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Inhaltsverzeichnis

  1. 1 Die Profis
  2. 2 PMC twenty5.21i: Klangtest & Vergleiche

„Transmission Line“ und „Studioabhöre“ – da braucht es wohl nicht mal den zusätzlichen Hinweis aufs Vereinigte Königreich, damit den meisten Lesern die drei Buchstaben PMC vor dem geistigen Auge erscheinen. Nomen ist hier übrigens Omen: Die „Professional Monitor Company“ pflegt zwar eine eigene „Home Audio“-Linie, der auch unsere Gäste, die PMC twenty5.21i (3.290 Euro | www.pmc-speakers.com), entstammen, gleichwohl legt man im nördlich von London gelegenen Biggleswade Wert auf die Feststellung, dass dieser keine andere Soundabstimmung zuteilwird als der auf den Profibereich zielenden „Studio“-Serie.

Pfeife inside: die Transmission Line

Gerade mal 34 x 16 x 28 Zentimeter messen die PMC twenty5.21i. Da fragt man sich schon, wie sich bei solch kleinen Lautsprechern die bassseitigen Vorzüge einer Transmission Line überhaupt integrieren lassen. Kurz zur Erinnerung: Anders als bei Bassreflexsystemen arbeitet hier kein Helmholtzresonator, sondern wirkt das Prinzip einer Orgelpfeife. Damit dieses funktioniert, muss die Länge der „Pfeife“ ein Viertel der Schallwellenlänge betragen, die akustisch unterstützt werden soll. Die Engländer haben eine mehrfach gefaltete, insgesamt 1,3 Meter lange Bassschallführung in ihre kleine twenty5.21i gequetscht, was also normalerweise zu einer Unterstützung bei – nicht gerade sensationell abgründigen – 65 Hertz führen würde.

Die PMC twenty5.21i im Querschnitt

Die PMC twenty5.21i im Querschnitt: Die gefaltete Schallführung der Transmission Line erstreckt sich physisch auf insgesamt 130 Zentimeter (Bild: PMC)

Durch den definierten Einsatz und die spezifische Positionierung von Akustikschaumstoffen sowie durch die von PMC optimierte Geometrie der Schallführung will man das akustische Verhalten der Luft im Inneren des Gehäuses allerdings derart beeinflussen, dass eine Tuningfrequenz von deutlich weiter südlich gelegenen 42 Hz möglich werde, wie mir Marketing-Chef Keith Tong erläutert. Umgerechnet entspricht dieser einer akustisch wirksamen Transmission-Line-Länge von 1,72 Metern.

Die PMC twenty5.21i auf einem Ständer von vorne

Die Trennfrequenz des Zweiwegesystems liegt bei überraschend niedrigen 1,7 kHz, der Pegelfestigkeit der PMC twenty5.21i tut das allerdings keinen Abbruch – im Gegenteil. Der Wirkungsgrad liegt bei eher mäßigen 86,5 dB/W/m, was die meisten Transistorverstärker aber kaum vor Probleme stellen sollte

Schmuckes Gewand aus HDF – das Lautsprechergehäuse

Apropos Gehäuse: Hier setzen die Engländer auf HDF – und zwar in 15 Millimeter Stärke für die Schwallwand und 12 Millimeter für den Rest des Gehäuses. Die Materialwahl fürs Gehäuse sei unmittelbar klangbeeinflussend, und man schätze gegenüber MDF nicht zuletzt die feinere Struktur und mithin die Möglichkeit der präziseren Verarbeitung. Auch die unterschiedlichen Qualitäten von verschiedenen Lieferanten habe man in Blindtests eindeutig heraushören können, so Keith Tong. Zur Erhöhung der Steifigkeit und Langzeitstabilität der Gehäusekonstruktion sind darüber hinaus nicht nur die Außen-, sondern auch die Innenseiten der PMC twenty5.21i furniert. Die Engländer achten offenbar auch dort auf Qualität, wo sie nicht als augenscheinliches Kaufargument zur Schau gestellt wird.

