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Inhaltsverzeichnis

  1. 1 Stilsicher
  2. 2 Klang: Quadral Platinum+ Five

Ist das wirklich fast acht Jahre her, dass ich zuletzt einen Quadral-Lautsprecher (http://www.quadral.com | Preis des Testmodells: 3000 Euro) getestet habe? Muss wohl, dennoch hat die „Aurum Orkan VIII“ aus der übergeordneten „Aurum“-Familie bei mir bis heute einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Ich erinnere mich nämlich gut daran, dass mir die große Standbox mit ihren beiden Druckkammer-Bässen zunächst Sorgen bereitete. Ich fürchtete, sie würde in meinem Hörraum viel zu mächtig tönen. Hat sie nicht. Im Gegenteil begeisterte sie mich mit einer zwar sehr kräftigen – wenn man wollte, auch markerschütternden – und abgrundtief reichenden Bassperformance, die sie aber mit staubtrockener Attacke und Präzision zu präsentieren wusste.

Über ihre Leistungsfähigkeit am unteren Frequenzende hinaus, erinnere ich die Quadral Aurum Orkan VIII als einen Allrounder wie aus dem Bilderbuch. Eigentlich gab es keine Musikrichtung, mit der sie nicht zurechtkam. Eine überaus positive Eigenschaft, dennoch wird das Attribut des Alleskönners in der HiFi-Welt nicht immer unbedingt geschätzt. „Allrounder“, das liest sich so beliebig. So wie „nix Halbes und nix Ganzes“. Und das will doch keiner, oder?

Quadral Platinum+ Five Logo

Dabei täuscht ein solches Bild gewaltig. Einen Lautsprecher zu konstruieren, der über verschiedenste Musikstile – vom Kammerspiel bis zum Rockkonzert – hinweg eine überzeugende Performance aufs Parkett bringt, ist ohne Frage eine Herausforderung für jeden Entwickler. Auch für Sascha Reckert, der für das Hannoveraner Traditionsunternehmen Quadral unter anderem die noch recht junge „Platinum+“-Serie verantwortet. Sie wurde vor etwa einem Jahr vorgestellt und umfasst neben dem Flaggschiff „Nine“ die etwas kleinere Standbox „Seven“, das Kompaktmodell „Two“ und den Centerspeaker „One“. Die „Quadral Platinum+ Five“ ergänzt die Serie nun ganz frisch um einen dritten Standlautsprecher, den ich persönlich aufgrund seiner gelungenen – fast zierlichen – Proportionen für den hübschesten Vertreter der Produktlinie halte. Aber das ist natürlich Geschmackssache.

Das Stigma des Allrounders bewertet Reckert im Übrigen gar nicht als solches. Im Gegenteil: „Ich hoffe immer, dass unsere Lautsprecher als Allrounder bewertet werden, denn das ist meiner Ansicht nach der einzig sinnvolle Weg, nicht in einer Nische gefangen zu sein. Unsere Erfahrung ist, dass die überwältigende Mehrheit der Kunden sehr vielfältige Musikinteressen und Sammlungen hat. Die sind mit Lautsprechern, die sich – zumindest grob – an Studiostandards orientieren, sicher am besten bedient. Zum Glück ist im HiFi aber bei aller technischen Richtigkeit ein klein wenig Geschmack erlaubt.“ Und den haben die Hannoveraner in den vergangenen Jahren so häufig getroffen, dass die Fangemeinde weiterhin groß ist. Sicher auch deshalb, weil zwar die technische Entwicklung des Portfolios stets vorangetrieben und den aktuellen Standards angepasst wurde, der optische Auftritt der meisten Modelle aber doch eher konservativ-klassisch geriet. Mit dieser Tradition bricht die „Quadral Platinum+“-Range nun ziemlich radikal. Das auffallend moderne, bauhausmäßig-glatte Design, das gerade der exakt einen Meter hohen „Platinum+ Five“ so gut steht, ist denn auch laut Chefentwickler Sascha Reckert den Ansprüchen der Kunden an eine moderne Wohnumgebung geschuldet.

Quadral Platinum+ Five Teaser

Preislich würde sich die Quadral Platinum+ Five etwa auf Augenhöhe mit der Aurum Orkan VIII befinden, die ich vor Jahren an dieser Stelle beschrieb. Wenn es diese denn noch gäbe, die Orkan wird nicht mehr produziert. Technisch rückt die Platinum+ der Topserie von Quadral indes schon ziemlich dicht auf den Pelz. So wurden die für den Mittel- und Tieftonbereich eingesetzten „ALTIMA“-Chassis direkt aus den Aurum-Modellen übernommen. Mit „ALTIMA“ bezeichnen die Hannoveraner einen Materialmix aus Aluminium, Titan und Magnesium, der bislang ausschließlich den Flaggschiffen vorbehalten war. In der Platinum+ Five beackern zwei 13,5 Zentimeter durchmessende Treiber in klassischer D´Appolito-Anordnung das Mittenband und umrahmen somit einen Ringstrahler, der bis 48 Kilohertz hinauf laufen soll und hinter einem leichten Hornvorsatz in der Frontplatte sitzt. Die hausgemachten Bändchen-Hochtöner aus der Aurum-Linie hätten laut Sascha Reckert „den Kostenrahmen gesprengt“, Ringstrahler kämen der Charakteristik eines Bändchens aber zumindest recht nahe. Im Gegensatz zu einem konventionellen Kalottenhochtöner, bei dem der Schall im Zentrum entsteht, ist der Mittelpunkt eines Ringstrahlers fix. Die Schallausbreitung erfolgt also tatsächlich über den äußeren Rand des Chassis. Diesem Konzept wird eine tendenziell sanfte Hochtonwiedergabe zugeschrieben. Mittels eines verchromten Kippschalters oberhalb des Kabelterminals auf der Rückseite der Lautsprecher lässt sich die Intensität (vulgo: Lautstärke) des Hochtöners entweder moderat senken oder anheben. Sämtliche Durchläufe des Hörtests habe ich übrigens mit neutraler Schalterstellung („0 dB“) durchgeführt.

 

Quadral Platinum+ Five Anschlussterminal

Mittels des Kippschalters lässt sich der Hochtonpegel der Quadral Platinum+ Five moderat senken oder anheben

Ein 21-Zentimeter-Bass ist seitlich in das Gehäuse der Quadral Platinum+ Five eingelassen und arbeitet auf ein nach hinten abstrahlendes Bassreflexrohr. Somit bleibt auch das Druckkammer-Prinzip Alleinstellungsmerkmal der Aurum-Modelle, wenngleich Reckert etwa in der größeren Quadral Platinum+ Nine ein technisch recht ähnliches Konzept realisiert hat. Die kann aber auch mit zwei Basstreibern arbeiten, während die Five mit „nur“ einem auskommt. Übrigens gilt es, die Platinum+ Five seitenrichtig aufzustellen. Es gibt eine linke und eine rechte Box. Sie steht jeweils korrekt, wenn der Basstreiber „nach innen“ schaut.

Ungewöhnlich: Die kreisrunden Stoffabdeckungen vor den Mitteltönern und dem Basstreiber sind Bestandteil der klanglichen Abstimmung. Es ist nicht vorgesehen, sie zu entfernen. Allerdings fügen sie sich auch so bündig und harmonisch ins Design der Quadral Platinum+ Five ein, dass der Wunsch, „nackte Tatsachen“ sehen zu können, zumindest bei mir nicht aufkam. Insgesamt betrachtet man die schlanken Säulen aber durchaus gern, ihr Gehäuse ist tadellos verarbeitet, der „Finger-Klopf-Test“ verrät ordentliche Wandstärken, die für Resonanzarmut sorgen, die Lackierung im Hochglanzschwarz meiner Testmuster möchte ich gar als perfekt beschreiben. Klar: Ein Läppchen sollte stets parat liegen, Fingerabdrücke nimmt ein solches Finish sofort übel.
Gleich beim Auspacken der Platinum+ Five ist ein paar Minuten Heimwerken gefragt, unter jeden Lautsprecher müssen zwei Metallstreben geschraubt werden, die als Ausleger für Standsicherheit sorgen. Die Entkopplungsfrage hat Quadral pfiffig gelöst: Jeder dieser Ausleger ist mit zwei Metallkegeln ausgerüstet, die auf weichem Untergrund als Spikes benutzt und für Hartböden – die man ja nicht verkratzen möchte – mit Gummikappen versehen werden können.

Quadral Platinum+ Five Fuß

Metallstreben sorgen für zusätzliche Standsicherheit der Quadral Platinum+ Five

Erfreulich konsequent finde ich die Entscheidung der Niedersachsen, einen Standlautsprecher dieser ambitionierten Preisklasse „nur“ mit Singlewire-Terminals auszustatten. Ich sehe das so: Lieber ein hochwertiges und robust ausgeführtes einzelnes Buchsenpaar als zwei oder gar drei, die dann mittels wackeliger Blechbrückchen miteinander verbunden werden müssen, weil man pro Kanal dann doch nur ein Kabel benutzt.

Klang: Quadral Platinum+ Five

Haben Sie das auch schon einmal erlebt? Sie kaufen neue Lautsprecher, stellen sie auf, hören die ersten Stücke und haben irgendwie das Gefühl, als wären die Neulinge schon immer da gewesen? Ich muss gestehen, mir war dieser Eindruck auch neu. Obwohl es zum HiFi-Tester-Leben gehört, dass sich interessante Produkte die Klinke in die Hand geben – und man sich zuweilen dabei ertappt, sich nach Testende nur schwer verabschieden zu können –, kommt es doch nur ganz selten vor, dass ein Gerät oder ein Lautsprecher „nach zuhause“ klingt. Aber was soll das sein? Wie kann etwas „nach zuhause“ klingen?

Quadral Platinum+ Five Abdeckung

Die Stoffabdeckungen der Quadral Platinum+ Five sind Bestandteil der klanglichen Abstimmung

Ich denke, das hat etwas mit Sinneseindrücken zu tun, die lange zurückliegen. Mit welchen Klängen wurde man sozialisiert, als man sich erstmals mit der Materie HiFi beschäftigte? Ein kleiner Rückblick: Es wird so Anfang der Neunzigerjahre gewesen sein, als ich mit einem ebenfalls sehr HiFi-interessierten Kumpel die entsprechenden Geschäfte im Bergischen Land abklapperte, weil wir uns unsere erste „richtige Anlage“ zusammenkaufen wollten. „Bewaffnet“ mit einschlägigen Testmagazinen zogen also zwei knapp 16-Jährige los, um mit geradezu heiligem Ernst ihr Erspartes auszugeben. Und mein Freund Jürgen wurde als erstes fündig. An die Elektronik, die er kaufte (es war in jedem Fall ein Receiver und ein Tapedeck), kann ich mich nicht mehr näher erinnern. Wohl aber an die Lautsprecher, für die er sich entschied. Sie ahnen es – sie waren von Quadral. Kompaktmodelle, an deren Modellbezeichnung ich mich ebenfalls nicht mehr erinnere. Allerdings weiß ich noch, was passierte, nachdem wir sie angeschlossen hatten und die ersten Takte von Bruce Springsteen – er war ein Riesenfan des Bosses! – erklangen: da hörte sich etwas „richtig“ an, da stimmte „etwas“. Wissenschaftler würden das wohl als psychoakustisches Phänomen beschreiben, wir wussten lediglich, „das muss so“. Das ist jetzt über 25 Jahre her und Sie mögen mich gerne für einen Spinner halten, wenn ich Ihnen sage: Beim Hörtest der neuen Quadral Platinum+ Five war dieses Gefühl, dieses „das muss so“ wieder da!

