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Test-Fazit: Sehring 903

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  1. 4 Test-Fazit: Sehring 903

Unaufgeregt – aber tadellos dynamisch und „attackig“. Neutral – aber nicht nüchtern. Präzise auflösend – aber uneingeschränkt langzeittauglich. Klangfarbenreich – aber keine Schönfärberei. Hochgradig pegelfest – aber ebenso für ausgemachte Leisehörer geeignet. Basspotent – aber unaufdringlich dröhnfrei. Luftig – aber kein auffälliger Hochtonglanz. Man könnte die Liste wohl noch weiter führen. Um dann irgendwann doch so etwas wie eine Antwort auf die Frage nach dem Profil, dem besonderen Charakter dieser Lautsprecher zu bekommen: Die Sehring 903 verweigert sich nachdrücklich – und zwar mit einem Nachdruck, wie ich ihn bisher kaum von anderen Lautsprechern zu Gehör bekommen habe – in eine Schublade gesteckt zu werden.

Sehring 903

Mögen andere Lautsprecher dieser Preisklasse in Einzeldisziplinen vielleicht noch einen Tick plastischer (meine ich etwa hinsichtlich der Stereokonzept 3.0 in Erinnerung zu haben) oder – zumindest vordergründig – analytischer und attackiger spielen (beispielsweise Thiel CS 3.7). Oder bei günstigerem Kurs mindestens gleichauf in Sachen Feindynamik oder Auflösung liegen (Quadral Aurum Vulkan VIII) – stets erkauft man sich diese Meriten mit zum Teil deutlich hörbaren Zugeständnissen in anderen Bereichen.

Ja, die Sehring 903 hat das Zeug – von Verehrern wattschwacher Single-Ended-Trioden-Verstärker einmal abgesehen – zum schlagseitenfreien „Everybodys Darling“. Jedenfalls kenne ich keinen Wandler, der „in Summe“ kompromissärmer spielt. Doch was soll’s: Lesen ist eh nur Silber, (probe)hören – was ich Ihnen im Fall der Sehring 903 besonders nachdrücklich ans Herz lege – dagegen Gold.

Die Sehring 903 zeichnen sich aus durch …

  • ein ebenso rein-störungsarm und unaufgeregt-natürlich anmutendes wie involvierendes Klangbild.
  • tonale Neutralität. Und Flexibilität: Individuelle Anpassungen an den eigenen Hörraum oder Geschmack sind mittels Steckbrücken und Austausch von Widerständen leicht möglich.
  • hohe Auflösung und Feindynamik – ein vor Transparenz und „Zackigkeit“ elektrisierend knisterndes Klangbild bieten sie aber nicht.
  • eine Klangfarbenpalette und -treue, die höchsten Ansprüchen genügt, der Mittenbereich wirkt ausnehmend natürlich, zudem verschmilzt dieser mit den Höhen zu einer perfekten Einheit.
  • eine gleichsam luzide, luftige, informative wie im besten Sinne „unauffällige“, langzeittaugliche Hochtonwiedergabe.
  • einen sehr ausgedehnten, auch für diese Preisklasse nicht „alltäglichen“ Tiefgang. Der Bass zeigt preisklassenbezogen ein gutes Timig und ist gut konturiert, besticht aber noch mehr durch seine souveräne Lockerheit, Grobdynamik und Plastizität.
  • sehr hohe Pegelfestigkeit, auch wilde Orgien in großen Lofts sollten mit geeigneten Verstärkern gelingen. Umgekehrt liefern die 903 auch bei leisen Pegeln ein wertiges Klangbild.
  • eine tadellos präzise, sich schön nach vorne ablösende Bühnenillusion. Die 903 spielen zudem sehr plastisch.
  • einen mäßigen Wirkungsgrad: Halbwegs potente und agil klingende Verstärker sind von Vorteil.
  • eine sehr aufwändige, tadellose Verarbeitung.
  • ihr Modulsystem: Es kann mit kleineren Modellen begonnen und schrittweise upgegradet werden, Aktivierung ist ebenfalls möglich.

Fakten:

  • Modell: Sehring 903
  • Konzept: 3,5-Wege-Bassreflex mit Passivmembran
  • Preis: 14.400 Euro/Paar
  • Ausführungen: RAL-Farben, kein Furnier
  • Wirkungsgrad: 83 dB/W/m
  • Nennimpedanz: 6 Ohm
  • Maße & Gewicht: 26 x 112 X 43 cm (BxHxT), ca. 60 kg
  • Sonstiges: Bass/Mitten/Hochton-Verhältnis durch Pegelmodule anpassbar, Sandbefüllung zur Dämpfung der Weichen, auf Wunsch Single- oder Bi-Wiring -Terminal
  • Garantie: 5 Jahre

Hersteller/Vertrieb
Sehring Audio Systeme GmbH
Neuköllnische Allee 144 | 12057 Berlin
Telefon: +49(0)30-61 70 98 09
eMail: info@sehring-audio.de
Web: www.sehring-audio.de

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Test: Sehring 903 | Standlautsprecher

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Über den Autor

Equipment

Digitale Quellen: D/A-Wandler: Linnenberg Telemann, Electrocompaniet ECD 2 CD-Player: Fonel Simplicité Streamer: SOtM sMS-200 ultra & SOtM sPS-500, Auralic Aries Computer/Mediaplayer: Laptop mit JRiver MC

Vollverstärker: Abacus Ampino

Vorstufen: Hochpegel: MTX-MONITOR.V3b-4.2.1 (Upgrade von V3b), Funk LAP-2.V3 (Upgrade von Lap-2.V2)

Endstufen: Bryston 7B³

Lautsprecher: Sehring 903, Quadral Megan VIII

Kopfhörer: Audeze LCD-2, AKG K812, AKG K712 Pro, RHA T20, Soundmagic E80, Shure SRH 1840, AAW Q

Kopfhörerverstärker: NuPrime DAC-10H, Reußenzehn Harmonie III

Mobiles HiFi: Onkyo DP-X1, iBasso DX-80

Kabel: Lautsprecherkabel: HMS Armonia, WSS Platin Line LS4, Real Cable BW OFC 400, HMS Fortissimo NF-Kabel: Straight Wire Virtuoso Digitalkabel: USB-Kabel: BMC Pure USB1, AudioQuest Carbon, Boaacoustic Silver Digital Xeno Netzkabel: Furutech FP-S022N: konfektioniert mit FI-E 50 NCF & FI 50 NCF, Tellurium Q Black, Quantum-Powerchords, Swisscables Reference Netzleiste: HMS Energia MkII

Rack: Lovan Classic II

Zubehör: Stromfilter: HMS Energia MkII Sonstiges: AudioQuest Jitterbug

Größe des Hörraumes: Grundfläche: 29 m² Höhe: 3,3 m

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