Das Furnier auf den Innenseiten der Gehäusewände der PMC twenty5.21i

Das HDF-Gehäuse der PMC twenty5.21i ist innenseitig ebenfalls furniert

Was freilich nicht ausschließt, dass die PMC twenty5.21i äußerlich sehr gut verarbeitet sind: Klar, die auf Gehrung verklebten Seitenwände mit ihren scharfen Kantenverläufen sind schnöder Standard, das ausnehmend sauber aufgebrachte Walnussfurnier ist dafür eine Augenweide, dessen Strukturen sind für beide Lautsprecher selbstredend gematcht.

Schön ausgeglichen

Paarweise abgeglichen seien die twenty5.21i darüber hinaus auch technisch, verspricht PMC: Nach Verlassen der Produktionslinien stelle sich jeder Lautsprecher dem Hörvergleich mit einem Referenzmodell, flankiert von weiteren Messungen. Eine geringe Kanalabweichung, meist innerhalb einer Toleranz von 0,5 Dezibel, genieße oberste Priorität. Was tatsächlich als sehr guter Wert durchginge und sich akustisch nicht zuletzt räumlich niederschlagen sollte – wir werden hören.

Die Befestigungsschrauben der Treiber der PMC twenty5.21i

Für die Befestigung der Treiber der PMC twenty5.21i dienen Schrauben mit Maschinengewinde

Akustisch wertvoll finde ich persönlich zudem, dass die tadellos in die Schallwand eingepassten Treiber von offen zugänglichen Schrauben mit Maschinengewinde gehalten werden. Das gefühlvolle(!) Nachziehen der Schrauben macht sich bei Lautsprechern klanglich nämlich ziemlich regelmäßig bezahlt. So auch bei den PMC twenty5.21i, wie ich bereits nach den ersten Hörrunden feststellte. Für passionierte Inbusakrobaten gibt PMC sogar die Drehmomente an, sehr löblich: 0,6 Nm für die Hochtöner und 0,75 Nm für die Konusse.

Rückansichten

Bleiben wie noch kurz beim Äußeren und inspizieren kurz das Heck unserer britischen Gäste, das eine Metallplatte ziert, auf der unmittelbar – und direkt mit den Polklemmen verbunden – die Frequenzweiche residiert. Eine Reduzierung von Umwegen, die PMC als klanglich signifikant ansieht.

Die Frequenzweiche der PMC twenty5.21i

Die Frequenzweiche trennt elektrisch mit 12 Dezibel je Oktave, im Zusammenspiel mit den Treibern ergibt sich PMC-typisch eine akustische Flankensteilheit von 24 dB/Okt. Die steile Trennung beziehungsweise die klar begrenzten Bandbreitenzuweisungen an die Treiber sieht PMC als elementar für minimale Verzerrungswerte und ein homogenes Abstrahlverhalten an

Die Polklemmen sind zwar nicht hausgemacht, wie das etwa bei meinen Wilson SabrinaX der Fall ist, doch immerhin nach spezifischen Vorgaben konstruiert. Die matte Rhodiumbeschichtung dient natürlich keineswegs der Erhöhung der Leitfähigkeit, leitet Rhodium doch bekanntlich schlechter als Kupfer, sondern erhöht die mechanische Stabilität („Abriebfestigkeit“) und die Korrosionsbeständigkeit. Benutzer von Lautsprecherkabeln mit Spades freuen sich zudem über die gute Griffigkeit der Klemmen.

Das Single-Wiring-Terminal der PMC twenty5.21i

Das Single-Wiring-Terminal der PMC twenty5.21i ist unmittelbar mit der Frequenzweiche verbunden

Totaler TL-Spezi: der Bassmitteltöner

Der Einsatz einer Transmission Line stellt andere Anforderungen an den Bassmitteltöner als etwa ein gängiges Bassreflexsystem. Darüber hinaus muss der Treiber genau abgestimmt mit dem jeweiligen Lautsprechergehäuse funktionieren. Allein schon deshalb kommt für die PMC twenty5.21i kein Treiber von der Stange in Frage, sondern nur eine auf die speziellen Anforderungen maßgeschneiderte Lösung.

