Demnächst im Test:

Billboard
IOTAVX SA3, PA3 und NP3

Test-Fazit: Pro-Ject Speaker Box 12 E Carbon

Inhaltsverzeichnis

  1. 2 Pro-Ject Speaker Box 12 E Carbon – Hörtest & Vergleiche
  2. 3 Test-Fazit: Pro-Ject Speaker Box 12 E Carbon
Die Pro-Ject Speaker Box 12 E mit magnetisch haftender Frontabdeckung

Die beiliegenden Frontabdeckungen haften magnetisch

Mehr als die Summe der Teile: Ich schrieb oben etwas von einer besonderen Kultiviertheit, die von den Pro-Ject Speaker Box 12 E Carbon ausgeht. Die österreichischen Entwickler verzichteten auf eine aufmerksamkeitsheischende Abstimmung, dafür widmeten sie sich offenbar umso stärker klassischen audiophilen Tugenden wie einer akkuraten Räumlichkeit und einer herrlich farbigen und letztlich hochorganischen Mittenwiedergabe. Letztere profitiert von einer Stärke der Pro-Ject Speaker Box 12 E Carbon ganz besonders: der hohen Reinheit des Klangs. Ich bin mir sicher, dass gerade in den Mitten eine für die Preisklasse überdurchschnittlich ausgeprägte Verzerrungsarmut herrscht, solange die Pegel zivilisiert bleiben.

Um den Fokus auf diesen für ein authentisches Hörerlebnis so wichtigen Frequenzbereich zu lenken und keine unnötigen Störeinflüsse zu riskieren, sahen die Pro-Ject-Entwickler wohl ganz bewusst davon ab, den Bass und die Höhen extrovertiert abzustimmen. Diese Bereiche fügen sich vielmehr extrem harmonisch ein und überlassen vor allem den Mitten die Show, wenn man so will. Die Höhen – bei preiswerteren Boxen immer ein kompromissbehafteter Quell von Störungen – nehmen sich pegelseitig sogar etwas zurück. Sie laufen mit ihrem „untechnischen“ Charakter erst gar nicht Gefahr, die Klangreinheit mit hörbarem Grissel oder Härten zu gefährden. Dennoch lassen sie das Klangbild hinreichend offen und profiliert wirken und erfreuen den audiophilen Genießertypen dabei mit einer sehr appetitlichen Seidigkeit.

Kurzum: Freunde monitoresker Durchhörbarkeit, strikter Linearität und flirrender Dynamik finden in der Klasse andere Alternativen. Aber: Die Art und Weise, wie die Pro-Ject-Entwickler mit den in dieser Preisklasse naturgemäßen Kompromissen umgehen und sich trauen, statt auf Spektakel auf möglichst unaufgeregte, alles andere als langweilige Natürlichkeit und Langzeittauglichkeit zu setzen, verdient Respekt.

Das wird seine Fans finden: Denn Kompromisse hin oder her: Die Pro-Ject Speaker Box 12 E Carbon sind so kunst- und liebevoll abgestimmt, dass sie den Hörer tatsächlich fühlen lassen, was mit dem häufig zitierten Unterschied zwischen High-End und bloßem HiFi gemeint ist. Die schmalen Säulen werden am Ende des Jahres zu meinen persönlichen 2025er-Lautsprecherfavoriten zählen, das steht schon mal fest.

Der Steckbrief der Pro-Ject Speaker Box 12 E Carbon

  • Ein auffallend reines, untechnisches Klangbild.
  • Leicht ins Warme driftende, sehr organisch anmutende Mitten mit nahezu High-End-Flair.
  • Sehr angenehm seidige, tonal unterm Strich leicht zurückgenommene Höhen. Feindynamik und Auflösung springen einen nicht an, markieren preisklassenbezogen aber auch keine Schwächen und erfüllen ihre Pflicht.
  • Eine mit Blick auf Druck und Tiefgang so erwachsene Basswiedergabe, dass der eine oder andere angesichts der zierlichen Säulen überrascht sein wird. Keine Standboxen für Pegelorgien, aber bequem ausreichend für Wohnzimmer bis 30 Quadratmeter und um in Miethäusern empfindliche Nachbarn sicher zu stören.
  • Der neutrale Bass integriert sich optimal ins restliche Klangbild. Gut konturiert, wenn auch nicht staubtrocken, zählt die in keine Richtung ausscherende Tieftonwiedergabe mit zu den Stärken der Pro-Ject.
  • Gutes Grobdynamikverhalten, mit Blick auf die Klasse tadellos druckvoll und „schnell“.
  • Eine akkurate, korrekt dimensionierte und sich schön von den Boxen ablösende, involvierende Räumlichkeit.
  • Neutrale, transparente, dynamisch spielfreudige Verstärker sollten eine gute Wahl sein, um die Pro-Ject Speaker Box 12 E Carbon auszureizen. Im Test skalierten sie sogar hörbar mit dem Wechsel meiner Endstufen (Norma Revo PA 150 auf Chord Ultima 5).
  • In der Preisklasse mag das auf den ersten Blick übertrieben wirken – deshalb erfolgte der Test auch mit den mitgelieferten Blechbrücken – aber: Mit Bi-Wiring oder wertigen Kabelbrücken zu experimentieren, kann sich lohnen. Das Klangbild gewann bei unseren Versuchen an Präsenz und Transparenz.
  • Preisklassenbezogen tolle Verarbeitung, nicht zuletzt die Qualität der Lackoberfläche sorgt für eine hochwertige optische Anmutung, die sich auch in hochwertigen, designorientierten Wohnumgebungen gut einfügen sollte.

