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Klang der PSB Imagine Mini:

Inhaltsverzeichnis

  1. 2 Klang der PSB Imagine Mini:

To Record Only Water for Ten Days Red Hot Chilli Peppers„Oh! Dafür, dass die so pupsklein sind, geht das aber ganz schön ab“, so ähnlich lautete im berlinerischen Tonfall der Kommentar eines Freundes zu den Minis, der mit HiFi nicht viel zu schaffen hat, und sich eigentlich nur mal durch meine John-Frusciante-Platten hören wollte. Der schon seit längerer Zeit auf Solopfaden wandernde Ex-Gitarrist der Red Hot Chilli Peppers hat übrigens eine ganze Reihe hochinteressanter Platten an den Start gebracht: Unbedingt hörenswert ist beispielsweise das leider in etwas rauer Aufnahmequalität daherkommende Album To Record Only Water for Ten Days.

Unsere Fotografin Elke, die – ja, das sei an dieser Stelle zugegeben – ebenfalls als nicht sonderlich HiFi-affin durchgeht, sich an den Sound dickerer Boxen aber offenbar doch schon stärker gewöhnt hat, gab dagegen nur ein recht lakonisches: „Na, das klingt aber schon ’nen bisschen anders als sonst“ von sich, als sie die Minis eher zufällig im Vorbeigehen hörte und aufgrund vergangener Tests wohl noch etwas mächtigere Klangbilder im Ohr hatte.

psb imagine mini

Und ja, stimmt, finde ich. Und zwar sowohl als auch. Die PSB Imagine Mini können mit ihrer Physis nun mal naturgemäß keinen ohrenfälligen Druck oder Tiefgang entwickeln – da geht bei (größer ausfallenden) Kompakten in dieser Preisklasse in der Regel schon mehr. Allerdings: Wer nicht ohne Grund nach solch kleinen Bauformen Ausschau hält, wird, da bin ich mir ziemlich sicher, überrascht sein, wie viel mit so wenig Box möglich ist – mir selbst ging es so, als ich die Winzlinge auf der High End 2011 das erste Mal sah und hörte.

Dennoch, ums mal ganz konkret zu formulieren: Echter (Tief-)Bass funktioniert bei einem solchen Konzept freilich nicht – irgendwo im Grundton/Oberbassbereich ist auf dem Weg nach Süden mehr oder weniger Schluss, Kompaktlautsprecher wie john frusciante a sphere in the heart of silencebeispielsweise die Quadral Megan oder die erst kürzlich getesteten, deutlich teureren, gleichwohl ebenfalls nicht gerade als Basswunder auftretenden Sonus Faber Liuto Monitor langen da schon merklich weiter nach unten und gehen insgesamt deutlich mächtiger zu Werke. Nichtsdestotrotz machen selbst wuchtig-gehaltvolle Songs wie das bisweilen schon ins infernalische abdriftende, für besagten John Frusciante ungewohnt noisige „Walls“ (Album: A Sphere In The Heart Of Silence, eingespielt mit Josh Klinghoffer) Spaß: Nicht zuletzt, da die Minis rhythmisch anstandslos trocken und konturiert zu Werke gehen.

laura veirs july flame radiohead in rainbows

Ja, die PSB Imagine Mini tönen frei aufgestellt schon eher leicht, jedenfalls keinesfalls vollmundig, was das Tonale betrifft, driften dabei aber nie – dies sei betont – ins vordergründig helle oder anämische, sondern geben sich, neutrale bis warme Verstärker vorausgesetzt, zweifelsfrei musikalisch:

Weder Frauenstimmen – wie zum Beispiel von der amerikanischen Singer-Songwriterin Laura Veirs im wunderbar melodischen „July Flame“ (Album: July Flame, 2010) – noch das recht hochtonintensive, von allerlei Becken und Rasseln sowie der Falsett-Stimme Tom Yorkes geprägte „Reckoner“ (Radiohead, Album: In Rainbows, 2007) drohen zu irgendeiner Zeit eine unauthentisch anmutende Tonalität zu entwickeln – und ja, positioniert hatte ich die Minis bei diesen Titeln wie meine großen Thiel CS 3.7, mit immerhin einem Meter Abstand zur Rückwand.

psb imagine mini

Eine leichte Anhebung im Oberbass/Grundtonbereich ist dabei schon auszumachen, wenn man ganz genau hinhört, aber so homöopathisch dosiert, dass es mit den PSB Imagine Mini eben keineswegs künstlich aufgedickt, sondern summa summarum tonal recht straight durchgezeichnet, sprich ungesoundet klingt. Wer es dicker will, rückt die Minis entsprechend näher an die Wand. Ein auf 40 Zentimeter reduzierter Abstand brachte dann, na klar, signifikant mehr Tieftonopulenz (in meinem Hörraum wirkt mir das in der Regel – so auch bei den Minis – allerdings zu aufgebläht, aber da gehen die Geschmäcker ja auseinander). Insbesondere erstaunlich und erfreulich fand ich aber, dass es in Sachen Räumlichkeit kaum Einbußen zu hören gab, da geht bei wandnaher Aufstellung in meinem Hörraum sonst häufig deutlich mehr über die Wupper.

psb imagine mini

Und da ich die Minis eh gerade herumschob, sollte doch gleich noch erkundet werden, wie sie sich wohl im Nahfeld machen würden – sicherlich ein interessantes Einsatzfeld für Lautsprecher dieser Spezies:

Nun, auch im Abstand von nicht mal 40 Zentimetern zu den Ohren bleibt das Klangbild erstaunlich homogen und ausgewogen, von einer Zerteilung in Hoch- und Bass/Mittelton ist da nichts zu spüren, ebenso wenig von tonalen Ungereimtheiten – vielmehr bekommt man da fast schon sowas wie hochklassiges Kopfhörerfeeling vermittelt, schon erstaunlich. Wichtig nur dabei, dass die Bassmitteltöner ungefähr auf Ohrhöhe spielen – ist der Tweeter nämlich anstatt dessen direkt auf die Ohren gerichtet, geben sich die oberen Lagen einen Tick zu vorwitzig. Und trägt man seine Ohren noch höher beziehungsweise strahlen einem die PSBs auf die Brust oder den Bauch (wie das bei Desktop-Setups der Fall sein kann), gerät die Tonalität schließlich merklicher aus der Balance, es klingt ein wenig hohl.

Test: PSB Imagine Mini | Kompaktlautsprecher

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