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Testfazit: Quad ESL 2812X

Nach knapp 70 Jahren sind die Quad ESL in der aktuellen Inkarnation 2812X so frisch wie eh und je. Alle technischen Weiterentwicklungen der letzten Jahre haben nur dem Zweck gedient, die einmaligen Qualitäten dieser Lautsprecherart weiter und weiter zu verfeinern. Ich kenne eigentlich kein Produkt, das sich über eine so lange Zeit hinweg so treu geblieben ist.

Lautsprecherpaar Quad ESL 2812X
Nichts für Nebenbeihörer – die Quad ESL 2812X sind intensiv und hochauflösend und insbesondere im Mittenband ziemlich einmalig

Insbesondere im tiefen Bass eher schlank, in den obersten Höhen etwas milde, dabei mit absolut durchhörbaren und schlackelosen Mitten gesegnet, ist dies der Traumlautsprecher für alle, die vornehmlich Musik hören, die auf „richtigen Instrumenten“ gemacht wurde; für Opernfans fällt mir unabhängig von der Preisklasse nichts Besseres ein.

Für Nebenbeibeschallung sind die Quad freilich nicht das Richtige, so intensiv und hochauflösend, wie sie spielen – und Metal- wie Hip-Hop-Fans werden sich ebenfalls, erwartungsgemäß, abwenden. Zudem muss man bereit sein, sich mit diesem Lautsprecher auseinanderzusetzen, Stichwort: Aufstellung. Die macht wirklich einen großen Unterschied. Aber wenn denn dann alles passt, hat man mit den Quad ESL 2812X auch etwas ziemlich Einmaliges vor sich stehen.

Steckbrief Quad ESL 2812X:

  • Spielen über den ganzen Frequenzbereich exemplarisch geschlossen und organisch, Verdeckungen einzelner Bereiche kommen nicht vor.
  • Geben sich im (Tief-)Bass ein wenig zurückhaltend und weichen die Konturen minimal auf, wenn es härter zu Sache geht.
  • Die Mitten. Ja, die berühmten ESL-Mitten: Durchhörbar, unverschmiert, klar und gleichzeitig reich an Substanz, sind diese Lautsprecher gerade für Stimmen ein Fest. Die Quad verhalten sich mustergültig neutral und zeigen schlicht und ergreifend das, was aufgenommen wurde.
  • Die Höhen sind einfach da, ohne Verzerrungen, klar, unauffällig, eingebunden, detailliert, schnell, gleichzeitig mit einer leichten Milde, die es einem erlaubt, nach einigen Stunden immer noch begeistert und konzentriert weiterzuhören. Im Airband halten sich die Quad etwas zurück.
  • Feindynamisch verdienen die ESL einen Platz oben auf dem Treppchen, bei der Grobdynamik geht vor allem in den tiefen Registern andernorts mehr.
  • In Sachen Auflösung sind die Quad ganz vorne mit dabei, sie bieten mehr echten Detailreichtum als man in dieser Preisklasse normalerweise bekommt.
  • Der Raum beginnt bei entsprechender Aufstellung leicht vor der Lautsprecherebene und dehnt sich nach hinten „über die nächsten Grundstücke“ aus. In der Breite ist die Darstellung großzügig, wenn auch nicht über die Maße vieler guter Lautsprecher hinausgehend.
  • Einzelne Schallereignisse werden punktgenau dargestellt, bleiben aber keine anämischen Phantomquellen, sondern klingen griffig, dreidimensional, echt.
  • Mit der Aufstellung muss man experimentieren, da auch der Raum hinter den Lautsprechern extrem wichtig ist. Diffusion ist hier das Zauberwort.
  • Bei den Spielpartnern geben sich die ESL etwas wählerisch, gute 100 Watt sollten schon am Start sein, wobei die Betonung auf gut liegt. Hier ist ausprobieren gefragt.
  • Zum „Berieseln“ taugen diese Lautsprecher mit ihrem intensiven Klangbild nicht, wer gerne viel nebenbei hört, sollte woanders suchen.
  • Aufgrund der starken Richtwirkung gibt es einen optimalen Hörplatz, bei sorgfältiger Aufstellung zwei. Diesbezüglich gilt es die eigenen Hörgewohnheiten zu prüfen.

Fakten:

  • Modell: Quad ESL 2812X
  • Konzept: Elektrostatischer Standlautsprecher mit Dipol-Charakteristik
  • Preis: 13.999 Euro (Paar)
  • Maße & Gewicht: 1070×690×380 mm (HxBxT), 35 kg/Stück
  • Nennimpedanz: 8 Ohm, Minimum: 4 Ohm
  • Kennschalldruck: 86 dB (2,83 V/m)
  • Farben: Schwarz
  • Garantie: 2 Jahre
  • Weitere technische Infos auf der Webseite des Vertriebs

Vertrieb:

IAD GmbH
Johann-Georg-Halske-Straße 11 | 41352 Korschenbroich
Telefon: +49 (0)2161–617830
E-Mail: hifi@iad-gmbh.de
Web: https://www.quad-highend.de/

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    Über die Autorin / den Autor

    Profilbild von Stefan Gawlick Stefan Gawlick

    Equipment

    • Analoge Quellen:
      • Plattenspieler: Transrotor Apollon
      • Tonarm: SME V, SME 3012, Linn Ittok
      • Tonabnehmer: Ortofon Venice, Denon DL 103, Van den Hul Frog
    • Digitale Quellen:
      • D/A-Wandler: Crane Song Avocet, Merging Anubis, Merging Hapi
      • CD-Player: Mark Levinson 390S
    • Vollverstärker:
      • Musical Fidelity A1, Accuphase E-213, Rega Elicit
    • Vorstufen:
      • Hochpegel: Crane Song Avocet
      • Phonoverstärker: ifi iPhono, Trigon Advance
    • Endstufen:
      • Abacus 60-120D Dolifet, Abacus Ampollo Dolifet
    • Lautsprecher:
      • Sky Audio Verdade 2.2, Spendor LS 3/5A, Spendor S3/5SE, Wharfdale Super Linton
    • Kabel:
      • Lautsprecherkabel: Vovox Excelsus drive, Vovox Textura
      • NF-Kabel: Vovox Sonorus Protect, Audioquest Sky, Cardas Clear Sky
      • Netzkabel: TCI Emerald Constrictor, Ensemble, Phonosophie Power Cord
      • Netzleiste: TCI Emerald Constrictor, Phonosphie, Ensemble Power Link Silver
    • Rack:
      • Phonosophie Classic Rack
    • Größe des Hörraumes:
      • 28 qm, akustisch nach ARD-Standard bearbeitet, sowie 35qm, leicht bearbeitet