john butler trio flesh and bloodWie kann das sein? Wie machen die das da in Hannover? Nun, zunächst einmal gibt sich die Quadral Platinum+ Five als Standlautsprecher mit immens erwachsener Basswiedergabe, die kraftvoll und „saftig“ antritt, dabei aber den Eindruck ´rüberbringt, als sei das doch gar nix Besonderes. Die tief hinab reichende Präsenz und Durchschlagskraft das Schlagwerks in „Blame it on me“ des neuseeländischen John Butler Trio (Flesh & Blood auf Amazon anhören) ist für die schlanke Säule ohrenkundig keine besonders anstrengende Aufgabe. Ganz im Gegenteil feuert sie die Bassdrumkicks nachdrücklich und knochentrocken auch bei forciertem Pegel in den Raum. Da wundert man sich mitunter, woher sie eigentlich das Volumen für derartig massive Attacken nimmt. Da die Stoffabdeckungen ja nicht demontierbar sind, kann ich die Auslenkung des Tieftöners nicht beurteilen, aus dem rückwärtigen Bassreflexrohr „atmet“ die Quadral Platinum+ Five spürbar. Macht nichts, die „Anstrengung“ hört man ihr nicht an. Ganz genau so verhielt es sich auch bei ihrer Schwester, der „Aurum Orkan VIII“, die im Bass womöglich noch ein Quäntchen resoluter und „härter“ antrat, ebenfalls vollkommen unbeeindruckt von Pegeln, bei denen sich normalerweise Gesichtszüge nach hinten verschieben. Muss man nicht machen. Kann man aber. Der letzte Lautsprecher, an den ich mich erinnere, dass er untenrum so trocken und unerbittlich „schob“, war neben der bereits erwähnten Aurum Orkan VIII eine Nubert nuVero 14. Die war allerdings (auch dieses Modell ist zwischenzeitlich abgelöst worden) erstens: im Paar noch ein gutes „bisserl“ teurer als die Quadral Platinum+ Five und zweitens: „raumgreifender“. Zwar ebenfalls von eher schlanker Gestalt, baute die Schwäbin insgesamt höher und dominierte damit einen Wohnraum deutlich mehr als die Newcomerin aus Hannover.

Quadral Platinum+ Five Hochtöner

Hochtonseitig ist die Quadral Platinum+ Five mit einem Ringstrahler ausgestattet

Die es ebenfalls offenbar als Familientradition versteht, die unterschiedlichen Frequenzbereiche wie aus a perfect circle eat the elephanteinem Guss miteinander zu verbinden und somit einen ungemein homogenen Aufritt in den Hörraum zu projizieren. Ein Charakterzug, den ich seit jeher mit Quadral verbinde. Und den die Quadral Platinum+ Five etwa beim elektrolastigen und effektbeladenen „Hourglass“ von A Perfect Circle (Album: Eat the Elephant auf Amazon anhören) eindrucksvoll zur Geltung bringt. Auf dem durchweg präsenten Tiefbassfundament des Stücks „tänzeln“ und wabern diverse teils stark verfremdete Klangsequenzen, die bis hoch in die unteren Mitten reichen, Maynard James Keenans Gesang lässt sich – aufgrund starker Verzerrung – bestenfalls erahnen und wirkt streckenweise wie ein Fremdkörper, der aus der Gemengelage herausbricht.

Eine insgesamt sehr „unruhige“, raue Komposition – gut, dafür ist die Band rund um den Mastermind Keenan auch bekannt – mit vielen künstlichen Elementen, die die Hannoveranin kraftvoll, eindringlich, aber eben auch in sich absolut stimmig und bruchlos zu Gehör bringt. Die „innere Ordnung“ ist in so einem Track sicher nicht besonders einfach darzustellen, was der Quadral Platinum+ Five aber keine Mühe bereitet. Der Titel wirkt wie ein „lebendiges Organ“, arbeitet, vibriert und pulsiert, kriecht dem Zuhörer gleichsam unter die Haut. Entziehen kann man sich dieser lebendigen Vorführung kaum, zumal die Platinum+ Five auch tiefe Einblicke in die Aufnahme gewährt: Ihr Auflösungsvermögen ist sehr feinsinnig, aber sie seziert nicht. Einzelne Schallelemente lassen sich en detail verfolgen, aber die Ganzheitlichkeit der Darbietung ist der Niedersächsin hörbar wichtiger.

