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Rega Mercury & Solis: Vor-End-Verstärkerkombi im Test | fairaudio
HiFi-Test

Test: Rega Mercury & Solis | Vor-End-Kombi

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Im Test: Rega Mercury & Solis | Vor-End-Verstärkerkombi

UVP zum Testzeitpunkt: Rega Mercury/Solis: 16.898 Euro, (Vorstufe/Endstufe je 8.449 Euro)

Web: https://tad-audiovertrieb.de/

Ich bin der Erste, der predigt, dass beim Kauf neuer HiFi-Komponenten die Ohren entscheiden sollten – aber die Augen reden eben auch mit. Mir geht es da nicht anders. Ich entsinne mich noch gut daran, wie ich vor circa 25 Jahren den Vollverstärker Rega Mira im coolen „Clamshell“-Design im Schaufenster sah und ein paar Tage später die Scheinchen auf dem Händlertresen einfach fallen lassen musste. Und für all jene, die die neue Verstärkerkombi Rega Mercury/Solis (Vertrieb: https://tad-audiovertrieb.de/) in der Auslage entdecken und sich spontan verlieben, habe ich auch Verständnis: Diese Massivität ohne Monstrosität im Zusammenspiel mit Minimalismus und solchen netten, kleinen Details wie den angefasten Ecken und den sichelförmig freigegebenen Kühlrippen – das macht einfach richtig was her. Allerdings wird man dafür ein paar mehr Scheinchen los als ich seinerzeit für den kleinen Mira: Jeweils 8.449 Euro sind für Vor- und Endstufe zu entrichten. Das ist im heutigen Highend-Audio-Markt zwar nichts wirklich Weltbewegendes mehr, fürs britische Traditionshaus aus Southend-on-Sea aber ein neues Level. Flaggschiff-Level.

Regas neuer Flaggschiff-Endverstärker Solis, perspektivisch von oben
Schön gemacht: Regas neuer Flaggschiff-Endverstärker Solis ist nicht nur grundsolide, sondern richtiggehend elegant verarbeitet

So viel zu Augen und Preisen – und bevor wir wieder zu den Ohren kommen, zunächst ein paar grundlegende Informationen zu Regas großer Vor-End-Kombination.

Die Vorstufe Rega Mercury

Die Vorstufe Rega Mercury
Die Vorstufe Rega Mercury besitzt eine aufgeräumte Front, bietet aber ordentlich Schnittstellen

Die Vorstufe Rega Mercury kommt mit fünf Hochpegeleingängen – darunter ein symmetrischer – und einer Tape-Schleife. Einen Phono-Eingang gibt es allerdings nicht. Das mag den einen oder anderen verwundern, schließlich ist Rega doch eine Analogmacht. Es lässt sich freilich argumentieren, dass Vinyl-Freunde, die in dieser Liga HiFi shoppen, wohl sowieso externe Phono-Pres verwenden werden. Wozu also an dieser Stelle Ressourcen verschwenden, statt sie woanders hinzulenken?

Die analogen Schnittstellen des Rega Mercury
Fünf Hochpegeleingänge und eine Tape-Schleife gibt es beim Rega Mercury auf der analogen Eingangsseite

Freilich könnte man ähnliche Gedanken im digitalen Bereich anstellen – doch der Rega Mercury besitzt einen integrierten DAC, der sich über je zwei Toslink- und S/PDIF-koaxial-Eingänge und eine USB-B-Buchse ansteuern lässt. Der asynchrone USB-Eingang besorgt eine galvanische Trennung und besitzt eine eigene Stromversorgung sowie zwei hochwertige Clocks fürs Reclocking in beiden Sampleraten-Familien (44,1 und 48 kHz). Interessant: Für die Wandlung ins Analoge setzt Rega bewusst zwei Wolfson-Chips (WM8742) ein, die einen gewissen „Vintage-Charme“ versprühen, wurden sie doch schon 2009 eingeführt. Die Briten sind offenbar davon überzeugt, dass sie besser klingen als viele Chips neueren Datums, und anscheinend sind sie eher Ohrenmenschen als Spec-Sheet-Fanatiker. Letztere können aber (halbwegs) beruhigt werden: PCM bis 32/192 und DSD64 sind möglich. Wer mehr braucht, muss sich woanders umhören (oder sich fragen: Warum?).