Der Bassmitteltöner der PMC twenty5.21i

Der 14-cm-Bassmitteltöner der PMC twenty5.21i mit Glasfasergewebe-Membran

Die Membran des 14-Zentimeter-Konus besteht aus einem Glasfasergewebe, dem PMC im positiven Sinne Charakterlosigkeit beziehungsweise hohe Neutralität zuspricht. Eine invertierte Glasfaser-Staubkappe und langhubige Schwingspule mit belüftetem Träger sollen zudem für minimierte Verzerrungswerte bürgen. Eine per Versteifung der Zentrierspinne einsetzende Auslenkungsunterbrechung in Richtung der maximalen Auslenkung des Treibers schützt vor Beschädigung bei zu hohen Pegeln und wirkt quasi als „Soft Clipping“.

Muss sich ordentlich bücken: der Hochtöner

Auch der in Zusammenarbeit mit SEAS gefertigte Hochtöner hat es mit durchaus nichtalltäglichen Arbeitsbedingungen zu tun. Zwar steilflankig getrennt, muss er dennoch bereits ab sehr niedrigen 1,7 kHz ran. PMC ist hierbei insbesondere auf ein optimiertes Abstrahlverhalten zur Vermeidung von Brüchen im Bereich der Treiberübergänge sowie auf einen weiten Sweetspot aus, der durch das vorgesetzte Gitter noch weiter ausgedehnt werden soll. Auf den Sweespot zahlt zudem die „Sonomex“-Beschichtung des Membranmaterials ein. Die Kalotten lassen sich laut PMC dadurch im Hinblick auf Materialstärke und -masse besonders toleranzarm fertigen, wovon die Kanalgleichheit profitiere.

Der Hochtöner der PMC twenty5.21i

Der 19-mm-Hochtöner der PMC twenty5.21i setzt bereits bei niedrigen 1,7 kHz ein

Die niedrige Trennfrequenz erscheint umso waghalsiger, als dass in den PMC twenty5.21i kleine 19-mm-Kalotten zappeln, die allerdings jeweils von breiten 34-mm-Sicken Unterstützung erfahren. PMC will so das das breite Abstrahlverhalten einer kleinen Kalotte mit der Mitteltonwiedergabe, Empfindlichkeit und den SPL-Fähigkeiten eines handelsüblichen 1-Zoll-Treibers kombinieren.

PMC twenty5.21i: Klangtest & Vergleiche

"Made in the UK"-Schriftzug auf der PMC twenty5.21i

Applaus, Applaus … die Räumlichkeit

„Mich interessiert nicht, wo die Musiker stehen, sondern, was sie machen“, sagte unser unvergessene Kollege Markus Sauer einmal. Vom Kollegen Jochen Reinecke weiß ich hingegen, dass er eine saubere Räumlichkeit als unverzichtbares Filetstückchen seiner Musikmahlzeit goutiert. Ich selbst ordne mich da irgendwo in der Mitte ein.

Ein gutes Beispiel für die Vielfalt der Hörgeschmäcker. Und dafür, wie wenig hilfreich es ist, Audiokomponenten in Tests mit „objektiven Endnoten“ zu versehen. Wobei ich an dieser Stelle mal eine Ausnahme mache und eine zumindest eine Teilnote vergebe: Denn die PMC twenty5.21i verdienen in Sachen Räumlichkeit unbedingt eine 1 – mit Sternchen.

