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Test-Fazit: Progressive Audio Extreme I

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  1. 4 Test-Fazit: Progressive Audio Extreme I

Ich gebe zu: Es fällt mir ernsthaft schwer, mich wieder auf meine Geithain ME 150 einzulassen. Die haben zwar durchaus Qualitäten, die ich schätze, aber diesen Eindruck von Authentizität, die die Extreme I so souverän rüberbringen, vermitteln sie einfach nicht.

Progressive Audio Extreme I

Was sich übrigens auch an einen ganz anderen Punkt bemerkbar macht. Meine „Arbeitsanlage“ muss derzeit auch dazu herhalten, das Wohnzimmer zu beschallen. Dazu mache ich einfach die Flügeltüre zwischen Arbeitszimmer und Wohnbereich auf. Klar hört man die Musik so eben nur aus dem Nebenzimmer. Aber über die Extreme I habe ich wirklich den Eindruck, dass nebenan Musiker spielen. Über die Geithains höre ich einfach nur die Musik, die die Anlage im Nebenzimmer spielt. Das ist vielleicht schwer vorzustellen, aber extrem einfach zu hören – glauben Sie es mir. Irgendetwas macht die Extreme I verdammt richtig – richtiger, als viele andere Lautsprecher.

Jedenfalls machen die Extreme I ihrem Namen alle Ehre. Was diese Lautsprecher an musikalischer Wahrhaftigkeit bieten, ist echt extrem. Wenn Sie meine Meinung wissen wollen: Nie war echtes High End so preiswert. Im Detail:

  • Extrem ist schon mal der Bass – wobei ich mich hier vor allem auf die extremen Hübe beziehe, die die kleinen Chassis bei tiefen Tönen ausführen. Klar, die Physik überlisten kann man auch bei Progressive Audio nicht. Sie aber mit viel Erfahrung im Lautsprecherbau, profundem Wissen um die Tieftonwiedergabe in üblichen Hörräumen und einem Schatz an Erfahrung in Sachen Psychoakustik maximal ausreizen – das beherrscht man in Essen-Kettwig offenbar. Und so tönen die verhältnismäßig kleinen Lautsprecher im Untergeschoss substanziell, (subjektiv) komplett und absolut erwachsen. Klar: hart eingespannte 15-Zoll-Chassis machen einen anderen Ton. Ein bisschen voller, „runder“ wirken die unteren Lagen der Extreme I schon, trotzdem bieten sie hier ein mehr als ordentliches Differenzierungsvermögen.
  • Die Mitten sind eine Klasse für sich. Was da an Auflösung, Dynamik und Klangfarben geboten wird, braucht keinen Vergleich zu scheuen. Besonders löblich ist aber das Talent der Extreme I, alles beieinander zu halten. Nichts zerfasert, nichts wirkt unzusammenhängend oder irgendwie seziert. Im Gegenteil: Die Extreme I wahrt die musikalischen Zusammenhänge und lässt auch komplexeste Strukturen als Einheit klingen. Das ist echtes High End!
  • Hochton gibt es in genau dem erforderlichen Maß, die Extreme I ist langzeittauglich abgestimmt. Optional kann man die Höhen um ein Dezibel anheben, bei mir war das aber nicht nötig. Was die Kalotte an Auflösung bringt, ist sehr ordentlich.
  • Natürlich kann man in Sachen grobdynamischen Potenz und schierer Pegelfestigkeit objektiv mehr fürs Geld bekommen, konzeptbedingt stößt man hier auf Limitationen. Gleichwohl nimmt man die Extreme I unter üblichen Wohnraumbedingungen und bei normaler Musik spontan eher „umgekehrt“ wahr, sprich: man staunt, wie viel Power die kleinen Kistchen entfalten können.
  • Ein eigenes Kapitel ist die Plastizität der Darstellung. Das Wort Räumlichkeit trifft es irgendwie nicht wirklich, da alles, was die Extreme I wiedergeben, quasi unabhängig vom Raum zu sein scheint – zumindest vom Hörraum. Bei kleinen Besetzungen hat man das Gefühl, dass man förmlich um die Musiker herumgehen kann. Bei größeren Ereignissen – sei es nun ein Konzertsaal oder die große Bühne eines Rockkonzertes – beamen einen die Extreme I förmlich ins Geschehen hinein.

Fakten:

  • Modell: Progressive Audio Extreme I
  • Konzept: passiver, Zwei-Wege-Koaxiallautsprecher, Bassreflex
  • Preis: 3.998 Euro
  • Maße: 400x 190xx350mm cm (HxBxT)
  • Farben: Schwarz, Weiss
  • Sonstiges: Furutech Anschlussterminal, Monowiring, Kippschalter zum Anheben des Hochtons um 1 dB
  • Garantie: 2 Jahre

Hersteller & Vertrieb:
Progressive Audio Ralf Koenen
August-Thyssen-Straße 13a | 45219 Essen-Kettwig
Telefon: 02054 – 9 38 57 93
eMail: info@progressiveaudio.de
Web: www.progressiveaudio.de

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Test: Progressive Audio Extreme I | Kompaktlautsprecher

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Über den Autor

Equipment

Analoge Quellen: Laufwerk: stst Motus 2 Tonarm: stst Vertex Tonabnehmer: Zyx Yatra

Digitale Quellen: D/A-Wandler: Antelope Zodiac+, North Star Design Supremo CD-Player: North Star Design CD-Transport (Laufwerk)

Vorstufen: Hochpegel: EAR Yoshino 868 mit NOS-Röhren Phonoverstärker: Musical Fidelity MX-VYNL

Endstufen: Bryston 4B³

Lautsprecher: Valeur Audio Micropoint 4 SE, Genelec 8020

Kopfhörer: AKG K702, AudioQuest Nighthawk, Beyerdynamic T 51p, fabulous earphones Basic Dual Driver, Sennheiser HD8 DJ

Kopfhörerverstärker: Opera Consonance Cyber 20 mk2, SPL Phonitor mini

Kabel: Lautsprecherkabel: Cardas Clear Light NF-Kabel: Cardas Clear Light Digitalkabel: AudioQuest Coffee

Rack: Lovan Sovereign, Tiglon TMB-10E (Gerätebasis)

Zubehör: Stromfilter: Audioplan FineFilter S, Mehrfachsteckdose PowerStar S, Gerätefilter PowerPlant S, Netzleitungen PowerCord

Größe des Hörraumes: Grundfläche: 17 m² Höhe: 2,6 m

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