Die digitalen Schnittstellen des Rega Mercury
Auf der digitalen Seite gibt’s je zweimal Toslink und S/PDIF koaxial sowie einen USB-B-Eingang

Die Verstärkerschaltung des Rega Mercury sei der Kulminationspunkt einer fast vierzigjährigen Engineering-Tradition und insbesondere auf ein sehr geringes Rauschlevel gezüchtet worden, um leise Details und mikrodynamische Feinheiten der Aufnahme nicht zu maskieren, so Rega – man gibt allerdings keinen Signal-Rausch-Abstand zur Untermauerung des Anspruchs an. Die analogen Schaltungen seien durchgängig mit diskreten Bauteilen aufgebaut worden und unsymmetrisch gehalten – allerdings spiegelsymmetrisch insofern, als in den Verstärkerstufen jeweils zwei Bereiche mit positiver und negativer Spannungsversorgung komplementär zusammenarbeiten und am Ende jeder Stufe wieder zu einem Signal integriert würden.

Blick ins Innere des Rega Mercury
Blick ins Innere des Rega Mercury: links vorne zu sehen: der 70-VA-Ringkerntrafo, vorne rechts: das Alps-Blue-Velvet-RK27-Poti, das die Lautstärkeregelung besorgt

Die symmetrischen Ein- und Ausgänge des Mercury und Solis seien zwar sehr hochwertig, so Rega, doch gleichzeitig wird empfohlen, die Verstärker, wenn möglich, mit einem unsymmetrischen Kabel zu verbinden, denn die zusätzlichen Bauteile der XLR-Schnittstellen könnten nun mal naturgemäß nicht zur Transparenz des Signals beitragen.

Die Endstufe Rega Solis

Vorderer Bereich der Endstufe Rega Solis, angeschnitten
Die Rega-Solis-Endstufe bringt knapp 25 Kilogramm auf die Waage

Während der Rega Mercury, nicht zuletzt dank seines massiven Aluminium-Gehäuses, 14 Kilogramm auf die Waage bringt, ist’s bei der zu ihm passenden Stereoendstufe Solis in etwa das Doppelte. Was nicht Wunder nimmt, findet man bei Endverstärkern doch in aller Regel die potentere Stromversorgung. Die des Rega Solis besteht aus zwei vergossenen 330-VA-Ringkernen, die kanalgetrennt arbeiten und von je 40.000 µF Siebkapazität flankiert werden; die zum Einsatz kommenden „Rega K-Power“-Kondensatoren sollen eine ausnehmend niedrige Impedanz besitzen und deshalb sehr schnell und effizient Strom bereitstellen können.

Blick in die Endstufe Rega Solis
Zum Gewicht trägt nicht nur das massive Gehäuse bei, sondern auch die beiden Trafos, die jeweils einen Kanal versorgen. Der Rega Solis bringt fast 2 x 170 Watt an 8 Ohm an die Klemmen

Das zur Schaltung des Rega Mercury Gesagte gilt auch für den Solis und zieht sich bei ihm bis zur Ausgangsstufe durch. Regas neue Top-Endstufe ist ein Class-AB-Verstärker, der im Push/Pull-Modus pro Kanal drei kaskadierte bipolare Transistoren von Sanken je Halbwelle nutzt. Diese „triple high current output stage“ habe man sich so ähnlich wie eine Darlington-Schaltung vorzustellen, nur eben mit drei statt mit zwei Transistoren, so Simon Webster von Rega Research. Ziel sei, auch an schwierigen Lasten stets genügend Strom liefern zu können, damit die Leistungsangaben mehr als bloße Papierform bleiben. Der Rega Solis bringt 168 Watt an acht und 305 an vier Ohm an die Klemmen. Apropos: Die sind für ein Paar Lautsprecher ausgeführt, von Bi-Wiring hält man bei Rega wohl nicht übermäßig viel. Von Bi-Amping schon mehr, so scheint’s, jedenfalls betonen die Briten, dass der Solis mit dem zweitgrößten Vollverstärker im Rega-Lineup, dem Aethos (siehe Testbericht), zu diesem Zwecke verbandelt werden könne. Das haben wir aber nicht vor, denn hier soll es ja um die Flaggschiff-Kombination gehen. Also ab in den Hörraum – und zurück zu den Ohren.

Rega Mercury & Solis: Hörtest und Vergleiche

Im Folgenden werde ich die Vor-End-Kombination als Ganzes beschreiben. Das Gesagte können Sie aber getrost auch auf Vor- und Endstufe als einzelne beziehen, denn beide besitzen im Großen und Ganzen die gleiche Signatur. Zum Schluss gehe ich noch kurz auf das DAC-Modul des Mercury ein. Doch jetzt erstmal zur Kombi.

Handgeschliffen ausgeglichen

Klischees nicht überstrapazieren, die werte Zielgruppe aber auch nicht von den Kopf stoßen – das scheint mir das Motto bei der tonalen Abstimmung gewesen zu sein. Natürlich spielen Rega Mercury/Solis breitbandig und sehr ausgeglichen auf, aber hier und da gibt es eben doch eine geschmackvolle Abweichung von der reinen Lehre.

Die Fernbedienung des Rega Mercury
Standesgemäß: Die Fernbedienung des Rega Mercury – aus Metall gefertigt und mit hinterleuchteten Tasten versehen

Das fängt im Bass an. Während meine eigene, aktuell fast doppelt so teure Verstärkerkombi von Electrocompaniet den ungewöhnlichen Weg geht und eher Richtung Tiefbass drauflegt, macht das Rega-Gespann im mittleren bis oberen Bass minimal mehr. So wirken die Norweger bei bösen Synthiebässen und langen Orgelpfeifen spektakulärer, da deutlicher/nachdrücklicher, während bei normaler Musik mit normaler Tieftonkost (sprich mit weniger Fokus aufs allerunterste Register) das Rega-Gespann etwas satter auf der Straße liegt. Nein, nein, nicht so satt wie die Pass-Kombi, mit der ich lange lebte, aber eben doch schon etwas anders als mit einem Soulution 330 INT (seinerzeit 17.000 Euro, der Nachfolger ist deutlich teurer), um mal auf die „reine Lehre“ zurückzukommen.

Der Rega Mercury aus Vogelperspektive, links angewinkelt
Schlichte Schönheit: Regas Top-Vorstufe Mercury

duoW EntrendreIm Mittelton geht es mit der feinen englischen Art weiter. Um den Präsenzbereich auszuloten, lege ich gerne „Allegro serioso, non troppo“ (Zoltán Kodály: Duo For Violin And Cello, Op. 7; duoW – Entendre) in die Playlist, denn gerade die Violine kann einem bei gehobenem Pegel durchaus hartnäckig im Ohr stehen. Das tut sie mit der Rega-Kombi eine Spur höflicher. „Verrundet“ wäre ein zu kräftiges Wort, aber es wird nicht so gnadenlos ehrlich weitergereicht wie etwa beim erwähnten Soulution – und da mir das Cello zudem ein klein wenig körperhafter erscheint, komme ich zum Schluss, dass Rega Mercury & Solis im Grundton eher ein Jota drauflegen, während sie in den oberen Mitten eines abziehen. Doch noch einmal: Das wurde sacht und behutsam ausgeführt, das ist keine Färbung im eigentlichen Sinne.

Griet de Geyter Il Gardellino Stille KlagenDoch gleichwohl wahrnehmbar, insbesondere im Kontrast zu anders gelagerter Verstärkung: So wirkt die belgische Sopranistin Griet De Geyter (Album: Stille Klagen: Remorse and Redemption in German Baroque) eine Spur weniger offen als ich es gewohnt bin, man darf es aber auch „fundierter“ nennen, wobei mir der Begriff eher bei einer Norah Jones in den Sinn kommt – und natürlich bei Männerstimmen wie der von Micah P. Hinson. Ob einem diese „Mittenabstimmung“ nun zusagt oder nicht, ist reine Geschmacksfrage. Wobei angenommen werden darf, dass Freunde britischen HiFis wohlwollend und eifrig mit dem Kopf nicken, ja, manche sich gar mehr davon wünschen werden. Doch dafür ist der Rega wiederum zu vornehm-ehrlich.

Björk VespertineNur weil die oberen Mitten etwas milder ausfallen, bedeutet das nicht, dass es im Hochtonbereich gebremst zugeht. Die „normalen“, sprich mittleren Höhen haben Fleisch am Knochen, forciert gespielte Becken kommen jedenfalls so rüber, wie das sein soll. Ganz, ganz oben wird es allerdings wieder etwas sanfter, und so schimmert das Glockenspiel bei Björks „Frosti“ weniger ätherisch als mit besagtem straight-neutralen Soulution 330 INT oder einem Soulnote A-3 (circa 21.000 Euro). Tatsächlich wirkt es „erdverbundener“, was ebenfalls seinen Charme hat.

Insgesamt darf man der Rega-Kombi Mercury/Solis also ein in homöopathischen Dosen appliziertes englisches Klangbild attestieren – es ist ehrlich, erdig, langzeittauglich. Und das, was die Vor-End-Kombi im Bass und Hochton „macht“, hat auch angenehme Nebenwirkungen jenseits des Tonalen. Dazu gleich noch mehr.

Dynamik und Bühne

Normalerweise bin ich ein Freund davon, die Dinge auseinanderzuhalten, doch in diesem Fall dürfen, ja, sollten Dynamik und Raumdarstellung zusammen betrachtet werden, denn beide zahlen auf ein übergeordnetes Thema ein: Es geht darum, den Hörer in die Musik hineinzuziehen.

Vor-End-Kombi Rega Mercury/Solis mit Fernbedienung auf Holzboden

Wer beim Musikhören also einen ordentlichen „Respektabstand“ schätzt, ist hier an der falschen Adresse. Regas Flaggschiff-Verstärkung macht gerne mal einen tüchtigen Schritt nach vorne. Klar variiert das von Aufnahme zu Aufnahme, doch ich muss schon sagen: Manchmal bin ich regelrecht überrascht, wie weit das geht. Etwa dann, wenn die Damen Julie Byrne oder St. Vincent auf halbem Weg zwischen Sofa und Stereobasis zu stehen scheinen und Gitarre beziehungsweise Piano gleich mitgenommen haben, um mich zu bespaßen. Mein Hörabstand zu den Lautsprechern beträgt knappe vier Meter. Mit der Rega-Kombi hört sich das nicht immer so an. Schon toll – wenn man es denn mag. Ich sehe freilich keinen Grund, warum man‘s nicht sollte, zumal die Bühne etwas „Umarmendes“ an sich hat, ihre Flügel ausbreitet, profaner formuliert: ziemlich breit daherkommt. Das zieht einen noch mehr rein, als wenn es nur in der (Phantom-)Mitte nach vorne ginge. Mit den richtigen Aufnahmen und etwas Gas auf dem Pegel umgibt einen die Musik richtiggehend.

Die Tiefenstaffelung überzeugt ebenfalls, fällt aber im Kontext des eben Angesprochenen weniger auf. Sie passt zur Preisklasse. Haken dran. Und wie steht es mit der Abbildung von Stimmen und Instrumenten? Nun, die gerät hier etwas größer, üppiger als sonst oft zu erleben – ist ja auch klar, schließlich stehen die Akteure näher bei einem –, und die „Ränder“ wirken bei aller Präzision ein wenig weicher/organischer gezeichnet, was freilich gut zum Gesamtauftritt passt. Das hier ist eher eine Einladung ins Konzert als ins Studio, wenn Sie so wollen.

Phlegma Phighter [em] IIDieser Eindruck wird vom tollen dynamischen Auftritt noch unterstützt. Rega Mercury/Solis liefern fein wie grob. Ja, vor allem grob, jedenfalls fällt mir das Talent stärker auf: Rhythmussektionen kommen schön knackig-tight und mitreißend rüber, wer viel handgemachten Rock und Blues hört, kriegt‘s Grinsen wahrscheinlich gar nicht mehr aus dem Gesicht operiert. Klappt aber auch mit Stressjazz à la „Phlegma Phighter“ von [em], ich musste jedenfalls auflachen, als ich mich mittenmang im Gewimmel dieses Trios wiederfand. Echt nicht übel.

Auf den dynamischen Eindruck zahlt indirekt auch besagte Tonalität ein, das meinte ich oben mit „Nebenwirkung“. Etwas mehr Schubs im Untergeschoss kann rhythmisch nicht schaden – wenn denn der Bass klar konturiert rüberkommt, was hier der Fall ist. Ja, schon richtig, so brutal trocken wie mit den Musical Fidelity M8-700-m-Monos geht es hier nun auch nicht zur Sache, aber genausoweit entfernt ist es vom Halbtrocken meiner alten Pass-Kombi. Was das Rega-Gespann bietet, darf man „ausgeglichen-trocken“ nennen. Hinzu kommt noch, dass die ebenfalls ausgeglichenen Höhen die Impulswiedergabe unterstützen, so jedenfalls meine Theorie, sogar dann, wenn wie hier das Air-Band nicht final durchgezogen wird. Pace, Rhythm and Timing haben die Briten einfach drauf.

Endstufe Rega Solis, angeschnitten, links angewinkelt

Einordnung

Einladend nach vorne und sehr dynamisch geht es mit dem schon öfter erwähnten Soulution 330 INT ebenfalls zur Sache – klingt er deshalb so ähnlich wie das Rega-Gespann? Hm, nicht wirklich. Dafür sind sie tonal einfach zu unterschiedlich. Schweiz vs. England, ein wenig passen die damit assoziiertes Klischees eben doch. Da ist der Soulnote A-3 mit seinem ausgebauten Grundton schon näher dran an den Briten. Doch der Japaner besitzt weder die Weite der Bühne noch den dynamischen Antritt der Rega-Kombi. Dafür ist er ein Klangfarben-Magier vorm Herrn und zeigt – wie der Soulution – das vergleichsweise höhere Auflösungsvermögen. Beides sind zwar keine „Baustellen“ beim Rega-Duo, aber ebenso wenig Charakteristika, die sich relevant von der Erwartungshaltung in dieser Preisklasse abheben würden.

Rückseitiges Anschlussfeld und Bodenplatte des Rega Mercury
Rückseitiges Anschlussfeld und Bodenplatte des Rega Mercury

Stärker ausgeprägt als bei der rund 30 Prozent günstigeren Vor-End-Kombination von Ultrafide sind sie freilich schon. Diese ebenfalls aus UK stammende Kombi besitzt zwar eine gewisse Ähnlichkeit mit der von Rega, insofern sie ebenfalls sehr dynamisch und nach vorne raus aufspielt. Doch Mercury/Solis besitzen nicht nur die höhere Auflösung, sondern auch die weiträumigere Bühne – in Breite wie Tiefe – und spielen dort milder, wo das Ultrafide-Duo eher noch was drauflegt: in den oberen Mitten. Und davon abgesehen, ist die Rega-Kombi schon noch mal ein anderer Schnack, was Verarbeitungsqualität und luxuriöse Solidität angeht.

Der DAC

Der im Rega Mercury integrierte D/A-Wandler ist alles andere als eine Verlegenheitslösung – auch wenn der eine oder andere sich anschlussseitig vielleicht noch mehr wünschen würde, etwa HDMI ARC zur Kontaktaufnahme mit dem TV. Doch das geht ja auch via Toslink ganz gut. Noch schöner wäre es freilich, wenn’s egal wäre, in welcher Reihenfolge man die Geräte einschaltet – ich musste immer erst die Vorstufe, dann die Glotze anschalten, ansonsten blieb es bei mir stumm. Doch genug davon, schließlich heißen wir nicht faircinema.

Rückseitiges Anschlussfeld und Bodenplatte des Rega Solis
Der Rega Solis lässt sich symmetrisch und unsymmetrisch ansteuern

Klanglich passt alles, über den DAC klingt der Rega gewissermaßen noch mehr nach Rega, zumindest tonal. Soll heißen: Der Bass langt noch ein wenig kräftiger hin, im Superhochton wird noch etwas dezenter gestrahlt – dynamisch-rhythmisch bleibt dabei alles schön am Gas und diese sich einladend nach vorne öffnende Bühne ist ebenfalls zu erleben, wenngleich mir die Breite etwas geringer scheint.

Es ist natürlich schon so, dass mit einem richtig hochwertigen, externen DAC noch mehr geht: mehr Durchzeichnung im Tiefton, klarere Bühnenstaffelung, höhere Auflösung insbesondere bei leisen Details … das Übliche also, wenn man im Digitalbereich aufrüstet. Allerdings muss ich bei meinem Vergleich zwischen dem internen Rega-Modul und dem externen Rockna-Wavelight-DAC, angeleint über ein Edel-Dyrholm-Audio-Verbinder, fairerweise dazu sagen, dass das dann gleich noch einmal so viel kostet wie der Mercury als solcher … Ob man dazu bereit ist, muss jeder für sich selbst prüfen.

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