Talk Talk Spirit of EdenTalk Talks kultiges Spirit of Eden ist sowohl interpretatorisch als auch aufnahmetechnisch ein echtes Ausnahmealbum, das mich mit seiner livehaftigen Raumillusion den Musikern geradezu beiwohnen lässt. Die PMC-Lautsprecher treiben diesen Effekt auf die Spitze. Das laut Herstelleraussage penibel betriebene Matching der Lautsprecher glaube ich sofort, unsere Gäste sind mit Sicherheit extrem paargleich. Doch nicht nur die Stereokanäle erscheinen perfekt austariert, sondern ebenso das Teamplay von Hochtönern und Bassmitteltreibern – die kleinen PMC spielen wie aus einem Guss und muten extrem (phasen-)kohärent an.

In praxi heißt das: Mark Hollis‘ Stimme, sustainreiche E-Gitarren, rauschige Schlagzeugbesen, feine Becken, einsame Pianoanschläge, Rimshots etc. pp. manifestieren sich so greifbar im Raum, dass man am liebsten mitten im Stück applaudieren möchte. Mark Hollis bekommt eine herrlich eindringliche Präsenz zugesprochen. Sämtliche Akteure wirken in sich schlüssig zusammenhängend und plastisch reproduziert sowie in der Gesamtschau realistisch ortungsscharf und voneinander abgegrenzt.

Typenbezeichnung der PMC twenty5.21i auf der Schallwand

Mir persönlich gefällt zudem, wie sich das Klangbild großzügig, nach oben bis weit über die Lautsprecher hinaus ausdehnt. Und noch mehr, wie es sich nach vorne, Richtung Hörer löst und dabei eine schöne Tiefe entwickelt: Käme die Musik von unten, beschlich mich bestimmt das Gefühl, in die Musik wie in einen tiefen Swimmingpool hineinspringen zu können. Selbst hart rechts und links ins Stereopanorama einsortierte Instrumente kleben nicht hifimäßig an der Box, sondern scheinen mit ihren Schallquellen nichts zu tun zu haben – Instrumente und Boxen sind wahrnehmungsseitig zwei Paar Schuhe.

Die Transientenwiedergabe der PMC twenty5.21i, für meinen Hörgeschmack ebenfalls ein wichtiger Punkt, deutet ebenfalls auf ein phasenrichtiges Zusammenspiel (Stichwort: Zeitrichtigkeit) von Hoch- und Bassmitteltreibern hin: Kurze Impulse werden vorbildlich unverwackelt ins Bühnenbild definiert, muten körperlich und physisch greifbar an.

Die Rückseite der PMC twenty5.21i

Löblich ist bei alledem, dass die PMC twenty5.21i einen nicht zwingen, auf der besten Hörposition beziehungsweise genau mittig zwischen den Lautsprechern Platz zu nehmen: Auch außerhalb des eigentlich optimalen Sweetspots erschaffen sie eine erstaunlich schlüssige, glaubhafte Raumillusion.

Präzise auf den Punkt

Current 93 Thunder Perfect MindNur logisch, dass bei der erwähnten hervorragenden Transientenwiedergabe auch die Feindynamik ein Wörtchen mitzureden hat: Und so geraten in Current 93s „A Song for Douglas After He’s Dead“ (Album: Thunder Perfect Mind) die an eine Ukulele erinnernden gezupften Töne attack- wie sutainseitig extrem gut definiert. Selbst den vereinzelt durchschimmernden leichten Schlägen auf den Holzkorpus der begleitenden Westerngitarre sprechen die PMC eine – wenn auch subtile, so doch hörbare – Impulsivität zu.

Hoch- und Mittelton der PMC twenty5.21i sind mithin der schnellen Sorte zuzurechnen. Die oberen Lagen geraten dabei ausnehmend offen und luftig, was eine leichte Pegelanhebung hörpsychologisch weiter befördert: Die Höhen würde ich insgesamt auf der frischen, prägnanten Seite von neutral einordnen.

