonseitig tendenziell sanft abgestimmte Elektronik und nehmen Sie sich etwas Zeit für die Aufstellung, bis sie den optimalen Einwinkelungsgrad (der in der Regel nicht auf Achse liegen wird) gefunden haben.

Eine erstaunlich klangstarke Union ergab sich unter anderem mit dem KingRex T20 inklusive des optionalen externen Netzteils. Gerade mal um die 2 x 10 Watt stark und mit einem angenehm stressfreien, fluiden Klang gesegnet, gemahnt der kleine Class-D-Verstärker nicht zuletzt an feine Röhrenamps, die in der Tat ein sehr geeigneter Partner für die Sonus faber Chameleon sein dürften. Das taiwanesisch-italienische Gespann lässt es dabei auch leise sehr feinsinnig und tonal homogen/kohärent angehen, tönt aber selbst bis knapp über Zimmerlautstärke (den 90 db/W/m der Chameleon sei Dank) noch kontrolliert und sauber. Ja, mit solch musikalischen und gar nicht mal leistungsprotzenden Verstärkern zu experimentieren, ist mit Blick auf die Sonus faber Chameleon T auf jeden Fall eine Empfehlung.

Die Sonus faber Chameleon T zeichnen sich aus durch …

  • angenehm voll und organisch tönende und gleichsam transparente Mitten.
  • einen für Standboxen dieser Preis- und Größenklasse angemessen tief reichenden und zudem tadellos präzisen Bassbereich.
  • ein ortungsscharfes, sauber strukturiertes Bühnenbild. Dessen Ausdehnung könnte sich nur noch etwas mehr in die Höhe strecken.
  • ein involvierend dynamische Spielweise – sowohl die Fein- wie Grobdynamik betreffend.
  • eine Pegelfestigkeit, die wohl ausreicht, um in Mietwohnungen die Nachbarn dezent am Musikgenuss teilnehmen zu lassen, uneingeschränkt partytaugliche Pegel sind dagegen nicht ganz die Sache der Italiener, die dann zunehmend unsauber spielen.
  • zufriedenstellend auflösende Höhen, die sich im Bereich unterer/mittlerer Hochton tonal durchaus etwas kräftiger in Szene setzen. Um die Höhen tonal optimal zu integrieren, auf richtige Einwinkelung und passende Elektronik achten.
  • ein erfrischendes Designkonzept, das sich löblich vom Boxeneinerlei abhebt und durch die austauschbaren Seitenpaneele auch nachträglich eine farbliche Abstimmung an den Wohnraum ermöglicht und von vorbildlicher Verarbeitungsqualität geprägt ist.

Fakten:

  • Modell: Sonus faber Chameleon T
  • Konzept: 3-Wege-Standlautsprecher mit Bassreflexsystem
  • UVP: ab 2.300 Euro/Paar
  • Farben: Schwarz mit Seitenteilen in weiß, schwarz, rot, orange, grau und blau
  • Wirkungsgrad: 90 dB/1W/1m
  • Maße (HxBxT) & Gewicht: 1060,3 x 270 x 355 mm 35cm & 24,5 kg
  • Sonstiges: Gehäuse mit Kunstleder und austauschbaren Seitenteilen
  • Garantie: 5 Jahre

Vertrieb:
Audio Reference GmbH
Alsterkrugchaussee 435 | 22335 Hamburg
Telefon: 040 – 533 203 59
eMail: info@audio-reference.de
Web: www.audio-reference.de

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Test: Sonus faber Chameleon T | Standlautsprecher

  1. 3 Test-Fazit: Sonus faber Chameleon T

Über den Autor

Equipment

Digitale Quellen: D/A-Wandler: Norma HS-DA1 PRE, Linnenberg Telemann, Electrocompaniet ECD 2 CD-Player: Fonel Simplicité Streamer: SOtM sMS-200 ultra & SOtM sPS-500, Auralic Aries Computer/Mediaplayer: Laptop mit JRiver MC

Vollverstärker: Abacus Ampino

Vorstufen: Hochpegel: Funk MTX Monitor V3b-4.3.1, Funk MTX Monitor V3b-4.2.1 (Upgrade von V3b), Funk LAP-2.V3 (Upgrade von Lap-2.V2)

Endstufen: Bryston 7B³

Lautsprecher: Spendor D9, Quadral Megan VIII

Kopfhörer: Audeze LCD-2, AKG K812, AKG K712 Pro, RHA T20, Soundmagic E80, Shure SRH 1840, AAW Q

Kopfhörerverstärker: Norma HS-DA1 PRE, NuPrime DAC-10H, Reußenzehn Harmonie III

Mobiles HiFi: Onkyo DP-X1, iBasso DX-80

Kabel: Lautsprecherkabel: HMS Armonia, WSS Platin Line LS4, Real Cable BW OFC 400, HMS Fortissimo NF-Kabel: Straight Wire Virtuoso Digitalkabel: USB-Kabel: AudioQuest Carbon, Boaacoustic Silver Digital Xeno, BMC Pure USB1 Netzkabel: Furutech FP-S022N: konfektioniert mit FI-E 50 NCF & FI 50 NCF, Tellurium Q Black, Quantum-Powerchords, Swisscables Reference Netzleiste: HMS Energia MkII

Rack: Lovan Classic II

Zubehör: Stromfilter: HMS Energia MkII Sonstiges: AudioQuest Jitterbug

Größe des Hörraumes: Grundfläche: 29 m² Höhe: 3,3 m

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