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Test: Quadral Platinum M20 – Hochton, Dynamik – Testbericht fairaudio

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  1. 3 Test: Quadral Platinum M20 - Hochton, Dynamik - Testbericht fairaudio

roby williamsDas „Mehr“ an Grundtonwärme und -volumen, das die M20 ins Spiel bringen, kommt der Stimmwiedergabe aber in vielen Fällen zugute. Gerade Männerstimmen wie Robbie Williams (Album: Swing When You’re Winning) oder die von Altmeister Leonard Cohen (Album: I’m Your Man) klingen über die M20 sehr authentisch. Doch auch viele Frauenstimmen wie etwa Amy Winehouse liegen voll auf der Wellenlänge der kleinen Quadrals. Wenn es um warmen SouLeonard Cohen l oder fetten Groove in der Stimme geht, wissen die Platinum M20 das aufs angenehmste umzusetzen.

Im Hochtonbereich greife ich nochmal auf das Schwestermodell aus gleichem Hause, die Megan VIII zurück. Schließlich interessiert mich, wie sich die beiden von Quadral favorisierten Hochton-Technologien im Vergleich verhalten. Und auch in den Höhen verfolgen die Quadral M20 und die Aurum Megan VIII eigene Philosophien. „Für eine Extraportion Schmelz und Seidigkeit im Hochton fühlt sich nun auch unsere Megan VIII nicht zuständig“, schrieb der Kollege Jörg bei seinem Test der Aurum Lautsprecher.

Das unterschreibe ich sofort. Und genau hier geben sich die Platinum anders. Sie setzen dem soliden Bassfundament ein passendes Gegengewicht entgegen, sodass sich in der Summe eine ausgewogene Gesamttonalität ergibt. Dabei klingen die oberen Lagen eher seidig als spitz, eher integrativ als (hoch-)auflösend. Ich mag diese Art der Hochtonwiedergabe sehr, ist sie doch weder langweilig noch besteht die Gefahr, dass es nervig wird. Dabei überzeugt der RiCom-Hochtöner besonders mit einer hervorragenden Dynamik, die dem Klangbild der Lautsprecher noch einen Schuss Spritzigkeit verleiht.

Wenn ich’s im Hochton wissen will, höre ich gerne den „Einzug der Götter in Walhall“ aus Wagners Rheingold (Solti, Wiener Philharmoniker). Das „Flirren“ der Streicher zu Beginn macht ziemlich schnell klar, was für einen Charakter Lautsprecher im Hochton haben. Und der Anschlag der Triangel von dem Orchesterschlag berichtet so einiges über die Dynamik, zu der ein Lautsprecher in diesem Frequenzbereich fähig ist. Bei den M20 zucke ich ordentlich zusammen, wenn es „ping“ macht – ja, so gehört das. Da pfeife ich gerne auf die letzte Schwebung, wenn’s dafür so schön fetzt. Ganz ehrlich: Bei einem bisher durchweg positiven Gesamteindruck gehört der Hochtonbereich für mich zu den besonderen Highlights der M20.

Und wo wir gerade beim Thema Klassik sind: Selbstverständlich bleiben sich die Lautsprecher auch hier treu. Wobei ich die M20 besonders bei großorchestralen Werken ihre Vorteile ausspielen. Hier bieten die Lautsprecher Substanz und lassen auch mal anklingen, wie groß der Orchestersaal ist. Dazu kommt, dass sie Klangfarben präzise treffen. Gerade bei komplexen Klanggeschehen ist mir eine exakte Wiedergabe der Klangfarben wichtiger als das Herausarbeiten vieler Details. Die irritieren mich persönlich in solchen Fällen eher als dass sie zum Musikgenuss beitragen. Bei Kammermusik sieht die Sache allerdings wieder anders aus. Hier würde ich eher Lautsprecher bevorzugen, die mir mehr über die einzelnen am Musikgeschehen beteiligten Akteure verraten.

Ein Wort noch zur räumlichen Abbildung: Hier leisten die Platinum M20 erstaunliches, wirken aber keine Wunder. Beim Griff in meine Kitschecke kommt mir mal wieder der Soundtrack zu Sister Act (I) in die Quere. Der Nonnenchor im Stück „Hail Holy Queen“ ist gar nicht so schlecht aufgenommen. Neben der Auflösung der siter acteinzelnen Stimmen lässt sich an diesem Stück auch gut die räumliche Abbildung von Lautsprechern beurteilen. Die M20 machen dabei eine große Bühne auf, die eher breit als tief ist. In Sachen Fokussierung und Lokalisationsschärfe ginge sicher noch etwas mehr – aber wohl kaum in dieser Preisklasse. Der Chor wird eher in seiner Gesamtheit abgebildet, als dass die einzelnen Stimmen beziehungsweise ihre Position herausgearbeitet werden. Die Fokussierung ist in Ordnung. Die solistischen Einlagen von Schwester Marie Robert heben sich klar von dem Hintergrund des Chores ab, akustisch scharf umrissen wird ihre „Gestalt“ aber nicht.

Zudem haben die Quadral M20 ohne Zweifel ein Händchen fürs Timing. In keiner Weise entsteht der Eindruck, dass einzelne Frequenzbereiche hinterherhinken oder vorauseilen. Die Lautsprecher spielen geschlossen und auf den Punkt. Das kommt auch ihren rhythmischen Talenten zugute. Bei entsprechender Musik bringen sie richtig Swing rüber und geben reichlich Anlass zum Fußwippen.

Bei den verschiedenen Szenarien, innerhalb derer ich die M20 gehört habe, ist mir aufgefallen, dass die Platinum ihre Talente weniger im Zusammenspiel mit meiner „großen“ Anlage – sprich an meinem 7.500 Euro teuren Musical Fidelity AMS 35i ausspielen. An meiner Zweitanlage, wo der immerhin rund 1.200 Euro kostende Exposure S 2010 seinen Dienst verrichtet, gefallen mir die Platinum M20 fast besser – wobei dem eher schlank und schnell agierenden Verstärker das kleine Extra an Wärme und Bassvolumen, das die M20 bieten, hörbar gut tut. Ich würde diese Aussage aber nicht für andere preiswerte Verstärker verallgemeinern wollen.

Test: Quadral Platinum M20 | Kompaktlautsprecher

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