Die PMC twenty5.21i von der Seite

Wenig Wunder nimmt es da, dass die Auflösung ebenfalls auf hohem Niveau angesiedelt ist. Mit Blick auf die Wiedergabe handfester, sozusagen „abzählbarer“ Details halten die PMC twenty5.21i locker selbst mit meinen Sehring 903 und allen anderen hier im Test genannten Lautsprechern mit – oder haben je nach Hörgeschmack die Nase vorn, denn die PMC strukturieren Klangtexturen noch definierter, quasi mit noch härterem Bleistift als die Sehring. Dafür muten etwa Schläge auf die Glocke von Becken nicht so ätherisch-schimmernd an und wirken hart angeschlagene Becken oder Hi-Hats etwas spröder, weniger seidig als ich das unter anderem von meinen 903 gewohnt bin, die auch im Hochton extrem verzerrungsarm und feinpixelig spielen. Ergo: Die PMC sprechen oben herum eher klare und deutliche Worte, als dass sie Wert darauf legen, diese auch noch mit einer hauchzarten Aura zu verzieren.

Unterm Strich reihen sie sich in die Riege der frischen Briten à la Neat Petite Classic oder B&W 705 Signature ein und toppen letztgenannte Lautsprecher bei der Wiedergabe des Superhochtons. Die PMC tönen nach ganz, ganz oben heraus am luftigsten, wirken am grenzenlosesten. Dafür beeindruckt bei der Neat die vermehrte Reinheit des Hochtons.

Ab in den Süden – der Bass

Der „Laminair“-Auslass" am Ende der Transmission Line der PMC twenty5.21i

Das Ende des Transmission-Line-Systems markiert PMCs „Laminair“-Auslass, der klangabträgliche Wirbel durch unterschiedliche Austrittsgeschwindigkeiten zwischen der Luft im Zentrum und an den Begrenzungsflächen des Auslasses unterbinden soll

Ein gewisse „Grenzenlosigkeit“ darf man den PMC twenty5.21i ebenso am anderen Ende des Frequenzbereiches attestieren. Der Basstiefgang ist für solch kleine kompakte Lautsprecher wirklich erstaunlich, selbst die Bassdrum in Isis „So Did We“ (Album: Panopticon) angeln sich die Engländerinnen noch recht vollumfänglich. Das schaffen selbst viele große Kompakte nicht. Ähnliches gilt für die Pegelfestigkeit: In Mehrfamilienhäusern wird man die PMC wohl kaum voll ausreizen dürfen.

Keine Frage, mit Blick auf das Zusammengehen der beiden letztgenannten Punkte kommt den twenty5.21i in ihrer Klasse unbedingt Referenzstatus zu. Gerne hätte ich sie in dieser Sache mit den GoldenEar BRX verglichen, die mich auf den letzten Norddeutschen Hifi-Tagen bassseitig ebenfalls sehr beeindruckten. Bei alledem agieren die PMC nahezu so tänzerisch wie die im Bass wunderbar leichtfüßigen (aber weniger tief reichenden) Neat und merklich präziser als etwa die erwähnten B&W oder die Bryston Mini A Bookshelf. Die repetierend kurz eingestreuten Bassdrum-Sechzehntel in „Defaced2“ von Résistance (Album: 8) liefern die PMC ebenso wie den in „My Name is Mud“ (Primus, Pork Soda) von Les Claypool gleichsam leierig wie exakt gespielten Bass derart konturiert, sauber auf den Punkt und dynamisch zackig ab, dass man nur anerkennend im Takt mitnicken kann.

PMC twenty5.21i von oben und vorne

Tonale Kosmetiktricks wie aufgespritzte Bass- oder Grundtonbacken glänzen bei den PMC twenty5.21i übrigens durch Abwesenheit, was nicht zuletzt einer monitoresken Mitten- beziehungsweise Stimmwiedergabe zugutekommt. Seien es nölige Männerstimmen wie bei Primus oder glockenreine Frauenstimmen wie die von Laura Veirs in „July Flame“ (gleichnamiges Album): Die hohe Transparenz und tonale Balance der Mitten – mit einer minimalen Prise Knackigkeit bei der Wiedergabe von Sibilanten und F-Lauten – zeigen deutlich auf, dass die Gene der twenty5.21i dem Studiobereich entstammen.