Fakten:

  • Modell: Pro-Ject Speaker Box 12 E Carbon
  • Konzept: Standlautsprecher (2,5-Wege-Bassreflex)
  • Paarpreis: 1.199 Euro (Ausführung Walnuss: 1.299 Euro)
  • Maße & Gewicht: 100 x 165 x 220 mm (HxBxT), 15,17 kg/Stück
  • Farben: Tannengrün, Goldgelb, Stahlblau, Weiß, Walnuss (jeweils matt)
  • Nennimpedanz: 4 Ohm
  • Wirkungsgrad: 89 dB (1 Watt / 1 Meter)
  • Sonstiges: Bi-Wiring-Terminal, sandgefüllter Lautsprechersockel
  • Garantie: 2 Jahre
  • Weitere technische Informationen auf der Website des Vertriebs

Deutscher Vertrieb:

ATR – AUDIO TRADE
Wallufer Straße 2 | 65343 Eltville am Rhein
Telefon: +49 (0)20-882 66 22
E-Mail: eltville@audiotra.de
Web: https://www.audiotra.de/

Das Glasfaser-Carbon-Komposit der Konusse in der Makroaufnahme

Billboard
ATR Audio Audio Pro C5 Mk2 Limited Edition

Test: Pro-Ject Speaker Box 12 E Carbon | Standlautsprecher

  1. 2 Pro-Ject Speaker Box 12 E Carbon – Hörtest & Vergleiche
  2. 3 Test-Fazit: Pro-Ject Speaker Box 12 E Carbon

Über die Autorin / den Autor

Equipment

Digitale Quellen: D/A-Wandler: Canever Audio ZeroUno SSD, Norma HS-DA1 PRE, Keces S3 Musikserver: Melco N50-S38 Streamer: Melco N50-S38, SOtM sMS-200 ultra & SOtM sPS-500, Volumio Primo

Vollverstärker: Abacus Ampino

Vorstufen: Hochpegel: Funk MTX Monitor V3b-4.3.1, Funk MTX Monitor V3b-4.2.1 (Upgrade von V3b), Funk LAP-2.V3 (Upgrade von Lap-2.V2)

Endstufen: Chord Electronics Ultima 5, Norma Revo PA 150

Lautsprecher: Wilson Audio SabrinaX, Abacus C-Box 3

Kopfhörer: MrSpeakers Ether 2, Denon AH-D9200, AKG K812, Audeze iSine 20, RHA T20, Soundmagic E80, AAW Q

Kopfhörerverstärker: Norma HS-DA1 PRE, Keces S3, Reußenzehn Harmonie III

Mobiles HiFi: Onkyo DP-X1, iBasso DX-80

Kabel: Lautsprecherkabel: Kimber Carbon 16, HMS Armonia, WSS Platin Line LS4, Real Cable BW OFC 400, HMS Fortissimo NF-Kabel: AudioQuest Pegasus (RCA und XLR), Supra Cables Sword Excalibur (RCA), Straight Wire Virtuoso (RCA und XLR) Digitalkabel: USB-Kabel: AudioQuest Carbon und Diamond, Boaacoustic Silver Digital Xeno, BMC Pure USB1 Netzkabel: AudioQuest Dragon, AudioQuest Blizzard, Supra Cables LoRad 2.5 CS-EU Mk2, Kondo KSL-ACc Persimmon, HMS Energia Suprema, Tellurium Q Black, Quantum-Powerchords, Swisscables Reference, Audioquest NRG-Z2 Netzleiste: AudioQuest Niagara 5000, HMS Energia MkII

Rack: Lovan Classic II

Zubehör: Stromfilter: AudioQuest Niagara 5000, HMS Energia MkII Sonstiges: Switch SOtM Snh-10G, AudioQuest Jitterbug

Größe des Hörraumes: Grundfläche: 29 m² Höhe: 3,3 m

Das könnte Sie interessieren: