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PMC Prophecy1: Test des Kompaktlautsprechers bei fairaudio
HiFi-Test

Test: PMC Prophecy1 | Kompaktlautsprecher

Fesselnd präzise

Im Test: PMC Prophecy1 | Kompaktlautsprecher

UVP zum Testzeitpunkt: 3.800 Euro

Web: https://besserdistribution.com/

Es gibt Hersteller und Produkte, die man über Jahre und Jahrzehnte in Erinnerung behält und manchmal sogar im highfidelen Herzen weiterträgt, selbst wenn man sie nie selbst besessen oder im eigenen Heim gehört hat. Messeauftritte, Händlerbesuche – kurze Augenblicke genügen oft. PMC gehört für mich dazu. Mit den Prophecy1 (Preis: 3.800 Euro | Vertrieb: https://besserdistribution.com) findet nun ein Modell der Briten seinen Weg in mein Hörzimmer. Es stellt den Einstieg in die neue Prophecy-Familie der Briten dar, die insgesamt fünf Modelle umfasst und das anspruchsvolle Erbe der erfolgreichen Twenty5i-Reihe antreten soll. Wir testen, ob die neue Klangprophetin das PMC-Versprechen halten kann.

Die Prophecy-Lautsprecherserie von PMC
Family affairs: Die Prophecy-Serie von PMC umfasst drei Standmodelle, einen Center und die Kompakte Prophecy1, um die es in diesem Test geht

Studio-DNA fürs Wohnzimmersofa

PMC baut Lautsprecher mit klarer Studio-Provenienz, zuverlässige Werkzeuge für die Musikproduktion. Die Prophecy-Serie soll diese DNA in eine noch wohnraumfreundlichere Form bringen als ihre Vorgänger. Die PMC Prophecy1 ist als einziges Modell der Reihe ein kompakter Zweiwegler, vulgo Regallautsprecher. Darüber rangieren die PMC Prophecy5, ein Zwei-Wege-Standlautsprecher, und die beiden Drei-Wege-Boxen Prophecy7 und 9. Einen Center-Speaker gibt es auch, der hört auf den sinnigen Namen ProphecyC. Ein Schelm, wer dabei an Romy Schneider und Karl-Heinz Böhm denkt …

Die PMC Prophecy1 - Zweiwegler mit Transmission-Line-System
Die PMC Prophecy1 ist ein Zweiwegler mit Transmission-Line-System – etwas, das insbesondere für einen Kompaktlautsprecher doch recht selten geworden ist

PMC verkneift sich Effektgehabe mit vergoldeten Zierringen oder Ähnlichem und setzt stattdessen den Fokus auf effiziente Technologien und ein modernes, schlankes Design. Die bescheidenen Außenmaße der Prophecy1 von 40 Zentimetern Höhe, 16,5 Zentimetern Breite und 26 Zentimetern Tiefe beherbergen aufwendige aerodynamische Maßnahmen, viel Dämpfungskunde und mechanische Sorgfalt – zusammen mit einem 27-mm-Softdome und einem gerade mal 12,5 Zentimeter durchmessenden Tieftöner mit mineralverstärkter Membran. Zu den Details dieser Komposition kommen wir später. Im Resultat stehen 85 dB (2,83 V/1 m) Empfindlichkeit und ein Frequenzgang von 50 bis 20000 Hertz (+/- 3 dB).

PMC schreibt dem angedachten Verstärker mindestens 20 Watt pro Kanal ins Lastenheft, ich würde angesichts des durchschnittlichen Wirkungsgrades der Prophecy1 eher zum Doppelten bis Dreifachen tendieren, um annähernd realistische Lautstärken ohne dynamische Limitierungen durch den Amp zu gewährleisten.

ATL + LaminairX

Einer der „Unique Selling Points“ der Prophecy-Linie ist die in Anbetracht der Gehäusegrößen immer relativ ungewöhnlich hohe „Lungenkapazität“. Das Herzstück der PMC-Prophecy-1-Konstruktion ist, wie könnte es anders sein, eine Transmission Line, die bei PMC den Namenszusatz „Advanced“ trägt (abgekürzt ATL) und die die wirksame Länge der rückwärtigen Bassschallführung deutlich erhöht. Vereinfacht: Der rückwärtige Schall des Tieftöners wird nicht in ein kurzes Bassreflex-Rohr entlassen, sondern durch einen gefalteten, bedämpften Kanal geleitet, der bei den zierlichen PMC Prophecy1 eine Länge von fast unglaublichen (aber bestätigten) 179 Zentimetern haben soll. Diese Art der Transmission Line ist ein Kern der PMC-Philosophie und soll den Prophecy1 mehr Fundament und Gelassenheit liefern, als es Volumen und Membranfläche vermuten lassen.

Die im Kanal angebrachten Materialien absorbieren mittel- und hochfrequente Schallanteile; nur die tiefen Frequenzen sollen den Ausgang der Transmission Line erreichen, der als frontseitige Gitteröffnung sichtbar ist. Das Ergebnis sei ein lauterer und tiefer reichender Bassanteil bei geringerem Klirr im Vergleich zu herkömmlichen Bassreflexlösungen; zudem verlaufe der Bass über den Pegel hinweg gleichmäßiger, weil die Arbeitsbedingungen des Treibers besser kontrolliert seien.

Hier im Bild: „LaminairX“, die präzisionsgefräste Strömungsführung am Austritt der Transmission Line der PMC Prophecy1 
Hier im Bild: „LaminairX“, die präzisionsgefräste Strömungsführung am Austritt der Transmission Line der PMC Prophecy1

Ergänzt wird die ATL durch „LaminairX“, eine präzisionsgefräste Strömungsführung am Austritt der Transmission Line. Neu und erstmals bei der Prophecy-Serie zu haben ist das „X“: Das eigens entwickelte Technologie-Upgrade soll den Luftstrom noch besser in Strömungsrichtung ordnen (das nennen die Briten „laminieren“, auch wenn das Wort vielleicht andere Assoziationen hervorrufen mag) und über die frontseitige Öffnung in Richtung Hörplatz zielen lassen (normalerweise breitet sich Schall mit abnehmender Frequenz immer stärker kugelförmig im Raum aus), Turbulenzen und Luftwiderstand noch effizienter verringern, luftflussinduzierte Verzerrungen weiter senken (laut Herstellerangabe um bis zu 3 dB), und so das Timing und den Dynamikumfang verbessern.

Die LaminairX-Öffnung der PMC Prophecy1
Die LaminairX-Öffnung wird vom Gehäuse durch eine Lage Kork mechanisch entkoppelt

Zusätzlich wirke die Metallkonstruktion, die vom Gehäuse über eine satte Lage Kork mechanisch entkoppelt wird, wie ein Stabilisator, sagt PMC. Klar, sie verlagert den Schwerpunkt nach unten und „ankert“ das Gehäuse. Unter dem Strich könne die ATL so sauberer und souveräner arbeiten und der Treiber müsse noch weniger Korrekturarbeit leisten. Laut PMC ist das Ziel, dass der Bass schneller, strukturierter und „trockener“ rüberkommt.

Treiber, Weiche und Abstrahlveralten

PMC setzt in der Prophecy1 auf eine klassische Zweiwege-Architektur mit einer Übergabefrequenz von 1,5 kHz. Für eine Kompakte ist das ein tiefer Wert. Der Vorteil ist, dass der 27-mm-Softdome-Hochtöner mit Ferrofluid-Kühlung bereits einen Teil des Präsenzbereichs übernimmt; damit bleibt das Richtverhalten im kritischen Übergangsbereich (theoretisch) homogener, da der Bündelungssprung zum Woofer kleiner ausfällt – wenn man es richtig macht. Und PMC will es richtig gemacht haben: Der Hochtöner der Prophecy-Reihe besitzt einen studioerprobten Gewebedom in Kammerbauweise, bei dem die Schutz- und Streugitter als akustische Last wirken – so werde der obere Hochton geglättet und die Schallabstrahlung abseits der Achse homogen erweitert. PMC gibt für die Prophecy1 eine horizontale Dispersion von 80° und 90° vertikal an. Das sollte ein breites Sweet-Spot-Fenster erlauben, das die Platzwahl des Hörers in der Praxis flexibler machen dürfte.

Der Hochtöner der PMC Prophecy1
Der Hochtöner der PMC Prophecy1: Ein 27-mm-Softdome-Modell, dessen Schutz- gleichzeitig als Streugitter dient und die Abstrahlung homogenisieren soll

Der putzige 13-Zentimeter-Tief-Mitteltöner mit „LT XL“-Mineralmembran und Druckgusskorb ist laut PMC auf einen hohen linearen Hub getrimmt, ohne dass man genauere Zahlen nennt. Die Membranmischung soll (wie immer) eine hohe Steifigkeit bei moderater Masse ermöglichen. Sprich: Schnelles Ein- und Ausschwingen ohne störende Eigenresonanzen im oberen Arbeitsbereich ist das Motto. Die PMC-typischen Mitteltonkalotte mit fünf Zentimetern Durchmesser gibt es in der Prophecy-Serie auch, allerdings ausschließlich in den beiden größten Drei-Wege-Modellen Prophecy7 und Prophecy9.

Hinter den Kulissen arbeitet eine sorgsam aufgebaute Frequenzweiche: Auf 2,5-mm-Glasfaserträgern mit breiten Kupferbahnen, die für einen geringen Widerstand sorgen sollen, sind die händisch selektierten Bauteile platziert. Ihre Orientierung und die Abstände zueinander wurden gezielt gewählt, um Wechselwirkungen zu minimieren, und per Gehör feinabgestimmt.

PMC Prophecy1, Rückseite, unterer Teil
PMC Prophecy1: Kompakte Box mit ATL – Advanced Transmission Line

Zusammengefasst soll das Zusammenspiel aus tiefer Trennung, breiter Abstrahlung, ATL-Unterstützung und LaminairX den PMC Prophecy1 trotz der geringen Membranfläche einen substanziellen, sauberen und tiefen Bass entlocken, ohne die Transparenz des Mittenbereichs zu gefährden.

Gehäuse und Mechanik

PMC verfolgt beim Gehäusebau nicht die „Schwerer-ist-besser“-Philosophie so mancher High-End-Hersteller, sondern setzt auf eine Kombination aus Steifigkeit, Bedämpfung und definierter Masseverteilung. Bereits die ATL-Faltung verstrebt die Kiste stark, und die Gehäusewände sind mit 22 Millimetern Stärke zwar alles andere als schwindsüchtig, kreieren aber selbst im Verbund mit der metallenen LaminarX-Einheit keine Rückenbrecher: Das Gewicht bleibt mit knapp über zehn Kilogramm pro Lautsprecher im Rahmen.

Die sehr hochwertig gearbeiteten Anschlussterminals nehmen ein Paar 4-mm-Bananenstecker oder Kabelschuhe mit 8-Millimeter-Spanne auf. Bi-Wiring oder Bi-Amping sind nicht vorgesehen, auch nicht bei den Top-Modellen der Linie.

Anschlussterminal der PMC Prophecy1
Single-Wiring reicht, zumindest wenn’s nach PMC geht, die auch bei ihren größeren Modellen keine Bi-Wiring-Terminals bieten

Zur Auswahl stehen drei Furniervarianten: Mediterranean Oak (ein freundlich-heller, recht stark gemaserter Ton, in dem auch unsere Test-Lautsprecher antreten), klassisch-warmes Natural Walnut und edles Blackened Walnut, das fast gänzlich schwarz erscheint. Das Furnier ist erstklassig ausgeführt und wirkt durch seinen matten Seidenglanz noch einen Tick feiner als das meiner ATC SCM50PSL, die sich angesichts der geballten modernen Designkompetenz, die die PMC Prophecy1 ausstrahlen, ein wenig schmollend in der Ecke verstecken zu wollen scheinen. Dass PMC seinen Lautsprechern obendrein nach Registrierung eine 20-jährige (!) Garantie mit auf den Weg gibt, spricht von viel Vertrauen in die eigenen Kreationen und sollte jedem PMC-Besitzer ein gutes Gefühl für die dauerhafte Zuverlässigkeit seines musikalischen Freudenspenders geben.

PMC Prophecy1: Hörtest und Vergleiche

Die frontseitige, „X-laminare“ ATL-Öffnung erweitert die Optionen bei der Wahl des Aufstellungsorts im Vergleich zu vielen anderen, rückseitig ventilierten Lautsprechern. Das dürfte auch für die größeren Prophecy-Modelle zutreffen. Gesichert kann ich zumindest den PMC Prophecy1 attestieren, dass wandnahe Positionen ohne Bassblähbauch oder die „Atemnot“ so mancher zu wandnah aufgestellter Boxen machbar sind. In meinem Raum mit seinen knapp 25 Quadratmetern wäre auch ein Abstand von nur 20 Zentimetern zur Rückwand kein echtes Problem, besser sind dennoch knapp 50 Zentimeter. Ohne vorgreifen zu wollen: Ein bisschen Luft rund um die Box belohnen die PMC Prophecy1 mit einem lineareren Bassverlauf, einer großzügigeren Bühne und einer klarer definierten Staffelung des Geschehens.

Kompaktlautsprecher PMC Prophecy1, stark angewinkelt
Die PMC Prophecy1 lässt sich recht flexibel aufstellen, auch wandnahe Positionen sind möglich, ohne dass es zu einem aufgeblähten Bassbereich kommen würde

Erster Eindruck

Insgesamt ordnen sich die PMC Prophecy1 auf der straff-athletischen Seite ein, mit einem „offenen“ und dynamischen Grund-Feeling, das eher luftig und frei als erdverbunden und schwer wirkt. Und auch wenn ich im Folgenden des Öfteren auf die erstaunliche Pegelfestigkeit der Prophecy1 hinweise, will ich von Anfang an klarmachen, dass diese Boxen auch und gerade für Leisehörer ein echter Tipp sind. Sie behalten eine natürliche Tonalität auch bei geringen Pegeln herausragend gut bei, dünnen das Klangbild nicht aus und nivellieren die Dynamik nicht. Aber jetzt eins nach dem anderen.

Bass

Anders als viele mir bekannte Transmissionline-Konzepte blasen die PMC Prophecy1 im Bass nicht substanzlos die Backen auf und hinken auch nicht hinterher, sondern liefern einen straffen, gut getimten Druck mit echter Energie, die man sogar im Sofa spüren kann. Die PMC spielen physisch präsenter und tiefer in den Basskeller hinab als die ATC SCM19 (3.620 Euro), dröseln aber Strukturen und feindynamische Schattierungen im Bass nicht ganz so klar auf. Linear bleiben beide Britinnen – die prinzipiell straff-elastisch abgestimmte Prophecy1 eben etwas länger runter im Bass als die dort insgesamt etwas schlanker erscheinende ATC, deren geschlossenes Gehäuse eine Viertel-Oktave früher den Bassabfall einläutet und die gerade bei geringen Lautstärken weniger Druck erzeugt.

Der Tiefmitteltöner der PMC Prophecy1
Die PMC Prophecy1 besitzt einen 12,5 Zentimeter durchmessenden Tiefmitteltöner mit mineralverstärkter Membran

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die PMC Prophecy1 auch bei effektreich für die Akku-Boombox abgemischten Metal-Stücken den Bassbereich linear darstellt und die oft hinzugemischten subsonischen Schübe weitestgehend außen vorlässt – an den Schub einer Magico A1 (aktuell 13.780 Euro) kommen sie nicht ansatzweise ran, können aber durchaus mit deren Präzision mithalten. Ja, auch für weniger als ein Drittel des Preises der Amerikanerinnen. Wohlgemerkt: Dünn oder drucklos klingen selbst moderne Nu-Metalcore-Produktionen wie „The Clock Behind All Other Clocks“ von Many Eyes, das famose, gänsehauterregende Black-Metal-Epos „Gof of Black Blood“ von Blackbraid oder die noisige, wunderbar melodisch-melancholische Klanglandschaft von „Like the Fourth Wall“ von Blackshape nicht – aber wer die bodenerschütternde Tsunamiwelle ausgewachsener Standlautsprecher sucht, wird hier im Land der akustischen Wahrheiten nicht fündig.

Pegel und Dynamik

Hadouk Trio Air HadoukIn Sachen Impulskraft und -präzision sowie Pegelfestigkeit spielen die PMC Prophecy1 auf höchstem Niveau – für den Formfaktor sowieso, aber auch absolut gesehen. Es ist schon krass, wie die PMC die grobdynamischen Herausforderungen in „Audiophile“ von ESP mit einer schwerelosen Ansatzlosigkeit und sauberen Unversehrtheit bei einem Pegel aus diesen kleinen Gehäusen schmettert, die den Griff zur Fernbedienung aus Nachbarschaftschutzgründen ganz unwillkürlich vonstatten gehen lässt. Auch das Saxofon in „Soft Landing“ des Hadouk Trio schwillt unvermittelt und artefaktfrei zu Lautstärken hinauf, die ich so einem kompakten Lautsprecher nicht zugetraut hätte. Dabei bleiben Nuancen der Intonation und alles, was sonst so dazugehört, vollkommen intakt, da verzerrt und komprimiert nix. Klasse!

Impulse

Protect Your Light Irreversible EntanglementsTransienten jeder Art schießen die PMC Prophecy1 ansatzlos aus den Treibern, die Attacke bei Impulsen in Bass und Mittelton gelingt ihnen phänomenal flott und präzise, ohne scharfkantig zu wirken. Exemplarisch klar macht das „Free Love“ von Irreversible Entanglements, dessen knackig-direkt eingefangenes Schlagwerk, die stürmischen Bläser und die sibillantenstarken Vocals schon bei mäßigem Hang zur Härte aufdringlich würden. Keine Spur davon mit den PMC: Das Stück macht mir über die Prophecy1 auch mit ordentlich Pegel Spaß wie selten. Gerade Kompaktlautsprecher schaffen es oft nicht, hier die nötige Balance zu wahren und die Nerven des Hörers zu schonen. Dass gerade ein Lautsprecher mit einem 13-Zentimeter-Woofer hier Attacke und Körper so gut ausbalanciert, ungesoftete Aufnahmen so realistisch reproduziert und dabei so souverän bleibt wie James Bond beim Flirt mit Ms. Moneypenny, das ist sehr erstaunlich.

Mitten

Der Mittelton ist, ganz einfach ausgedrückt, neutral. Noch wichtiger ist aber, dass er wunderbar transparent und sauber klingt, sodass sich sogar die ATC SCM19 hier keinen Vorteil erspielen kann – und die war in der Klasse bis 5.000 Euro bisher mein Mittelton-Platzhirsch. Die PMC Prophecy1 verschiebt den Maßstab an dieser Stelle: Da zerrt nichts, da verdecken kein zu kräftig abgestimmter Grundton und keine gutgemeinten, aber am Ende zu deckend aufgetragenen Klangfarben das Geschehen. In „Jazzik“ lassen sich das Fell der Snaredrum und die Obertöne des Slapbasses sauber trennen, der druckvolle Impuls der Bassdrum überlagert nichts davon. Erst die ATC SCM20PSL (5.580 Euro) können dem Eroberungsdrang der Prophecy1 mit nochmals minimal feineren Zwischentönen und feindynamischen Nuancen des Mitteltons Einhalt gebieten. Aber groß ist der Abstand nicht.

Die PMC Prophecy1 mit aufgesetzter Frontbespannung
Die PMC Prophecy1 mit aufgesetzter Frontbespannung

Hochton und Auflösung

Die Auflösung ab dem oberen Mittelton bis in den Hochton ist schlicht famos und lässt sich auch von den sehr talentierten Klanglupen SCM20PSL nicht in den Schatten stellen – ein Patt. Erst 10k+-Vertreter wie Magico A1 und insbesondere die Bowers & Wilkins 805 D4 Signature (aktuell 13.500 Euro) verschafften mir eindeutig klarere und informativere Einsichten ins Geschehen, insbesondere im Hochton. Da spielen dann aber Beryllium beziehungsweise Diamant die Hauptrollen im Kalotten-Theater, und wir sprechen über ein Mehrfaches des Preises.

Count Basies Farmer’s Market BarbecueDie Seidenkalotte der PMC Prophecy1 macht angesichts dessen kaum weniger Laune: Bläser strahlen mit hellem Glanz und Schneid, nerven nicht und tun auch mit Schmackes abgespielt nicht weh. Egal, ob die feinen Becken oder die Anblasgeräusche in Count Basies „Jumpin‘ at the Woodside“ vom Album Farmer’s Market Barbecue – das macht echt Laune. Vor allem scheint die PMC all das so stressfrei und mühelos zu meistern wie ein Zwölfzylinder-Sauger von Ferrari auf 8000 Umdrehungen hochdreht. Auch die ultrafein auflösenden elektronischen Synthieklänge in „popular beats“ von 65daysofstatic (Album: replicr) scheinen für die Preisklasse ganz neue Level an Informationsgehalt zu offenbaren, und das mal mit einer seidigen Sanftheit, mal mit einer glasklaren Reinheit, die auch bei hohen Lautstärken ermüdungsfreies Hören ermöglichen.

Links die PMC Prophecy1, rechts die ATC SCM50PSL
Briten unter sich: Links die PMC Prophecy1, rechts die ATC SCM50PSL

Räumlichkeit und Abbildung

Die Bühne der PMC Prophecy1 beginnt meist bereits vor der Lautsprecherbasis und kann sich je nach Musikmaterial auch ein kleines Stück dahinter erstrecken, erreicht aber nicht die Tiefen der ATC SCM19 oder gar der SCM20. Beide Boxen aus der geschlossenen Abteilung kreieren etwas distanziertere Klangbilder, während die Darbietung der PMC Prophecy1 direkter und stärker involvierend wirkt. Sie baut die Bühne mit entsprechendem Material breit und raumfüllend auf – auch in der Vertikalen erstreckt sich das Geschehen erstaunlich unbegrenzt. Effektreiches Material wie „Bubbles“ von Yosi Horikawa (EP: Wanderig) lässt die klackenden Tischtennisbälle gut anderthalb Meter links neben dem Lautsprecher aufschlagen. Q-Sound-Effekte wirken ultra-realistisch, poppen gefühlt fast schon hinter mir auf. Das geschieht zudem plastisch, präzise umrissen und dreidimensional solide.

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