Die Neat Petite werfen übrigens ebenfalls wie die PMC etwas mehr Licht auf den oberen Rand von Stimmen, geben sich bei Sibilanten dennoch einen Tick zurückgenommener als unsere aktuellen Gäste. Die B&W 705 Signature hingegen sind, überspitzt ausgedrückt, mitteltonseitig eher invers zu den PMC abgestimmt: Der obere Mittenbereich wirkt bei den B&W im Pegel leicht abgeschwächt. Dennoch sollten Hörer, die warm unterfütterte, schwelgerische Mitten bevorzugen, dann gleich zu Lautsprechern wie den Bryston greifen. Die Kanadier liefern ebenfalls eine nicht ganz neutrale, dafür schön vollmundige, herrlich sinnliche Qualität.

Grenzwertige Musik und tapfere Minis

Der demontierte Hochtöner PMC twenty5.21i

Bass und Transparenz – die Punkte hatten wir bereits verfrühstückt. Dennoch muss ich sie noch mal aufs Tapet bringen, wenn ich Devils in my Details von ohGr beziehungsweise die ersten drei Tracks des Albums in die Playlist schiebe. Ist das noch Musik oder kann das weg? Egal, auf jeden Fall eine strapaziöse Herausforderung für Lautsprecher und bestimmt den einen oder anderen Hörer – sowie zweifelsohne ein veritabler Testprüfstein. Insbesondere für solche kleine Boxen wie die PMC twenty5.21i.

Wie die tapferen Minis den blickdicht gewebten, den gesamten Frequenzbereich abfordernden, massiven Soundtexturen bis hinein in kleinste Verästelungen differenziert folgen, ist schon stehende Ovationen wert. Dass sich mit den PMC extrem tief in Musikstrukturen, gerade auch im Bereich der wichtigen Mitten, hören lässt, unterstreichen auch solche Tracks. Selbst auf guten Anlagen hinterlassen sie oft mehr Fragezeichen als es der krude Sound schon von Haus aus tut. Devils in my Details tönt lärmig, aber keineswegs kopflos – das zeigen die PMC konzentrierten Hörern vorbildlich auf.

Unterer Bereich der Schallwand der PMC twenty5.21i

Triftiger Grund Nummer zwei für Standing Ovations wäre, dass die kleinen Bassmitteltöner der PMC twenty5.21i es tatsächlich hinbekommen, bei diesen üppigen Soundlasten grobdynamisch keineswegs überfordert zu wirken. Das gilt selbst dann, wenn man deutlich über Zimmerlautstärke hört. Trotz pickepackevoller Mitten blieben die Bässe klar – und umgekehrt. Extrem souverän kommen auch die elektronischen Paukenschläge im Song „Eyecandy“ um Minute vier herum: trocken, druck- und gehaltvoll, wie es sich gehört. Mit Blick auf die Grobdynamik – und Bassautorität – müsste man schon Kompaktlautsprecher vom Schlage der Perlisten R5m bemühen, um hier wirklich signifikant weiter zu kommen.

Wichtig allerdings: Wie erwähnt plustern sich die PMC twenty5.21i tonal untenrum in keinster Weise auf, aufgrund des frischen Hochtons fühlen sie sich bei freier Aufstellung aufs erste Hören sogar tendenziell eher schlank an. Die Aspekte „Grobdynamik/Bassautorität“ (hier gehen die PMC ja für ihre Größe durchaus fulminant zur Sache) und „Gesamttonalität“ also bitte nicht in einen Topf werfen! By the way: Die PMC bieten sich gut dazu an, es mit wandnäherer Aufstellung zu versuchen, vielen wird das tonal möglicherweise sogar besser gefallen.

Billboard
Electrocompaniet

Test: PMC twenty5.21i | Kompaktlautsprecher

  1. 1 Die Profis
  2. 2 PMC twenty5.21i: Klangtest & Vergleiche

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