dabe matthews band come tomorrowWie sehr sie sich dabei auf Groove und Timing versteht, zeigt sie explizit im neuen Stück „Again and Again“ der Dave Matthews Band, einer Vorabveröffentlichung aus dem kommenden Album Come Tomorrow (auf Amazon anhören), das Mitte Juni erscheinen wird. Agil, quirlig und mitreißend – mit geradezu locker schwingenden Hüften – präsentiert die Quadral Platinum+ Five den Song. Hier schön zu hören, wie sie Matthews Falsettgesang zwar gleichsam dreidimensional-griffig in den Raum stellt, ihn aber – etwa im Vergleich zu einer Signature 1109 von Magnat (um 4000 Euro) – mit einem ganz leichten, samtigen Schmelz überzieht. Der zu subtil auftritt, als dass ich ihn als Effekt oder Schönfärberei brandmarken wollte. Sagen wir so: Gesangsstimmen – im Übrigen auch Naturinstrumente – tönen über die Platinum+ Five stets angenehm gefällig. Wer analytische Kühle als Nachweis für streng ausgelegte audiophile Tugendhaftigkeit und Linearität sucht, wird hier vielleicht nicht ganz so glücklich. Andererseits: Auch die Top-Box aus Pulheim bei Köln würde ich nicht als streng-neutral-linear und tugendhaft auf dem Lehrpfad der Highfidelity wandelnd beschreiben wollen, über die Magnat tönen Stimmen vielmehr ebenfalls angenehm körperhaft samtig. Bei der Quadral fällt das etwas deutlicher auf, aber eigentlich nicht schwer ins Gewicht. Ein Schuss „Musikalität“, der im Alltag eigentlich mehr nützt als schadet.

Quadral Platinum+ Five Detail Pluszeichen

Wenn Sie nämlich über eine Musiksammlung verfügen, die neben ausgewählt hochwertig abgemischten Spezialitäten auch zeitgenössische Rock- und Popmusik beinhaltet und sie diese auch weiterhin ohne jede Reue hören möchten, kommt ihnen diese Abstimmung mit ziemlicher Sicherheit entgegen. Auch die Tatsache, dass der Ringradiator-Hochtöner sich praktisch niemals zu bissiger Schärfe hinreißen lässt, dürfte Sie dann freuen. Dabei unterschlägt er nichts, er löst sehr fein und nuanciert auf und zeigt alle Details, die für eine ganzheitliche Wahrnehmung der Aufnahme wichtig sind. Allerdings verkneift er sich schillernde Highlights, die auf Dauer aber auch nerven könnten.

Die Raumabbildung der Quadral Platinum+ Five würde ich als vorbildlich vorlagentreu-realistisch wille and the bandits living freebezeichnen. Die britischen Roots-Rocker Wille and the Bandits spielen auf ihrem soeben erschienen Live-Doppelalbum Living Free (auf Amazon anhören) wie eine kompakte Einheit. Die Ortung einzelner Musiker gelingt dennoch ganz hervorragend, die Dimensionen der Bühne in Tiefe und Breite sind exakt zu erfassen. Es gibt keinerlei Tendenzen seitens der Platinum+ Five, die Darbietung von der Grundlinie aus auffallend auf das Publikum zuzubewegen oder von ihm weg zu ziehen. Man hat den Eindruck, dass es so „richtig“ ist.

marillion all one tonightMarillions „All one tonight – Live at Royal Albert Hall“ (auf Amazon anhören) untermauert dies. Die vielschichtigen und strukturell komplexen Kompositionen der britischen Prog-Rocker entfalten sich in der berühmten Konzerthalle, deren ausgefeilte Akustik legendär ist, in allen Dimensionen großzügig und luftig, dabei auch so plastisch-griffig, dass der Zuhörer am Geschehen teilhaben kann. Mit anderen Worten: „All one tonight“ ist nicht nur eine Frontalbespaßung, sondern wird von der besonderen Akustik der Royal Albert Hall geprägt. Das Gefühl, nicht lediglich irgendeiner „Konserve“ zu lauschen, suggeriert die Quadral Platinum+ Five tadellos. Um das einzuordnen: Von einem Lautsprecher dieser Preisklasse erwarte ich eigentlich auch nichts anderes. Gleichwohl ist der Platinum+ Five ein gewisses Maß an ungemein charmanter Souveränität einfach nicht abzusprechen. Auch die „verblichene“ Aurum Orkan VIII hatte diese Lässigkeit. Die Magnat Signature 1109 kann das auch, transportiert das Geschehen vielleicht sogar noch mit einem Hauch mehr Grandezza, was man schwer qualitativ fassen kann, weil es eher auf subtiler Ebene stattfindet. Magnat schreibt aber auch einen runden Tausender mehr aufs Kassenzettelchen, daran sei an dieser Stelle erinnert.

 

Test: Quadral Platinum+ Five | Standlautsprecher

  1. 1 Stilsicher
  2. 2 Klang: Quadral Platinum+ Five
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Rega Planar 2

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